Die Panzergrenadierbrigade 4 mit Stab in Göttingen war einer der ältesten Verbände des deutschen Heeres. Die Brigade wurde 1993 aufgelöst. Sie war im südlichen Niedersachsen um Göttingen und um Kassel im Norden Hessens stationiert.
Geschichte mini|Die Verbandsabzeichen der Truppenteile und Dienststellen der PzGrenBrig 4 mini|Ehemaliges Stabsgebäude in der Zieten-Kaserne in Göttingen Vorgeschichte als Kampfgruppe in der Heeresstruktur 1 Zur Einnahme der Heeresstruktur 1 wurde im die Kampfgruppe C 2 mit Standort des Stabes in der Göttinger Zieten-Kaserne neu aufgestellt. Die Kampfgruppe C 2 unterstand der 2. Grenadierdivision. Ihr erster Kommandeur war Wolf Graf Baudissin, einer der Begründer des Konzepts der Inneren Führung der Bundeswehr. Die Kampfgruppe C 2 gliederte sich grob in folgende Truppenteile:Für interne Verbandsabzeichen wurde erst etwa Mitte der 1980er Jahre offiziell eine Tragegenehmigung erteilt. Sie sind daher nicht dargestellt. Die aufgezählten Truppenteile oder die in ihrer Tradition stehenden „Nachfolger“ könnten jedoch inoffiziell bereits wappenähnliche Abzeichen geführt haben bzw. ab Mitte der 1980er Jahre offiziell erhalten haben. Verbandsabzeichen für Großverbände wurden erst in der Heeresstruktur 2 in die Truppe eingeführt.
25px|kein internes Verbandsabzeichen Kampfgruppenstab Kampfgruppe C 2, Göttingen 25px|kein internes Verbandsabzeichen Grenadierbataillon 41, Höxter 25px|kein internes Verbandsabzeichen Grenadierbataillon 42 „Hessische Jäger“, Kassel 25px|kein internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 43, Göttingen
Heeresstruktur 2 Zur Einnahme der Heeresstruktur 2 wurde zum die Kampfgruppe C 2 in die Panzergrenadierbrigade 4 umgegliedert. Der Panzergrenadierbrigade 4 unterstanden: Panzergrenadierbataillon 41 (mot) Panzergrenadierbataillon 42 (mot) Panzergrenadierbataillon 43 (Schützenpanzer) Versorgungsbataillon 46 Panzerpionierkompanie 40 Panzerjägerkompanie 40 Panzeraufklärungskompanie 40.
1961 wurde das Feldartilleriebataillon 45 unterstellt. 1962 folgte das neu aufgestellte Panzerbataillon 44 in Mengeringhausen bei Arolsen. 1968 wurde die ABC-Abwehrkompanie 40 in Kassel unterstellt, die beim Übergang in die Heeresstruktur 3 jedoch am 31. März 1971 aufgelöst wurde.
Heeresstruktur 3 1970 wurde die Brigade in der Heeresstruktur 3 zur Jägerbrigade 4 umgegliedert; die Panzergrenadierbataillone hießen jetzt Jägerbataillone. 1972 wurde das Versorgungsbataillon 46 aufgelöst. Das Feldartilleriebataillon 45 in Göttingen wurde geteilt und teilweise der neuen Panzerbrigade 34 unterstellt. Aus den verbliebenen Teilen wird das Panzerartilleriebataillon 45 aufgestellt.
Heeresstruktur 4 Ab 1980 hieß die Brigade in der Heeresstruktur 4 wieder Panzergrenadierbrigade 4. Der Brigade unterstanden in dieser Struktur: Gemischt / gekadertes Panzergrenadierbataillon 41 (Göttingen), Panzergrenadierbataillon 42 (Kassel) Panzergrenadierbataillon 43 (Göttingen) Panzerbataillon 44 (Göttingen) Panzerartilleriebataillon 45 (Göttingen) Feldersatzbataillon 23 (Arolsen, truppendienstliche Unterstellung) Stabskompanie (Göttingen) Instandsetzungskompanie 40 (Göttingen) Nachschubkompanie 40 (Fuldatal-Rothwesten) Panzerpionierkompanie 40 (Kassel) Panzerjägerkompanie 40 (Kassel).
Die Brigade umfasste im Herbst in der Friedensgliederung etwa 3150 Soldaten. Die geplante Aufwuchsstärke im Verteidigungsfall betrug rund 3550 Soldaten. Zum Aufwuchs war die Einberufung von Reservisten und die Mobilmachung von nicht aktiven Truppenteilen vorgesehen. Zum Ende der Heeresstruktur 4 im Herbst war die Brigade weiter Teil der 2. Panzergrenadierdivision und gliederte sich grob in folgende Truppenteile:Dargestellt sind die internen Verbandsabzeichen, für die bis etwa Mitte der 1980er Jahre eine Tragegenehmigung offiziell erteilt wurde. Nicht aktive Truppenteile (Geräteinheiten, teilaktive, gekaderte) sind kursiv dargestellt.
