mini|200px|Mit LVM gekennzeichneter Ziegel in Potaissa Die Legio V Macedonica war eine Legion der römischen Armee, die 43 v. Chr. von Octavian, dem späteren Augustus, und dem Konsul Gaius Vibius Pansa Caetronianus aufgestellt wurde und bis ins 5. Jahrhundert in der römischen Provinz Moesia (Mösien) als Legion fortbestand. Das Cognomen Macedonica erhielt sie, weil sie zeitweise in der römischen Provinz Macedonia stationiert war.. Legionssymbole waren der Stier und der Adler.Alfred von Domaszewski: Abhandlungen zur römischen Religion, Leipzig 1909, Nachdruck Olms, Hildesheim, New York 1977, S. 3.
Geschichte der Legion Republik Über die ersten Jahrzehnte der Legion gibt es keine Überlieferungen. Es sind drei weitere Fünfte Legionen bekannt: die V Gallica, die V Urbana und die Legio V Alaudae. Es ist möglich, dass diese Bezeichnungen frühe Namen der V Macedonica waren.Lesley Adkins: Handbook to Life in Ancient Rome, Sonlight Christian, 2004, ISBN 0-8160-5026-0, S. 57–59.Ronald Syme, Anthony R. Birley: Anatolica: studies in Strabo, Oxford University Press, 1995, ISBN 978-0-19-814943-9, S. 253 Die Legio V nahm 31 v. Chr. wahrscheinlich an der Schlacht bei Actium teil. Belegt ist weiterhin, dass die Legio V Gallica im Jahre 17 oder 16 v. Chr. ihren Legionsadler gegen rheinische Germanen verlor.
Julisch-claudische Dynastie Die Legio V war eine der achtundzwanzig Legionen, die von Augustus nach dem Bürgerkrieg übernommen wurden. Sie wurde in die römische Provinz Macedonia verlegt, wo sie ihr Cognomen erhielt. Möglicherweise kämpfte die Legion in den Jahren 29 bis 27 v. Chr. unter dem Oberbefehl des Marcus Licinius Crassus an der Donau gegen die Skythen und trug zeitweilig den Namen Legio V Scythica. Veteranen der Legionen V Macedonica und VIII Augusta wurden um 15 v. Chr. in der Colonia Iulia Augusta Felix Berytus (Beirut) in der römischen Provinz Syria Phoenice angesiedelt, wodurch eine deutliche Romanisierung der Region ausgelöst wurde.Nigel Pollard: Soldiers, cities, and civilians in Roman Syria, University of Michigan Press, 2000, ISBN 978-0-472-11155-8, S. 61. Im Jahr 6 n. Chr. wurde sie nach Oescus in der Provinz Moesia verlegt.
Die Legionen IIII Scythica und V Macedonica operierten oft zusammen und gehörten um 23 n. Chr. wohl zur Besatzungsmacht in der Provinz Moesia. In seiner Jugend diente der spätere Kaiser Vespasian um 27 n. Chr. als Militärtribun in einer dieser Legionen und nahm möglicherweise an der Niederschlagung eines Aufstandes in Thrakien teil. Zur Tätigkeit der Legion gehörte auch der Bau und die Instandhaltung von Straßen zur Erschließung der Region. Im Jahr 33/34 bauten die IIII Scythica und V Macedonica in Moesia superior eine Straße entlang der Donau.
62 n. Chr. kämpfte eine Vexillation der Fünften unter Lucius Iunius Caesennius Paetus in Armenien gegen die Parther. Nach der Schlacht bei Rhandeia wurde die gesamte V Macedonica, gemeinsam mit den Legionen Legio III Gallica, Legio VI Ferrata, und Legio X Fretensis, unter dem Befehl von Gnaeus Domitius Corbulo in den Osten entsandt, um gegen die Parther zu kämpfen.
mini|Grabstein eines Optio der LEG V MAC aus Emmaus, Israel
Im Jahr 66 war die Legio V Macedonica gemeinsam mit der Legio X Fretensis in Antiochia am Orontes stationiert.Flavius Josephus, Jüdischer Krieg 3,2, 4 Dann wurden die Legionen X Fretensis unter ihrem Legaten Marcus Ulpius Traianus, dem späteren Statthalter von Syrien und Vater des Kaisers Trajan, und die Legio V Macedonica 66/67 n. Chr. in die Küstenstadt Caesarea Maritima verlegt.Flavius Josephus, Jüdischer Krieg 3,9, 1 67 n. Chr. ergab sich die Stadt Sepphoris in Galiläa der römischen Armee. Kurz darauf eroberte die V Macedonica den Berg Garizim, das Hauptheiligtum der Samaritaner. 68 n. Chr. lag die Legion untätig in Emmaus.Flavius Josephus, Jüdischer Krieg 3–4 Einige erhaltene Inschriften, ,11 und 12 von Soldaten der V Macedonica belegen die Stationierung.
