Maria Elisabeth Rooth (* 2. November 1979 in Ängelholm) ist eine ehemalige schwedische Eishockeyspielerin und -trainerin. Sie zählt zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Akteurinnen des internationalen Fraueneishockeys, vor allem in den späten 1990er und 2000er Jahren, und prägte über mehr als ein Jahrzehnt die Entwicklung der schwedischen Frauen-Nationalmannschaft (Damkronorna). Darüber hinaus gewann sie zahlreiche nationale Titel und Auszeichnungen in Schweden und den Vereinigten Staaten.
Karriere Anfänge in Schweden und College-Eishockey Rooth begann im Alter von fünf Jahren mit dem Eishockeysport in den männlichen Nachwuchsmannschaften des Rögle BK. Später spielte sie im Mädchen- und Juniorinnenbereich für den Veddige HK und den Jonstorp IF, wobei sie mit Veddige zwei Bronzemedaillen bei schwedischen Mädchenmeisterschaften gewann.
Nach ihrem Schulabschluss an der Rönneskolan in Ängelholm wechselte Rooth zur Saison 1998/99 in die USA, wo sie ein Jahr lang für den Assabet Valley Girls Hockey Club in der Nähe von Boston aktiv war. Während ihres Aufenthalts wurde sie von mehreren Colleges kontaktiert, die ihr ein Stipendium anboten. Rooth absolvierte daraufhin Besuche an fünf Universitäten (University of Maine, University of New Hampshire, Ohio State University, University of Wisconsin–Madison sowie University of Minnesota Duluth). Letztlich entschied sie sich für die University of Minnesota Duluth, an der sie einen Bachelor-Abschluss in Kommunikationswissenschaften erwarb. Parallel zum Studium spielte sie für die Minnesota Duluth Bulldogs in der Western Collegiate Hockey Association (WCHA), einer der stärksten Frauen-Divisionen im US-Collegebereich der NCAA. Während ihrer vierjährigen Collegezeit erzielte sie 119 Tore und 113 Vorlagen für insgesamt 232 Scorerpunkte in 124 Spielen. Damit zählt sie zu den punktbesten Spielerinnen in der Geschichte der Bulldogs. Mit den Bulldogs gewann sie in drei aufeinanderfolgende Jahren die NCAA-Meisterschaft (2001, 2002, 2003) und erhielt zahlreiche persönliche Auszeichnungen, unter anderem mehrere Berufungen in All-Star-Teams, WCHA Rookie of the Year (2000), MVP des Frozen Four 2001 sowie dreimal unter den Top-10-Nominierungen für den Patty Kazmaier Memorial Award.
Als besondere Ehrung wurde Rooths Rückennummer #27 im Jahr 2005 von der UMD als erste Nummer im US-amerikanischen College-Eishockey der Frauen gesperrt.
Rückkehr nach Schweden und Klubkarriere Nach ihrem Studium kehrte Rooth nach Schweden zurück und spielte zunächst für die Limhamn Limeburners und gewann mit dem Team 2004 die schwedische Vizemeisterschaft.
Danach schloss sie sich Mälarhöjden/Bredäng Hockey in Stockholm an und gewann 2005 und 2006 die schwedische Meisterschaft mit ihrem neuemn Team. Ab 2006 spielte sie für den AIK Solna in der damals neu strukturierten Riksserien (heute: SDHL). Mit dem AIK gewann sie zwei weitere schwedische Meistertitel sowie zweimal den Europapokalwettbewerb IIHF European Women Champions Cup.
Rooth war in dieser Phase eine der dominierenden Offensivspielerinnen der Liga.
International Rooth debütierte 1996 in der schwedischen Frauen-Nationalmannschaft und gewann bei der Europameisterschaft 1996 mit der Damkronora die Goldmedaille. In den folgenden 12 Jahren nahm sie an neun Frauen-Weltmeisterschaften teil, bei denen sie 2005 und 2007 jeweils die Bronzemedaille gewann. Zudem vertrat sie Schweden bei vier Olympischen Winterspielen: Bei den Olympischen Winterspielen 1998 wurde erstmals ein Fraueneishockeyturnier ausgetragen, bei dem sie mit dem schwedischen Team den fünften Platz belegte. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City gewann sie mit der Nationalauswahl die Bronzemedaille und trug zu diesem Erfolg 1 Tor und 3 Assists bei.
