mini|Ernst J. Martin Ernst J. Martin (* 20. September 1900 in Kassel; † 31. März 1967 in Kaldenkirchen) war ein deutscher Dendrologe, Autor, Naturschützer und Zahnarzt.

Leben Ernst Josef Martin war der Sohn eines Rechtsanwalts aus Kassel; er studierte Zahnmedizin in Würzburg und Freiburg; danach wanderte er in die USA aus, wo er zunächst in Kalifornien und später mehrere Jahre lang auf den Aleuten (Inselkette in Alaska) tätig war. Er führte in staatlichem Auftrag zahnärztliche Untersuchungen bei den Einheimischen im Süden von Neumexiko und bei den Eskimos auf den zu Alaska gehörenden Inseln durch.Herbert Hubatsch: Ernst Martin. In: Der Niederrhein. Krefeld. Heft 3, 1967 Nach Deutschland zurückgekehrt, heiratete er 1935 die Zahnärztin Illa (Sybilla) Kesselburg, mit der er eine gemeinsame Praxis in Kaldenkirchen eröffnete.

Er war wie seine Frau botanisch sehr interessiert; beide begannen nach dem Zweiten Weltkrieg, intensiv ihren dendrologischen Neigungen nachzugehen. 1947 brannte der Kaldenkirchener Grenzwald völlig abErnst J. Martin: Der große Waldbrand. In: Heimatbuch des Kreises Kempen-Krefeld. Kempen 1958; übrig blieb reiner Sandboden, der die Äcker mit Sandflug bedrohte. Ernst J. Martin regte die am 14. November 1949 erfolgte Gründung der Waldwirtschaftsgemeinschaft Kaldenkirchen (WWG)Ernst J. Martin: Waldwirtschaftsgemeinschaft Kaldenkirchen. In: Der Waldbauer. Nr. 18. 1957 an, in der sich fast alle Bauern mit ihren etwa 5000 kleinen Waldparzellen zusammenschlossenHeinz-Willi Schmitz: Drei Jahrzehnte Wiederaufforstung des Grenzwaldes Kaldenkirchen. In: Heimatbuch des Kreises Viersen. Viersen 1981 und half bei der Organisation einer beispielhafte Wiederaufforstung unter nachkriegsbedingt schwierigen Bedingungen mit.

mini|Eingangsbereich der Sequoiafarm Kaldenkirchen 1951 gründete das Ehepaar Martin die Sequoiafarm Kaldenkirchen. Es ließ sich aus den USA Samen vom Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) schicken. Bereits 1953 wurden mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft 1500 zweijährige Exemplare des Riesenmammutbaums neben Küstenmammutbäumen (Sequoia sempervirens) und anderen Arten gepflegt. Ein Forschungsziel war, die Möglichkeiten für die Einführung dieser Bäume in die deutsche Forstwirtschaft zu prüfen. Heute ist die Sequoia-Farm ein bekanntes Arboretum mit über 600 Gehölzarten. 1962 folgte er einer Einladung der amerikanischen Regierung in die ursprünglichen Sequoia-Wälder der Sierra Nevada.Herbert Hubatsch: Ernst Martin. In: Der Niederrhein. Krefeld. Heft 3, 1967

Das Ehepaar hatte zwei Söhne und eine Tochter, den Autor und Liedermacher Erik Martin, den Landschaftsarchitekten Reiner Martin und die Juristin und Sachverständige Helge Breloer.

Ernst J. Martin war Mitglied der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und Ratsmitglied der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. Er starb 1967. 1983 wurde in Nettetal nach ihm und seiner Frau der „Dr. Martin Weg“ benannt.Rheinische Post vom 30. April 1983

Schriften

Robert W. Service. Ein in Deutschland zu Unrecht unbekannter kanadischer Dichter und Schriftsteller sowie Übersetzungen seiner Balladen. Postum in: Muschelhaufen/gwf Nr. 15, Viersen 1969.

Auszeichnungen 1955: Ehrennadel der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald 1958: Große silberne Plakette der Landwirtschaftskammer Rheinland

Literatur Arthur Lange: Wissenschaft als Steckenpferd. Laienforscher – ihre Leistungen und ihre Wissenschaft. Holsten. Hamburg 1967 Herbert Hubatsch: Von der Sequoiafarm zur Biologischen Station. In: Heimatbuch des Kreises Kempen-Krefeld. Kempen 1973 Hans Huth: Sequoias in Germany. In: Journal of Forest History, Band 3, Juli 1976. Durham (USA).

Weblinks

Ernst J. Martin. In: „Projekt Mammutbaum“ Sequoiafarm Kaldenkirchen Sequioafarm Kaldenkirchen im „Projekt Mammutbaum“

Einzelnachweise

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