Vierkaiserjahr und Flavische Dynastie Im Vierkaiserjahr 69 gehörten die iudaeischen Legionen zu den Ersten, die Vespasian als Kaiser anerkannten.Barbara Levick, Kenneth Wellesley: The year of the four emperors, 3. Auflage, (Reihe: Roman Imperial Biographies), Routledge, London 2000, ISBN 0-203-46899-6, S. 123. 70 n. Chr. war der Aufstand in ganz Iudaea, außer in Jerusalem und einigen Festungen wie Masada, niedergeschlagen. Unter dem Oberbefehl des Titus, rückte die Legio XII Fulminata aus Caesarea aus und wurde zusammen mit der V Macedonica, X Fretensis und XV Apollinaris bei der Belagerung Jerusalems eingesetzt.Flavius Josephus, Jüdischer Krieg 5,11, 4 Die Belagerung von Jerusalem dauerte fünf Monate und die belagerte Bevölkerung litt Hunger. Schließlich führten die kombinierten Angriffe der Legionen zur Einnahme der Stadt Jerusalem.Flavius Josephus, Jüdischer Krieg 5–6 Die V Macedonica verließ Iudaea und kehrte 71 n. Chr. nach Oescus zurück.
mini|200px|Standorte der Römischen Legionen 80 n. Chr., die V Macedonica war in Oescus (Nummer 14) stationiert. Domitian (81–96) siedelte zu Beginn seiner Herrschaft Veteranen der Legionen I Italica, III Augusta, IIII Macedonica, V Macedonica, V Alaudae, IIII Flavia und VII Claudia in der neugegründeten Stadt Scupi (Skopje) an.M. Mirkovic: Einheimische Bevölkerung und römische Städte in der Provinz Obermösien, in: Hildegard Temporini (Hrsg.): Aufstieg und Niedergang der römischen Welt (ANRW), Teil II, Band 6, Politische Geschichte (Provinzen und Randvölker: Lateinischer Donau-Balkanraum). Walter de Gruyter & Co., Berlin & New York 1977, ISBN 978-3-11-006735-4, S. 831. Im Jahr 88 gehörte die Legion zum Heer des römischen Feldherrn Lucius Tettius Iulianus, der in dakisches Gebiet eindrang und in der Schlacht von Tapae siegte. 96 n. Chr. diente der spätere Kaiser Hadrian in der Legion als tribunus militum.Edward Togo Salmon: History of the Roman World from 30 B.C. to A.D. 138, Routledge, 1968, ISBN 978-0-415-04504-9, S. 290.
Adoptivkaiser und Antoninische Dynastie 101 n. Chr. war die Legio V in Dakien, um unter ihrem Legatus Quintus Pompeius Falco. in Trajans erstem Krieg gegen die Daker zu kämpfen. Die Legion war am Bau der Trajansbrücke bei Drobeta Turnu Severin beteiligt.Marietta Horster: Bauinschriften römischer Kaiser, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 978-3-515-07951-8, S. 445.
Nach dem Ende des Krieges 106 n. Chr. wurde die Legion von Oescus in die Provinz Moesia inferior (Niedermösien) nach Troesmis, (heute Turcoaia im Kreis Tulcea in Rumänien) verlegt, wo sie bis 163 blieb. Der Ort lag südwestlich des Donaudeltas. Ziegelstempel der Legion wurden im nahen, nördlich gelegenen Kastell Dinogetia gefunden.Belegstellen: IScM-05,00261a, IScM-05, 00261b, IScM-05, 00262 Eine Vexillation nahm von 115 bis 117 an Trajans Partherkrieg teil.
Im Verlaufe der Regierungszeit des Kaisers Hadrian kam es im Jahre 132 n. Chr. in der Provinz Judaea (heute Israel) zu einem großen Aufstand der dort lebenden Juden. Eine Vexillation der Legio V Macedonica wurde in die Provinz Judaea abkommandiert und beteiligte sich an den Kämpfen gegen die Aufständischen unter der Führung von Simon bar Kochbas. Vermutlich nahmen die V Macedonica und XI Claudia an der Belagerung der Festung Betar teil, deren Einnahme den Krieg beendete.Peter Schäfer: Der Bar-Kokhba-Aufstand. Studien zum zweiten jüdischen Krieg gegen Rom, Mohr Siebeck, Tübingen 1981, ISBN 978-3-16-144122-6, S. 130. Nach der Niederschlagung des Aufstandes wurden um das Jahr 135 Veteranen der Legion in Aelia Capitolina (Jerusalem) angesiedelt.Claude Lepelley (Hrsg.): Rom und das Reich in der Hohen Kaiserzeit, Bd. 2: Die Regionen des Reiches, de Gruyter, München 2001, ISBN 3-598-77449-4, S. 441.
