mini|Habitus des Grauen Heiligenkrauts Das Graue Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Heiligenkraut (Santolina) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Merkmale Das Graue Heiligenkraut ist ein immergrüner Zwergstrauch, der Wuchshöhen von 15 bis 50 Zentimeter erreicht. Die Stängel sind verzweigt und haben einen Durchmesser von (6) 8 bis 15 Millimeter. Die Blätter sind weißfilzig und stark aromatisch, die unteren sind 2 bis 4, die oberen 1 bis 3 Zentimeter lang. Die Blätter haben an jeder Seite 9 bis 14 Abschnitte. Diese sind eingerollt und 0,5 bis 2 Millimeter lang. Die Blütenköpfe sind meist zu mehreren auf den Stängeln angeordnet. Die Blüten sind gelb.

Blütezeit ist von Juli bis August.

Die Chromosomenzahl ist 2n = 18, seltener 36 oder ca. 45.

Es hat einen hohen Gehalt an gelb-orangefarbenem ätherischen Öl mit charakteristischem Geruch, der etwas an Römische Kamille erinnert. Es besteht hauptsächlich aus Artemisia-Keton, β-Phellandren und Myrcen, wobei die Zusammensetzung zwischen Anbaugebieten zu variieren scheint.

Vorkommen Das Graue Heiligenkraut ist im westlichen und zentralen Mittelmeergebiet weit eingebürgert, die genaue Herkunft ist unklar. Möglicherweise ist diese pentaploide Art hybridogenen Ursprungs. Sie wächst auf gestörten Macchien und Garriguen sowie ruderal. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Aggregats Santolina chamaecyparissus agg. umfasst Spanien, Frankreich, Andorra, die Balearen, Korsika, Italien, Kroatien, Sardinien und Sizilien. Nach POWO ist die Art im engeren Sinne nur in Italien und im früheren Jugoslawien einheimisch., nach Euro+Med ist sie auch in Italien nur eingebürgert.

Nutzung Das Graue Heiligenkraut wird in Wärmegebieten verbreitet, sonst selten als Zierpflanze für Steingärten, Trockenmauern, Steinbeete und Einfassungen sowie als Strukturpflanze, als Heil- und Duftpflanze und als Mottenkraut genutzt. Die Art ist seit mindestens 1539 in Kultur. Es war besonders in Kräutergärten des sechzehnten Jahrhunderts für Begrenzungen üblich. Es gibt wenige Sorten, diese haben zum Beispiel einen kompakteren Wuchs. Seit 1917 ist die Hybride Santolina × lindavica aus Santolina chamaecyparissus und Santolina pinnata bekannt. Sie hat blaugrüne Blätter und gelbliche Blüten und vermittelt zwischen den beiden Elternarten.

Die für die Gattung namensgebende Bezeichnung „Santoline“ (santo: heilig, line: Lein) verweist auf medizinische Wirksamkeit, besonders als Wurmmittel. Im Mittelmeerraum ist es traditionell für schmerzlindernde, entzündungshemmende, krampflösende, antiseptische und antimikrobielle Eigenschaften bekannt. In Indien fand es Eingang in die ayurvedische Medizin als Mittel gegen Lebererkrankungen. Weiterhin sind Anwendungen bei entzündlichen Hautkrankheiten, als Magenmittel und als Stimulans bekannt.

Taxonomie und Systematik Das Graue Heiligenkraut wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 842 als Santolina chamaecyparissus erstbeschrieben. Ein Synonym für Santolina chamaecyparissus ist Santolina marchii .

Zur Artengruppe Santolina chamaecyparissus agg. gehören: Santolina benthamiana , Santolina chamaecyparissus , Santolina corsica (Syn.: Santolina insularis ), Santolina decumbens , Santolina ericoides , Santolina etrusca , Santolina intricata , Santolina ligustica , Santolina magonica , Santolina neapolitana , Santolina pinnata , Santolina villosa und Santolina virens

Literatur Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.

Einzelnachweise Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Santolina chamaecyparissus agg. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks

[ Eintrag bei Plants for a Future.] (engl.) Thomas Meyer, Michael Hassler: Mittelmeerflora.

Kategorie:Anthemideae (Tribus)