Fernando Alonso Díaz (* 29. Juli 1981 in Oviedo, Asturien) ist ein spanischer Automobilrennfahrer. Er ist der erste spanische Grand-Prix-Sieger und Weltmeister der Formel 1. Er ist dreimaliger Automobilweltmeister, gewann den Titel in der Formel-1-Weltmeisterschaft 2005 und 2006 und wurde 2019 in der Langstreckenweltmeisterschaft (WEC) Weltmeister.
Alonso startete ab 2001 in der Formel 1 und gewann dort 2005 und 2006 mit Renault die Weltmeisterschaft. Nach seinem ersten Titel war er der bis dahin jüngste Formel-1-Weltmeister der Geschichte und unterbot den früheren Rekord von Emerson Fittipaldi aus dem Jahr 1972. Von 2010 bis 2014 startete Alonso für den italienischen Traditionsrennstall Scuderia Ferrari, mit der er 2010, 2012 und 2013 Vizeweltmeister wurde. 2007 und von 2015 bis 2018 ging er für McLaren an den Start. 2021 kehrte er mit Alpine in die Formel 1 zurück. Nach zwei Saisons mit Alpine wechselte er 2023 zu Aston Martin. Seit 2022 hält er den Rekord der meisten Grand-Prix-Starts und ist der erste Fahrer der über 400 Grand-Prix-Teilnahmen erreichte.
Vor seiner Formel-1-Karriere wurde Alonso unter anderem 1999 Meister der Euro Open by Nissan. 2018 und 2019 gewann er mit Toyota jeweils das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und die 6-Stunden von Spa-Francorchamps, 2019 das 24-Stunden-Rennen von Daytona und die 1000 Meilen von Sebring.
Karriere Kartsport (1984–1998) mini|Alonsos erstes Kart Als Alonso drei Jahre alt war, wollte sein Vater José Luis, ein Hobby-Kart-Pilot, seine Leidenschaft auch seinen Kindern vermitteln. Er baute ein Kart, das ursprünglich für Fernandos achtjährige Schwester Lorena vorgesehen war. Als sie aber kein Interesse daran zeigte, kam ihr Bruder Fernando zum Zuge.„De plebeyo a rey“ (espndeportes.espn.go.com am 26. September 2005, spanisch)
Alonso war bis 1999 im Kartsport aktiv. Er wurde dreimal (1993, 1994 und 1995) spanischer Junioren-Kartmeister. 1996 gewann er den Fünf-Kontinente-Cup der Junioren und er wurde 1998 Vizeeuropameister der Formel A.
Anfänge im Formelsport (1999 und 2000) Euro Open Movistar by Nissan (1999) mini|Alonsos Coloni CN1/98 aus der Euro Open Movistar by Nissan 1999 Im Oktober 1998 absolvierte Alonso seine erste Testfahrt im Monoposto auf dem Circuito de Albacete. Er fuhr einen Coloni-Nissan aus der Euro Open by Nissan von Adrián Campos Motorsport, dem Rennstall des ehemaligen Formel-1-Piloten Adrián Campos. Alonso unterbot dabei bereits am dritten Testtag die Qualifyingzeit von Marc Gené, der in dieser Saison mit Campos den Meistertitel gewonnen hatte.“Fernando Alonso” (f1fanatic.co.uk; abgerufen am 18. November 2011)
1999 bildete der 18-jährige Alonso zusammen mit Antonio García das Fahrerduo von Adrián Campos Motorsport. Alonso entschied bereits das zweite Rennen für sich und erzielte insgesamt sechs Siege, neun Pole-Positions und acht schnellste Rennrunden. Mit 164 zu 163 Punkten gewann er den Meistertitel vor Manuel Gião. Sein Teamkollege García erzielte 109 Punkte und einen Sieg. Am Ende des ersten Jahres im Formelsport absolvierte Alonso bei Minardi seinen ersten Formel-1-Test. Dabei war er 1,5 Sekunden schneller als die anderen Minardi-Testpiloten.
Formel 3000 (2000) mini|Alonsos Lola T99/50 aus dem Jahr 2000
2000 wechselte Alonso in die internationale Formel-3000-Meisterschaft ins belgische Team Astromega. Er war in dieser Saison der jüngste Fahrer dieser Rennserie. Nach sechs punktelosen Rennen folgte auf dem A1-Ring als Sechster sein erster Punkt. Beim zweitletzten Saisonrennen auf dem Hungaroring gelang ihm mit einem zweiten Platz seine erste Podest-Platzierung und beim Saisonfinale auf dem als „Fahrerstrecke“ bekannten Circuit de Spa-Francorchamps nach Pole-Position und schnellster Rennrunde sein erster Formel-3000-Sieg. Am Ende der Saison lag er hinter Bruno Junqueira, Nicolas Minassian und Mark Webber auf dem vierten Platz der Meisterschaft. Alonso hatte mehr als doppelt so viele Punkte wie seine Teamkollegen Fabrice Walfisch und Marc Goossens erzielt, die sich das zweite Cockpit teilten.