Wiederholt wurden Vexillationen der V Macedonica ins Barbaricum nach Chersonesus Taurica (Bosporanisches Reich, Krim) geschickt, um die dortigen griechischen Städte zu schützen, aber auch um Bauvorhaben auszuführen. Als Kaiser Lucius Verus seinen Feldzug (161–166 n. Chr.) gegen die Parther begann, wurde die gesamte Legion erneut in den Osten verlegtFranz Altheim: Niedergang der alten Welt Band 2: Imperium Romanum, Klostermann, 1952, ISBN 978-3-465-00012-9, S. 45., kehrte jedoch später nach Dacia Porolissensis zurück und schlug ihr Hauptlager in Potaissa (dem heutigen Turda) auf.Ioan Piso: An der Nordgrenze des Römischen Reiches (= Heidelberger Althistorische Beiträge und Epigraphische Studien. Band 41). Franz Steiner, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-515-08729-2, S. 119. Die Nordgrenze des Kaiserreichs war ständigen Angriffen ausgesetzt; als Kaiser Mark Aurel sie in den Markomannenkriegen gegen die Markomannen, die Sarmaten und die Quaden verteidigen musste, war die V Macedonica an diesen Kämpfen beteiligt.
Lucius Artorius Castus, den manche mit König Artus identifizieren, war um 170 Centurio und später auch Primus Pilus der Legio V Macedonica., . Wahrscheinlich bekämpfte er 172 unter Mark Aurel mit der Legio V Macedonica die sarmatischen Iazygen nördlich der Donau-Mündung.Cassius Dio 72. Um 182–184, zu Beginn der Regierungszeit des Commodus, bekämpften die V Macedonica und die XIII Gemina unter Pescennius Niger und Clodius Albinus erneut die Sarmaten. 185 oder 187 n. Chr. wurde die Legion nach dem Sieg über ein Söldnerheer in Dacia mit dem Titel Pia Constansc bzw. Pia Fidelis (treu und loyal) ausgezeichnet.
Zweites Vierkaiserjahr und Severer Die Fünfte unterstützte Septimius Severus (193–211) in seinem Kampf um den kaiserlichen Purpur. Von Severus Alexander (222–235) erhielt die Legion die Beinamen Severiana und Severiana Alexandriana.ILD 00772
Soldatenkaiser mini|Æ des Philippus Arabs, geprägt 247/248.IMP(erator) M(arcus) IVL(ius) PHILIPPVS AVG(ustus); PROVINCIA DACIA.Die personifizierte Dacia hält die Standarten der Legio V Macedonica und der Legio XIII Gemina. Die Wappentiere der Legionen, Adler und Löwe stehen neben ihr. mini|Antoninian des Gallienus, geprägt 261GALLIENVS AVG(ustus); LEG(io) V MAC(edonica) VI P(ia) VI F(idelis)Die Siegesgöttin Victoria hält einen Kranz über das Legionssymbol, einen Adler In den Jahren 243 bis 244 nahm die Legio V Macedonica Gordiana, CCID 00131 unter Gordian III. (238–244) an dessen Sassanidenkrieg teil.Christian Körner: Philippus Arabs, de Gruyter, 2002, ISBN 978-3-11-017205-8, S. 91. In der Schlacht von Resaina siegten die Römer 243, doch erlitten sie Anfang 244 bei Mesiche eine schwere Niederlage.
In den Jahren 247/248 wurde die Legion V Philippianae Macedonica Pia Fidelis,17 unter der Führung des Philippus Arabs und des Senators und späteren Kaisers Decius in Dacia (Rumänien) gegen die germanischen Karpen eingesetzt. Sie errichtete dort zum Beispiel die Stadtmauer von Romula (Dobrosloveni).Christian Körner: Philippus Arabs, de Gruyter, 2002, ISBN 978-3-11-017205-8, S. 140. Als Decius (249–251) 249 von den Donautruppen, darunter auch die Legio V Macedonica zum Kaiser ausgerufen wurde, verlegte Philippus Arabs die Legio XIII Gemina nach Aquileia um Oberitalien zu schützen.Christian Körner: Philippus Arabs, de Gruyter, 2002, ISBN 978-3-11-017205-8, S. 292.