Der alex ist eine Zuggattung des Schienenpersonennahverkehrs in Bayern. Er wird von der Länderbahn im Konzern der Regentalbahn betrieben und im Fahrplan mit ALX abgekürzt. Bis 2010 lautete die offizielle Bezeichnung nach dem ehemaligen Betreiber Arriva-Länderbahn-Express. Bedient wird derzeit eine einzige Route von München über Regensburg und Schwandorf nach Prag (alex Nord). Sie wird in Bayern als Regional-Express-Linie RE 25 bezeichnet, in Tschechien verkehren die Züge hingegen als Eurocity (EC).
Der alex verkehrte in der Vergangenheit auch auf den Linien Nürnberg–Prag (2012 eingestellt) und München–Lindau/Oberstdorf (alex Süd, nach Ausschreibung ab Dezember 2020 an DB Regio verloren) sowie den im Flügelkonzept mit dem RE 25 bedienten Abschnitt Schwandorf–Hof (RE 2), der nach Ausschreibung im Dezember 2023 ebenfalls an DB Regio überging.
Fahrzeugmaterial Die Länderbahn bespannt die Züge zwischen München und Regensburg mit EuroSprinter-Lokomotiven vom Typ ES64U2 von Beacon Rail, auf den nicht elektrifizierten Abschnitten Regensburg–Schwandorf–Hof beziehungsweise Regensburg–Schwandorf–Pilsen mit EuroRunner-Maschinen (223 061–072 (mit Lücken) und 081), die früher auch auf den Strecken im Allgäu zum Einsatz kamen. Der Hauptbestand an Diesellokomotiven ist von Alpha Trains angemietet, die im Eigenbesitz befindliche 223 081 wurde 2019 aus dem Bestand des Prüfcenters Wegberg-Wildenrath übernommen.
Als Wagenmaterial kommen, neben den 23 vom Allgäu-Express übernommenen Wagen, 50 zwischen 2007 und 2009 direkt von der Deutschen Bahn angekaufte Abteilwagen zum Einsatz, darunter UIC-X und Avmz 111 ex DB sowie UIC-Z ex DR. Nicht mehr im Einsatz sind, ebenfalls von der Deutschen Bahn stammenden, n-Wagen. Die vom Allgäu-Express übernommenen Wagen wurden 2003 beim Partner für Fahrzeugausrüstung (PFA) in Weiden modernisiert und bei Betriebsaufnahme 2007 lediglich umlackiert. Einige der Abteilwagen der zweiten Klasse wurden nachträglich mit vergrößerten Fahrradbereichen ausgestattet. Die übrigen Wagen wurden 2007 im DB-Ausbesserungswerk Neumünster und bei VIS Halberstadt grundlegend modernisiert und teilweise nachträglich klimatisiert, im Sommer 2009 folgten nochmal sieben weitere Wagen mit Fahrradbereich (Bauart ABvmdz). Zwischen Dezember 2009 und Dezember 2023 wurden außerdem sieben neu beschaffte Bombardier-Doppelstockwagen mit Niederflureinstieg eingesetzt. Sie wurden danach an die Dänische Staatsbahn DSB abgegeben, da sie auf dem verbliebenen Linienast nach Prag nicht zugelassen sind.lok-report.de - Dänemark: DSB kauft ehemalige Alex-Doppelstockwagen von der Deutschen Leasing AG 11. Dezember 2023
mini|Eurofima-Abteilwagen in München, 2023 Ab Juli 2017 wurden schrittweise 29 gebrauchte, aber modernisierte Eurofima-Abteilwagen der Muttergesellschaft Ferrovie dello Stato Italiane übernommen. Auch die Bestandswagen wurden modernisiert und teils mit neuen Sitzbezügen sowie Informationsbildschirmen ausgestattet. mini|Ehemaliger „alex-treff“-Wagen Bis zum Fahrplanwechsel 2017 befand sich etwa in der Mitte jedes Zuges der sogenannte alex-treff-Wagen, die damals ersatzlos ausgemustert wurden. In diesem Wagen konnten Fahrkarten auch noch zu Beginn der Fahrt ohne Aufpreis gekauft werden, des Weiteren wurden Snacks und Getränke angeboten. Fahrkarten können jedoch weiterhin im Dienstabteil erworben werden. Auch Snacks und Getränke gibt es weiterhin per mobilen Catering-Service.
Das Farbschema der Fahrzeuge ist weiß mit grünblauem Fensterband beziehungsweise grünblauen Seitenflächen an den Lokomotiven, sowie einem orangegelben Kontraststreifen. Eine Ausnahme bilden die Wagen, die 2017 aus Italien übernommen wurden, die statt den grünblauen graue Streifen aufweisen sowie die zwei ehemaligen Halbspeisewagen der Gattung BRmz. Diese Wagen waren in TEE-Farben lackiert und befanden sich im Innenraum ebenfalls in den Originalfarben. Diese zwei Wagen sind im Eigentum einer Privatperson und waren bis zu ihrer Ausmusterung von der Länderbahn gemietet.