Neben seinem Engagement in der Formel 3000 war Alonso in diesem Jahr auch als Testfahrer für das Formel-1-Team Minardi aktiv.Mazzacane and Alonso join Gene at Minardi, grandprix.com vom 21. Februar 2000; Zugriff am 20. April 2019 Ende 2000 erhielt Alonso einen Managementvertrag bei Flavio Briatore, dem damaligen Formel-1-Teamchef von Benetton.
Formel 1 Minardi (2001) mini|Alonso im Minardi PS01
2001 debütierte Alonso in der Formel 1. Unter Mithilfe seines Managers BriatorePaul Stoddart: Fernando Alonso war der "quiet Achiever", formel1.de vom 4. März 2016; Zugriff am 20. April 2019 wurde er beim italienischen Rennstall Minardi, den vor der Saison Paul Stoddart übernommen hatte, vom Testfahrer zum Stammfahrer befördert. Er brachte 250.000 Dollar Sponsorengelder von LeasePlan mit.
Die Minardi waren wie in den Jahren zuvor im hinteren Teil des Feldes vorzufinden. Da das Team erst wenige Wochen vor dem Saisonstart vor dem Konkurs gerettet worden war, war der Minardi PS01 ein improvisiertes und erst kurz vor dem Start des ersten Grand Prix fertiggestelltes Fahrzeug (laut Paul Stoddart half Alonso notgedrungen selbst mit, das Auto zusammenzubauen). Alonso musste also mit völlig unterlegenem und ungetestetem Material sein Debüt bestreiten.
Alonsos beste Platzierung war der zehnte Platz beim Großen Preis von Deutschland, allerdings waren in diesem Grand Prix so viele Fahrer ausgeschieden, dass er dennoch auf dem letzten Platz ins Ziel kam. Beachtlicher war sein elfter Platz in Japan. Dort ließ er fünf Fahrer hinter sich. Alonso beendete die Saison auf dem 23. Platz in der Weltmeisterschaft. Damit lag er hinter seinem Teamkollegen Tarso Marques, der jedoch von zwei neunten Plätzen bei Rennen mit einigen Ausfällen profitierte. Alonso gelang es aber im Gegensatz zu Marques, der für die letzten drei Rennen durch Alex Yoong ersetzt wurde, sich zu jedem Rennen zu qualifizieren, während Marques bei einem Grand Prix an der Qualifikation scheiterte.
Speziell im Qualifying distanzierte Alonso seine Teamkollegen deutlich. Marques startete nur bei einem Rennen nicht aus der letzten Startreihe, Yoong stets vom letzten Platz. Eine bemerkenswerte Leistung erbrachte Alonso bereits beim Auftaktrennen in Australien, als er in seinem ersten Formel-1-Rennen den kaum abgestimmten Minardi PS01 für den 19. Startplatz qualifizierte und damit noch vor Gastón Mazzacane im Prost und vor Luciano Burti im Jaguar sowie vor seinem Teamkollegen Marques, der 2,6 Sekunden Rückstand auf Alonso hatte, (motorsportarchiv.de; abgerufen am 18. November 2011) ins Rennen ging. Er beendete das Rennen mit zwei Runden Rückstand als Zwölfter und wurde damit vor den beiden Benetton von Giancarlo Fisichella und Jenson Button gewertet.Diese Leistung, vollbracht in einem in sechs Wochen konstruierten und gebauten Auto, brachte Minardi hohen Respekt ein. Die Fachzeitschrift Motorsport aktuell sprach von „Brunner am Mount Everest“ (Heft 11/2001) Im Verlauf der Saison ließ Alonso unter anderem als Achtzehnter im Zeitentraining in San Marino und Österreich beide Benetton-Piloten hinter sich. Beim Großen Preis der USA erzielte er als Siebzehnter seine beste Startposition.
Renault – Phase 1 (2002–2006) mini|Alonso startete von 2003 bis 2006 für Renault Alonso stand von 2002 bis 2006 bei Renault unter Vertrag. Er startete in dieser Zeit zu 70 Formel-1-Rennen, entschied 15 davon für sich und wurde zweimal (2005 und 2006) Fahrerweltmeister.