25px|Internes Verbandsabzeichen Stab/Stabskompanie Panzergrenadierbrigade 4, Göttingen 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerjägerkompanie 40, Kassel 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerpionierkompanie 40, Kassel 25px|Internes Verbandsabzeichen Nachschubkompanie 40, Fuldatal 25px|Internes Verbandsabzeichen Instandsetzungskompanie 40, Göttingen 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 41 (teilaktiv), Göttingen 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 42, Kassel 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 43, Göttingen 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerbataillon 44, Göttingen 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerartilleriebataillon 45, Göttingen
Heeresstruktur 5 bis zur Auflösung Für die Erprobung der Heeresstruktur 5 im Rahmen des Truppenversuchs „Kaderung und rascher Aufwuchs“ wurde 1988 das Panzergrenadierbataillon 41 in ein Stammbataillon, das Panzerbataillon 44 in ein Aufwuchsbataillon und das bisherige Panzergrenadierbataillon 41 in das Panzerbataillon 41 umgewidmet. Dieser Versuch wurde 1991 beendet. 1992 wurde die Panzerjägerkompanie 40 außer Dienst gestellt, ebenso die Panzergrenadierbataillone 42 und 43 sowie die Panzerbataillone 44 und 41. 1993 folgte die Außerdienststellung der Panzerpionierkompanie 40, der Nachschubkompanie 40, des Feldersatzbataillons 23, des Panzerartilleriebataillons 45 und der Instandsetzungskompanie 40. Als letzter verbliebener Truppenteil in der Zieten-Kaserne in Göttingen, die danach geschlossen wurde, wurde die Stabskompanie der Panzergrenadierbrigade 4 im April 1993 außer Dienst gestellt.
Einsätze Die Brigade leistete im Sommer 1960 bei der Erntenothilfe durch 500 Soldaten Unterstützung. Weiterhin wurde die Brigade vom 17. Februar bis 2. März 1962 beim Einsatz während der Flutkatastrophe in Hamburg und von März bis Mai 1990 bei der Beseitigung von Sturmschäden in den Wäldern der Forstämter Kassel, Melsungen und Jühnde verwandt.
Kommandeure Folgende Offiziere waren Kommandeure der Brigade (Dienstgrad bei Kommandoübernahme):
Nr.NameBeginn der BerufungEnde der Berufung14Oberst Albrecht von und zu Egloffstein1. April 199330. September 199313Oberst Rainer Fell1. April 199131. März 199312Oberst Bernd Albert1. April 198931. März 199111Brigadegeneral Georg von Consbruch1. April 198331. März 198910Brigadegeneral Johannes Nebe1. August 197931. März 19839Oberst Johann Hoster1. Oktober 197731. Juli 19798Oberst Otto-Günther Werren1. April 197430. September 19777Oberst Gert Bastian1. Oktober 197131. März 19746Brigadegeneral Arndt-Dieter Thormeyer1. Februar 197030. September 19715Oberst Eberhard Wagemann1. April 196831. Januar 19704Oberst Hans-Joachim Kerschkamp1. April 196531. März 19683Brigadegeneral Hans Hinrichs1. Oktober 196331. März 19652Oberst Oswald Graf von Ressèguier1. Juli 196130. September 19631Brigadegeneral Wolf Graf Baudissin1. Juli 195830. Juni 1961
Verbandsabzeichen mini|Gewebtes Verbandsabzeichen für den Dienstanzug mini|Internes Verbandsabzeichen des Stabes/Stabskompanie
Die Blasonierung des Verbandsabzeichens für den Dienstanzug der Angehörigen der Panzergrenadierbrigade 4 lautete: Silbern bordiert, gespalten von Silber und Rot, ein gespaltener, vorne roter, hinten silberner steigender Löwe.
Die Tingierung des Schildes entsprach der Flagge Hessens. Der Löwe ähnelten dem Bunten Löwen („Hessenlöwe“) der Ludowinger aus dem hessischen Landeswappen. Die Verbandsabzeichen der Division und der unterstellten Brigaden waren bis auf die Borde identisch. In der Tradition der Preußischen Farbfolge erhielt das Verbandsabzeichen der Panzergrenadierbrigade 4 als „erste“ Brigade„Erste“ Brigade: Panzergrenadierbrigade 4 (= weißer Bord). „Zweite“ Brigade: Panzergrenadierbrigade 5 (=roter Bord). „Dritte“ Brigade: Panzerbrigade 6 (=gelber Bord). der Division einen weißen Bord.
Da sich die Verbandsabzeichen der Brigaden der Division nur geringfügig unterschieden, wurde stattdessen auch das interne Verbandsabzeichen des Stabes bzw. der Stabskompanie pars pro toto als „Abzeichen“ der Brigade genutzt. Es zeigte auf einem schwarz-silbernen Schild wie in der preußischen Flagge einen aufrecht stehenden Eichenlaubzweig wie im Barettabzeichen der Jägertruppe. Das Monogramm „IR“ auf der linken Seite ist an das Abzeichen des 2. Kurhessischen Infanterie-Regiments Nr. 82 angelehnt.
Anmerkungen
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
#04 Panzergrenadierbrigade #:4 Kategorie:Organisation (Göttingen) Kategorie:Göttinger Geschichte Kategorie:Gegründet 1959 Kategorie:Aufgelöst 1993 Kategorie:Niedersächsische Geschichte (20. Jahrhundert) Kategorie:Historische Organisation (Niedersachsen) Kategorie:Niedersächsische Militärgeschichte