Der M 121-Motor ist ein Vierzylinder-Reihenmotor von Daimler-Benz. Der Ottomotor kam in hohen Stückzahlen von 1956 bis 1968 in PKW, Kleinbussen und Klein-LKW von Mercedes-Benz zum Einsatz; ein Unimogprototyp der Baureihe 411 wurde 1957 auch mit diesem Motor ausgerüstet.Carl-Heinz Vogler: Unimog 411: Typengeschichte und Technik. GeraMond-Verlag, München. 2014. ISBN 978-3-86245-605-5. S. 42
Das Kürzel „M“ steht für „Motor“ (Motor, der mit Benzin/Ottokraftstoff betrieben wird) und bezeichnet bis heute die Ottomotoren der Marke Mercedes-Benz.
Geschichte Der M 121 ist aus dem 1952 erschienenen Sechszylindermotor M 180 des Mercedes 220 abgeleitet und wurde erstmals 1956 im Modell 190 der Serie W 121 mit 75 PS (55 kW) verwendet. Der 190 wurde parallel zum 180 angeboten, welcher bis 1957 noch den M 136 aus den 1930er Jahren hatte, bevor er mit einer leistungsreduzierten Version des M 121 (65 PS/48 kW) ausgestattet wurde.
Der wesentliche Unterschied zu den Motoren der 170er und 180er Mercedes-Modelle ist die obenliegende Nockenwelle mit Antrieb über eine Duplex-Rollenkette mit ölhydraulischen Spannschienen und einer Ventilbetätigung über Schlepphebel. Der M 136 war noch ein Seitenventiler mit sehr zerklüfteten Brennräumen, die sich ungünstig auf den Verbrauch auswirkten.
Zum Erscheinen des Heckflossenmodells W 110 im Jahre 1961 (mit der beibehaltenen Bezeichnung 190) wuchs die Motorleistung um 5 PS (4 kW) auf 80 PS (59 kW) an. Mit dem Typ 200 ab Baujahr 1965 erreichte der Motor M 121 zwei Liter Hubraum und leistet 95 PS (70 kW). Erstmals setzte Daimler-Benz den Gleichdruck-Strombergvergaser ein, dessen Schieberkolben nicht mehr direkt vom Gaspedal, sondern indirekt über eine Unterdruck-Nachführung betätigt wird. Die Vergaser, die nur bei den Vierzylindermotoren von 1965 bis 1968 verwendet wurden, wurden anfangs oft bemängelt.
Die ersten Versionen des M 121 hatten nur drei Kurbelwellenlager: an der vorderen Riemenscheibe, zwischen Zylinder 2 und 3 und hinten an der Schwungscheibe. Der Motorlauf ist daher recht rau. Tiefgreifendste Änderung des M 121 war die 1965 im Mercedes 200 eingeführte fünffach gelagerte Kurbelwelle, was den Motorlauf ruhiger machte.
Auch der gleich starke Motor M 115 mit 95 PS (70 kW) des Heckflossen-Nachfolgers „Strich-Acht“ (W 115) ist ein kaum veränderter M 121; Daimler-Benz setzte jedoch für die neuen Ottomotoren die Motortypennummer parallel zum Fahrzeugbaumuster auf M 115 fest. Im nun angebotenen Modell 220 /8 war auch der Hubraum auf 2,2 Liter vergrößert worden und wurde 1974 im Modell 230.4 noch einmal auf 2,3 Liter erweitert; erst da waren die Möglichkeiten des alten Vierzylinder-Motorblocks erschöpft.
Verwendung M 121 190 SL (W 121 B II), 105 PS (77 kW), 1955–1963 L 319, 65 PS (48 kW), ab 1956 O 319, 65 PS (48 kW), ab 1956 190 (W 121, „kleiner Ponton“) 75–80 PS (55–59 kW), 1956–1961 180 (W 120, „kleiner Ponton“), 65–68 PS (48–50 kW), 1957–1961 190 (W 110, „kleine Heckflosse“), 80 PS (59 kW), 1961–1965 200 (W 110, „kleine Heckflosse“), 95 PS (70 kW), 1965–1968
M 115 200 (W 115, Strich-Acht), 70 kW (95 PS), 1968–1976 220 (W 115, Strich-Acht), 77 kW (105 PS), 1968–1973 230.4 (W 115, Strich-Acht), 81 kW (110 PS), 1973–1976 200 (Baureihe 123), 69 kW (94 PS), 1976–1980 230 (Baureihe 123), 80 kW (109 PS), 1976–1980 208 / 308 (Baureihe 601 / 602, Bremer Transporter / T1), 63 kW (85 PS), 1977–1982
Einzelnachweise
Weblinks
M 121 Kategorie:Motorenmodell (Reihenmotor) M 121