Fuhrpark Die Länderbahn verfügt für den Einsatz im alex über folgenden Wagenpark, der großteils mit WLAN und Fahrgastinformationsbildschirmen ausgestattet und, bis auf die Bauart Bm für 200 km/h zugelassen ist:laenderbahn.com - alex und Fahrzeugflotte abgerufen am 14. Dezember 2020
29 klimatisierte Abteilwagen 1. und 2. Klasse (TI-Wagen), übernommen von Trenitalia 17 klimatisierte Abteilwagen 1. und 2. Klasse mit behindertengerechter Toilette der Bauart ABvmz, davon 6 Wagen mehrspannungsfähig für den Einsatz nach Tschechien 14 Abteilwagen 2. Klasse der Bauart Bm, zugelassen für 160 km/h 7 Abteilwagen 2. Klasse der Bauart Bomz 5 klimatisierte Abteilwagen 1. Klasse der Bauart Avmz
Die Züge zwischen München und Prag bestehen zudem üblicherweise teilweise aus Großraum- und seit Ende 2023 auch aus Abteilwagen der Tschechischen Bahnen ČD.
Einsatzgebiete Ausschreibungsgeschichte Als Teilstrecke der bis 2002 verkehrenden Interregio-Linie 25 wurde von 9. Dezember 2007 bis 9. Dezember 2023 die Strecke Hof–München von der Länderbahn bedient, die als Sieger der Ausschreibung durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hervorgegangen war. Die Züge verkehrten im Zweistundentakt von München über Regensburg und Schwandorf nach Hof (RE 2) und Prag (RE 25), wobei sie in Schwandorf geflügelt wurden.
Von 2009 bis 2012 fuhren zwei Zugpaare von Nürnberg über Schwandorf nach Prag.
Von 9. Dezember 2007 bis 13. Dezember 2020 bediente der alex zudem die Strecke München–Lindau/Oberstdorf, stellte diese Verbindung zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2020 nach Verlust der Ausschreibung an DB Regio Bayern jedoch ein.
Ende 2021 wurde bekannt, dass die Ausschreibung für die Linie München–Hof von DB Regio gewonnen wurde und diese somit ab Dezember 2023 ebenfalls nicht mehr von der Länderbahn betrieben wird. Die Ausschreibung für die Linie München–Prag gewann die ÖBB-Tochter Allegra. Im Sommer 2022 wurde die Vergabe an Allegra jedoch revidiert und stattdessen im September 2022 der Zuschlag erneut an die Länderbahn erteilt. Dieser Übergangsvertrag läuft von Dezember 2023 bis Dezember 2027.
Seit Dezember 2023 bedient der alex nur noch die Route München–Regensburg–Prag in einem Zweistundentakt, zur jeweils anderen Stunde verkehrt DB Regio von München über Regensburg nach Hof. Ein einzelnes alex-Zugpaar in Tagesrandlage verkehrt jedoch weiterhin morgens von Hof nach München und abends zurück nach Hof.
Für den Zeitraum nach 2027 sollten die Linien RE 2 und RE 25 erneut ausgeschrieben werden. Im Oktober 2024 hob die Bayerische Eisenbahngesellschaft das Vergabeverfahren jedoch auf, da aus ihrer Sicht kein akzeptables Angebot eingegangen sei. Die Kosten für beide Linien in Summe lägen über eine Milliarde Euro höher als erwartet.
alex Nord mini|Zug des alex mit vier Wagen, gezogen von einer ČD-Lokomotive Zwischen München und Regensburg halten die Züge nur in München Hbf, Freising, Landshut, Neufahrn (Niederbay) und Regensburg Hbf, zweimal täglich als abendliche Tagesrandverbindung Richtung Regensburg auch in Moosburg und einmal täglich auch an weiteren Regionalbahn-Stationen von Landshut bis Regensburg.
Betriebsgeschichte mini|alex nach Prag vor der Abfahrt in Nürnberg Hauptbahnhof Mit Inkrafttreten des neuen Betreiberkonzeptes wurde auch das Angebot über Regensburg hinaus bis nach Hof verbessert, so dass es wieder annähernd den Stand der Interregio-Bedienung bis 2000 erreicht. Zwischen München und Schwandorf wird dabei mit täglich neun Zugpaaren zwischen 6:44 Uhr und 20:43 Uhr ein Zwei-Stunden-Takt angeboten. Für die 438 Kilometer von München nach Prag benötigte der alex im Jahr 2009 noch 371 Minuten bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 71 km/h und vier Lokwechseln, 2010 nunmehr 353 Minuten, 74 km/h, drei Lokwechsel. Davon entfallen auf den bayerischen Abschnitt München – Furth im Wald 249 Kilometer in 175 Minuten (85 km/h) mit zwei Lokwechseln, auf den anschließenden tschechischen Abschnitt 189 Kilometer in 186 Minuten (61 km/h) mit einem Lokwechsel.