Erste Pole-Position, erstes Podest, erster Sieg (2002–2004) 2002 wechselte Alonso als Testfahrer zu Renault F1. Das Team war aus dem ehemaligen Benetton-Rennstall hervorgegangen und wurde von Alonsos Manager Flavio Briatore geleitet. Renault belegte in dieser Saison den vierten Platz der Konstrukteursweltmeisterschaft.
2003 erhielt Alonso ein Einsatzcockpit bei Renault und löste Jenson Button ab. Jarno Trulli, der in der vorausgegangenen Saison von Button teamintern geschlagen worden war, wurde Alonsos Teamkollege. Bereits im zweiten Saisonrennen, dem Großen Preis von Malaysia, erreichte Alonso seine erste Pole-Position. Im Rennen kam er auf dem dritten Platz ins Ziel und erzielte als erst zweiter Spanier eine Podest-Platzierung. Nach zwei weiteren Positionen auf dem Podium – dem dritten Platz in Brasilien und dem zweiten Platz bei seinem Heimrennen in Spanien – gewann Alonso als bis dahin jüngster Fahrer in Ungarn seinen ersten Grand Prix. In diesem Rennen war es ihm unter anderem gelungen, den amtierenden Weltmeister Michael Schumacher zu überrunden. Alonso beendete die Saison mit 55 Punkten auf dem sechsten Platz in der Fahrerwertung und lag damit vor Trulli, der mit 33 Punkten Achter wurde. Alonso hatte bei jedem Rennen der Saison, das er beendete, Punkte erzielt.
2004 blieb Alonso, im Gegensatz zu Trulli, der ein Rennen gewann, ohne Sieg. Ein zweiter Platz beim Großen Preis von Frankreich war seine beste Platzierung. Darüber hinaus erzielte er mit drei dritten Plätzen weitere Podestplatzierungen in Australien, Deutschland und Ungarn. Trulli, der nach dem 10. von 18 Rennen keine Punkte mehr erzielte, wurde drei Rennen vor Saisonende durch den ehemaligen Weltmeister Jacques Villeneuve ersetzt. Zum Zeitpunkt der Entlassung lag Trulli in der Weltmeisterschaft mit 46 Punkten einen Punkt knapp vor Alonso. Anders als Villeneuve, der punktelos blieb, beendete Alonso die Saison mit 59 Punkten auf dem vierten Platz.
Erster Weltmeistertitel (2005) mini|links|Fisichella (links) und Alonso (rechts) zusammen mit Renault-Teamchef Flavio Briatore 2006 2005 erhielt Alonso mit Giancarlo Fisichella einen neuen Teamkollegen. Nachdem Fisichella den Saisonauftakt in Australien für sich entschieden hatte und Alonso Dritter geworden war, folgten bei den nächsten drei Grands Prix in Malaysia, Bahrain und San Marino drei Siege von Alonso, der damit die Führung der Weltmeisterschaft übernahm. In San Marino gelang es Alonso zudem mit einem Duell gegen Michael Schumacher, seinen Kontrahenten, der über das schnellere Auto verfügte, im letzten Renndrittel hinter sich zu halten. Alonso beschrieb seine Taktik folgendermaßen: „Ich musste mein Auto und meine Reifen schonen und griff daher ganz tief in die Trickkiste. Meine einzige Chance bestand darin, vor den langsamen Passagen extrem zu verzögern. Ich bremste stärker als normal, um Michael aufzuhalten. Während des Herausbeschleunigens aus den Kurven konnte er deshalb nie weit genug aufschließen, um mich am Ende der Geraden zu überholen.“„Renaults dritter Schlüsselmoment: Rennen in Imola“ (Motorsport-Total.com am 22. November 2005)
Nach dem zweiten Platz in Spanien und dem vierten in Monaco fuhr Alonso beim Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring zu einem weiteren Sieg. Er profitierte dabei von einem Ausfall Kimi Räikkönens. Räikkönen fiel in der letzten Runde in Führung liegend aus. Ursache war ein Aufhängungsbruch, möglicherweise durch einen vibrierenden Reifen nach starkem Verbremser gegen Rennmitte ausgelöst. Räikkönen, der sich in dieser Saison als härtester Gegner für Alonso im Duell um die Weltmeisterschaft erwies, verfügte zwar über das wahrscheinlich schnellste Auto im Feld, jedoch warfen ihn technische Defekte immer wieder zurück.
mini|Alonso im Renault R25 beim Großen Preis von Großbritannien 2005