Der Große Preis von Monaco () ist ein jährlich ausgetragenes Autorennen auf dem Stadtkurs Circuit de Monaco. Es führt durch die Stadtbezirke Monte-Carlo und La Condamine in Monaco. Der Große Preis von Monaco gilt zusammen mit den 500 Meilen von Indianapolis und den 24 Stunden von Le Mans als eine der drei Kronen (Grand Slam) des Automobil-Rennsports.
Da in den engen Straßen von Monaco nur eine relativ geringe Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 150 km/h gefahren werden kann, ist die Renndistanz mit 260,520 km (78 Runden zu je 3,340 km) ungewöhnlich kurz bemessen. Nur so ist gewährleistet, dass die maximale Renndauer von zwei Stunden zumindest bei trockener Witterung eingehalten werden kann.
Im Gegensatz zu anderen Großen Preisen fand früher in Monaco das erste freie Training bereits am Donnerstag statt. Der sonst übliche Freitag war dagegen trainingsfrei. Mit der Saison 2022 ändert sich diese Praxis und das erste freie Training findet freitags statt.
Geschichte mini|Rudolf Caracciola beim ersten Großen Preis von Monaco. Die erstmalige Idee, ein Autorennen in Monaco zu veranstalten, hatte Mitte der 1920er Jahre der damalige Generalkommissar des Automobilclubs von Monaco, Antony Noghès. Trotz anfänglichen Widerstands seitens der Association Internationale des Automobile Clubs Reconnus (AIACR) wurde das Rennen für das Jahr 1929 geplant. Das Fürstentum sollte damals dem Automobilsport neuen Glanz verleihen und zu mehr Bekanntheit verhelfen. Als Strecke wurde ein Stadtkurs am Hafen ausgelegt, wobei unter anderem der Rennfahrer Louis Chiron an der Entwicklung beteiligt war.
Das erste Rennen fand letztendlich am 14. April 1929 statt und wurde von William Grover-Williams auf einem Bugatti Type 35 gewonnen. Insgesamt 16 der 20 angemeldeten Fahrer traten im 100 Runden langen Rennen an, wobei, im Gegensatz zu den modernen Rennen, auf ein Qualifying verzichtet wurde und die Startreihe per Los entschieden wurde.
Grand-Prix-Europameisterschaft 1935–1937 Eine Grand-Prix-Europameisterschaft wurde 1931 und 1932 ausgetragen, mit nur drei Grands Prix in großen Ländern, noch ohne Berücksichtigung des kleinen Fürstentums. Bei der Wiederaufnahme der EM ab 1935 war Monaco jedoch Teil des Kalenders mit sieben Meisterschaftsläufen, ebenso wie unter den vier bzw. fünf Läufen der Folgejahre. Allerdings war der Großer Preis von Monaco 1937, der vom traditionellen April-Termin in den August des Jahres verlegt worden war, für über ein Jahrzehnt der letzte Große Preis in Monaco, aus wirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Gründen, vorwiegend in Frankreich. Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1936 etwa musste wegen Unruhen und Streiks verschoben und abgesagt werden. In dieser Zeit dominierten die deutschen Silberpfeile den aufwendigen Grand-Prix-Zirkus, und französische GP-Rennwagen konnten im Gegensatz zu den italienischen kaum Achtungserfolge erzielen. Das hatte Auswirkungen auf den Zuschauerzuspruch. Daher wurde, während der französische Staat die Entwicklung von GP-Rennwagen mit einer Million Franc förderte (u. a. Écurie Bleue), auf kostengünstigere Sportwagenrennen ausgewichen, und der Großer Preis von Frankreich 1937 wie schon 1936 nur für Sportwagen ausgetragen.
Magere Jahre 1938–1954 Da für einen Großen Preis hohe Antrittsgelder500 Pfund https://de.motorsport.com/f1/news/schon-vor-2020-als-der-monaco-grand-prix-in-den-geschichtsbuechern-fehlte-20032013/4771397/ für die Teilnehmer mit ihren kostenintensiven GP-Rennwagen gezahlt werden mussten, ebenso wie standesgemäße Erfolgsprämien, wurde 1938 und 1939 kein Grand Prix von Monaco ausgeschrieben, und die wenigen Nachkriegsrennen waren Verlustgeschäfte. Erst ab 1955 war das Fürstentum wieder fester und profitabler Bestandteil des GP-Kalenders.
Nach den Kriegswirren wurde der Großer Preis von Monaco 1948 wieder aufgenommen, obwohl Fürst Louis II. (Monaco) sein Fürstentum vernachlässigte und in Frankreich lebte. 1949 starb er im Frühjahr, es kam nicht zu einem Rennen. 1950 wurde die Fahrer-Weltmeisterschaft eingeführt, Formel 1 genannt, und in Monaco fand der zweite Saisonlauf statt. Im Großer Preis von Monaco 1950 kam es in der ersten Rennrunde nach dem Tunnel zu einer Massenkarambolage, weil eine überschwappende Welle im Hafen die Fahrbahn direkt nach der Tabac-Kurvehttps://www.motorsport-magazin.com/formel1/news-263023-formel-1-heute-vor-71-jahren-welle-schockt-halbes-monaco-feld-f1-1950-juan-manuel-fangio/ rutschig gemacht hatte. Viele Wagen schieden aus, Fangio dominierte die verbliebenen Teilnehmer in einer langweiligen Prozession. Im Jahr 1951 wieder kein Lauf, denn es war absehbar, dass Alfa die Alfa Romeo Tipo 158/159 zurückziehen würde. Die Formel1-Regeln für 1,5-Liter-Kompressor-Motoren oder 4,5-Liter-Sauger stammten noch aus der Vorkriegszeit, abgesehen von Ferrari traten nur wenige Fabrikate mit solchen Motoren weit abseits der Serienproduktion an. Daher fuhr die Formel 1 ihre Fahrer-WM in den Jahren 1952 und 1953 nur nach Formel-2-Regeln mit zwei Liter Hubraum aus. Der Wechsel ging nicht reibungsfrei, zumal man für eine Veranstaltung früh planen muss, und bei Regeländerungen wenige Teilnehmer zu erwarten sind. Der Großer Preis von Monaco 1952 wurde daher mit kostengünstigeren Sportwagen ausgetragen, die erneut eine Massenkarambolage verursachten. Auch 1953 kein GP, und mit neuen Regelwerk für 2,5-Liter-Motoren und wenigen Teilnehmern im Frühjahr 1954 auch nicht.
Höhepunkt der WM-Saison ab 1955 Vom Jahr 1955 an war Monaco der gesellschaftliche Höhepunkt der WM-Saison, zumal mit Grace Kelly Hollywood und Glamour Einzug gehalten hatte. Das ging bis zum Großer Preis von Monaco 2019, denn das Rennen 2020 wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt, 2024 fand der Große Preis von Monaco vom 23. Mai bis 26. Mai statt. Ob das Rennen nach 2025 noch stattfinden wird, war vorerst noch unklar. Schließlich wurde der Vertrag aber um weitere sechs Jahre verlängert.
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