Die Züge fuhren von Dezember 2007 bis Dezember 2009 ab München um 6:44, 10:44, 14:44, 16:44 (nicht samstags) und 18:43 Uhr bis Hof, um 8:44 Uhr (als Albert Einstein) und 16:43 Uhr (als Franz Kafka) Uhr umsteigefrei über Furth im Wald nach Prag, um 12:44 (mit Anschluss nach Prag) und 20:43 Uhr nach Schwandorf sowie um 22:44 (nicht samstags) und 23:55 Uhr nach Regensburg. Der Zug um 16:44 Uhr ab München wurde in Schwandorf geteilt, ein Zugteil weiter nach Hof geführt, der andere nach Prag. In der Gegenrichtung kamen die Züge, welche München um 9:15, 11:15, 13:15, 17:15 und 21:15 Uhr erreichten, aus Hof, um 15:15 Uhr (Franz Kafka) und 23:24 Uhr (Albert Einstein) aus Prag, um 7:16 (nur montags bis samstags), 9:16 (nur sonntags) sowie um 19:19 Uhr (mit Anschluss von Prag) aus Schwandorf sowie von Montag bis Samstag um 6:15 beziehungsweise an Sonntagen um 7:16 Uhr aus Regensburg.
Seit Dezember 2009 verkehren die beiden Prager Zugpaare um bis zu 18 Minuten beschleunigt als eine vom Freistaat Bayern zusätzlich bestellte Leistung (München ab 9:01 und 17:02 Uhr, an 15:02 und 23:06 Uhr) mit Zwischenhalt von München bis Regensburg teilweise nunmehr in Landshut, sowie Einsatz der Baureihe 223 ohne Lokwechsel in Furth im Wald auch in Tschechien bis Pilsen. Auf dem elektrisch betriebenen Streckenteil zwischen München und Landshut wird durch Instandsetzungen des Unterbaues und Gleiserneuerungen die Höchstgeschwindigkeit auf weiteren Abschnitten von 140 km/h auf 160 km/h erhöht werden.
Zusätzlich verkehrt ein bislang von der DB erbrachter Regionalexpress (München Hauptbahnhof an 8:19 Uhr, Halt Montag bis Freitag nur in Neufahrn (Ndb) und Landshut) als tägliche Gegenleistung des Prager Frühzuges zur Überführung von Lokomotive und Wagen nach München als alex und ab Regensburg um 18:34 Uhr ein zusätzlicher alex mit Zwischenhalt nur in Landshut und Freising, so dass dann 13 alex-Zugpaare (2009: zehn) die Strecke Regensburg–München befahren. Nördlich von Regensburg bleibt es bei den fünf Zugpaaren nach Hof und den beiden nach Prag.
Seit 13. Dezember 2009 verkehrten auch die beiden Zugpaare Nürnberg–Prag als alex, von Nürnberg bis Pilsen ohne Lokwechsel und 15 Minuten schneller. Zusätzlich verkehrte noch je eine Tagesrandverbindung zwischen Schwandorf und Nürnberg vormittags hin und am Abend wieder zurück, um die Lokomotive und Wagen aus dem Betriebswerk Schwandorf nach Nürnberg zu überführen. Dafür wurde die bisherige Regental Cargo 223 072 an die anderen Maschinen angepasst (alex- und Arriva-Schriftzüge) und in den Bestand der Länderbahn aufgenommen. Die 223 072 ist von den anderen Lokomotiven nur noch anhand der Nummer und der fehlenden Zugzielanzeiger zu unterscheiden.
Seit 14. Juni 2009 wurden im Vorlauf für das Betriebsprogramm 2010 die alex-Züge 355 und 357 sowie in der Gegenrichtung die DB-Regionalexpresszüge 350 und 352 zwischen Furth im Wald und Pilsen bereits mit einer Arriva-Lokomotive der Baureihe 223 bespannt, wobei für die DB-Züge in Furth im Wald ein Lokwechsel von der Baureihe 218 auf die Baureihe 223 durchgeführt werden musste. Die Lokomotiven der Baureihe 223 haben für die ČD (České dráhy) vorläufig nur eine Zulassung auf nur 100 km/h, da sie nicht über die tschechische Zugbeeinflussung verfügen.