Jörn Lenz (* 12. April 1969 in Rostock-Warnemünde) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. In der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballs, der Oberliga, spielte er für den BFC Dynamo und dessen Nachfolger FC Berlin.
Sportliche Laufbahn Gemeinschafts-, Club- und Vereinsstationen Lenz stammt aus dem Nachwuchsbereich der BSG Schiffahrt/Hafen Rostock.sv-hafenrostock: Mit der Aufnahme in die KJS 1981 wurde Lenz vom F.C Hansa Rostock übernommen. 1985 wechselte Lenz zum BFC Dynamo. In der Juniorenoberliga zählte er 1986/87 zum BFC-Aufgebot der Trainer Peter Rohde und Wolfgang Filohn, das DDR-Juniorenmeister wurde. Im Sommer 1987 rückte das Talent aus dem U-18-Bereich in die Reserveelf der Ost-Berliner auf, die in der zweitklassigen Liga des überregionalen Männerfußballs der DDR antrat. Nach der Saison 1988/89 und jener aus einer Strukturreform resultierenden Wiedereinführung der Nachwuchsoberliga verabschiedete sich die 2. Mannschaft des BFC aus dieser Spielklasse, aber Lenz konnte im Frühjahr 1989 bereits eine Etage höher anklopfen.
Beim Fußballclub der Sportvereinigung Dynamo kam der gelernte Kfz-Schlosser in dieser Zeit zu ersten Einsätzen in der 1. Mannschaft, die als amtierender Titelträger in der DDR-Oberliga zu diesem Zeitpunkt bereits die Meisterkrone an den Dynamo-Rivalen aus Dresden verloren hatte. Sein Debüt gab er am 24. Spieltag der Spielzeit 1988/89 beim 1:1-Heimremis gegen die BSG Energie Cottbus. In diesem Match, an einem Mittwoch ausgetragen, und den beiden folgenden Partien zum Saisonabschluss stand er jeweils die kompletten 90 Minuten auf dem Platz.
Im Herbst 1989 absolvierte der 1,89 Meter große Lenz bei den Weinroten noch zwei Spiele im Europapokal der Pokalsieger 1989/90, nach Siegen gegen Valur Reykjavík kam in der 2. Runde das Aus gegen den AS Monaco. Gegen die Isländer traf er als Einwechselspieler beim 2:1-Heimsieg im Erstrundenrückspiel zum Sieg. In der Oberligawendesaison, die die Umbenennung des BFC Dynamo in den FC Berlin sah, absolvierte er zwölf Erstligapartien.
mini|Jörn Lenz (hintere Reihe, Sechster von links) mit FC Berlin (1990) Nach dem Scheitern des Oberligarekordmeisters in der Qualifikationsrunde zur 2. Bundesliga, die im Anschluss an die letzten eigenständige Spielzeit des ostdeutschen Erstligafußballs (16 Einsätze, ein Treffer) stattfand, und 23 Spielen (zwei Toren) in der Premierensaison der Amateur-Oberliga im NOFV-Bereich wechselte der Abwehrspieler im Jahr 1992 zum Lokalrivalen Tennis Borussia Berlin.
1992/93 gelang ihm mit TeBe zunächst der Staffelsieg in der Nordstaffel der NOFV-Amateur-Oberliga und dann über die Aufstiegsrunde der Sprung ins Unterhaus des deutschen Profifußballs. In der Spielzeit 1993/94 spielt er zunächst für die Veilchen in der 2. Bundesliga. Im Frühjahr 1994 kehrte er kurzzeitig zum FC Berlin zurück, sodass er in diesem Spieljahr auch in der NOFV-Oberliga. Ab Sommer 1994 stand er wieder bei Tennis Borussia unter Vertrag, die nach dem Abstieg aus Liga 2 in der drittklassigen Regionalliga Nordost antraten. In dieser Spielklasse kam er in drei Jahren auf 99 Einsätze und neun Tore für das Team aus dem Berliner Westen.
1997 heuerte Lenz bei Energie Cottbus wieder in der zweithöchsten Spielklasse an, die der FC Energie damals gerade erkämpft hatte, kam bei den Lausitzern aber nur sporadisch zum Einsatz. Die Folge: eine erneute Rückkehr zum FC Berlin, bei dem Lenz bis 2001 unter Vertrag stand und die Rückbenennung in Berliner FC Dynamo erlebt. 2001 wechselte Jörn Lenz in die nunmehr Oberliga Nordost zum VfB Leipzig, den er 2003 kurz vor der Insolvenz des Vereines wieder verließ. Erneut wechselte Lenz zum BFC Dynamo zurück, bei dem er 2008 seine Karriere beendete und für den er in der 1. Mannschaft mehr als 310 Punktspiele (ohne Aufstiegsrunden) bestritt.
Lenz spielte für den BFC Dynamo bzw. den FC Berlin in vier verschiedenen Spielklassen: in der DDR-Oberliga, in der Regionalliga Nordost sowie sowohl in der dritt- als auch in der später viertklassigen Oberliga Nordost und in der Verbandsliga Berlin.
Auswahleinsätze Sein Sprung in die BFC-Oberligaelf öffnete Lenz im Wendeherbst 1989 auch die Türen in die DDR-Nachwuchsauswahl.
Statistik DDR-Oberliga: 31 Spiele (ein Tor) 2. Bundesliga: 14 Spiele (kein Tor) Europapokal der Pokalsieger: 2 Spiele (ein Tor)
Weiterer Werdegang In der Spielzeit 2006/07 agierte Lenz mit Nico Thomaschewski bei den Berlinern als Interims-Trainer, wurde aber im März 2007 durch Volkan Uluc ersetzt. Auch in der Saison 2007/08 gehörte Lenz zum Spielerkader des BFC Dynamo. Mit der Saison 2008/09 wurde Jörn Lenz Team-Manager.
Literatur Christian Karn, Reinhard Rehberg: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Spielerlexikon 1963–1994. AGON Sportverlag, Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4, Seite 303. Hanns Leske: Die DDR-Oberligaspieler. Ein Lexikon. AGON Sportverlag, Kassel 2014, ISBN 978-3-89784-392-9, Seite 288.
Weblinks
Spielerprofil bei fcenergie-museum.de
Einzelnachweise
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