Ihren internationalen Durchbruch erreichte sie bei den Winterspielen 2006 in Turin. Im Halbfinale gegen die USA erzielte sie zwei Treffer und verwandelte im Penaltyschießen den entscheidenden Versuch. Schweden gewann dabei erstmals in der Geschichte des Fraueneishockeys ein K.-o.-Spiel gegen die USA oder Kanada. Letztlich gewann die Damkronora die Silbermedaille und Rooth war am Ende der Spiele mit insgesamt neun Scorerpunkten die punktbeste Europäerin und nicht-kanadische Spielerin. Folgerichtig wurde sie in das All-Star-Team des Turniers gewählt. Bei ihren letzten Spielen, den Winterspielen 2010 in Vancouver, erzielte sie ein weiteres Tor und erreichte den vierten Platz.
Insgesamt erzielte sie 105 Tore in 265 Länderspielen für die Damkronora und stellte damit einen neuen schwedischen Rekord auf.
Nach der Karriere mini|Maria Rooth (Bildmitte) und Peter Forsberg (re.) bei einer Galaveranstaltung (2022) Nach ihrem Karriereende im März 2010 kehrte Rooth für die Saison 2010/11 als Assistenztrainerin zu den Minnesota Duluth Bulldogs zurück und arbeitete dort unter Cheftrainerin Shannon Miller. Anschließend wurde sie als Expertin und Kommentatorin für den öffentlich-rechtlichen Sender SVT tätig.
Zudem gründete sie die Maria Rooth Hockey School – eine der bedeutendsten Mädcheneishockeyschulen Skandinaviens – und leitet darüber hinaus verschiedene Trainingslager für junge Spielerinnen. Als Unternehmerin ist sie Geschäftsführerin von JUSTICE Hockey AB, die individuell angepasste Eishockeyschläger herstellt.
2015 wurde Rooth mit der Aufnahme in die IIHF Hall of Fame und die schwedische Eishockey-Ruhmeshalle geehrt.
Erfolge und Auszeichnungen
NCAA
International
Karrierestatistik
Klub- und College-Wettbewerbe Saison Team Liga Sp T V Pkt SM+/− 1995/96 Veddige HK SM-Slutspel 1996/97 Veddige HK SM-Slutspel 1997/98 Veddige HK SM-Slutspel 1999/00 University of Minnesota WCHA 32 37 31 68 26 2000/01 University of Minnesota WCHA 32 41 31 72 16 2001/02 University of Minnesota WCHA 30 22 16 38 24 2002/03 University of Minnesota WCHA 30 19 35 54 22 2003/04 Limhamn Limeburners SM-Slutspel 5 11 3 14 4 +10 2004/05 Mälarhöjden/Bredäng SM-Slutspel 5 8 8 16 4 +13 2005/06 Mälarhöjden/Bredäng SM-Slutspel 5 8 5 13 0 +10 2006/07 AIK SM-Slutspel 3 3 2 5 4 +6
Reguläre Saison Playoffs Saison Team Liga Sp T V Pkt SM+/− Sp T V Pkt SM+/− 2007/08 AIK Riksserien 14 16 15 31 4 +25 4 4 3 7 2 +7 2008/09 AIK Riksserien 20 18 22 40 8 +33 2 2 1 3 0 +3 2009/10 AIK Riksserien 20 11 15 26 8 +16 3 2 0 2 0 +0
International Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM +/− Resultat 1996 Schweden EM 1 0 0 0 0 20px Goldmedaille 1997 Schweden WM 5 2 3 5 6 4. Platz 1998 Schweden Olympia 5 2 1 3 0 ±0 5. Platz 1999 Schweden WM 5 0 3 3 0 −1 4. Platz 2000 Schweden WM 5 3 0 3 6 −2 4. Platz 2001 Schweden WM 5 1 2 3 6 ±0 7. Platz 2002 Schweden Olympia 5 1 3 4 10 −3 20px Bronzemedaille 2004 Schweden WM 5 3 2 5 6 −1 4. Platz 2005 Schweden WM 5 5 0 5 8 −2 20px Bronzemedaille 2006 Schweden Olympia 5 5 4 9 2 +2 20px Silbermedaille 2007 Schweden WM 5 4 2 6 4 +5 20px Bronzemedaille 2008 Schweden WM 4 1 2 3 2 +1 5. Platz 2009 Schweden WM 5 2 0 2 6 −1 4. Platz 2010 Schweden Olympia 5 1 1 2 0 −4 4. Platz
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Einzelnachweise
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