Die Panzerbrigade 14 „Hessischer Löwe“ mit Stab im hessischen Neustadt war ein Panzerverband des Heeres der Bundeswehr. Die Brigade wurde zum 30. Juni 2008 außer Dienst gestellt und unterstand zuletzt der Division Luftbewegliche Operationen. Bis 1981 wurde sie als Panzerbrigade 6 bezeichnet.

Geschichte Als Panzerbrigade 6 bis 1981 Vorgeschichte als Kampfgruppe in der Heeresstruktur I Zur Einnahme der Heeresstruktur 1 wurde am die Kampfgruppe A 2 mit Standort des Stabes in Hannoversch Münden neu aufgestellt. Zur Aufstellung wurde Teile der Grenzschutztruppe 4 herangezogen. Die Kampfgruppe B 2 unterstand der 2. Grenadierdivision. Der Kampfgruppenstab verlegte noch nach Marburg. Die Kampfgruppe A 2 gliederte sich zum grob in folgende Truppenteile:Für interne Verbandsabzeichen wurde erst etwa Mitte der 1980er Jahre offiziell eine Tragegenehmigung erteilt. Sie sind daher nicht dargestellt. Die aufgezählten Truppenteile oder die in ihrer Tradition stehenden „Nachfolger“ könnten jedoch inoffiziell bereits wappenähnliche Abzeichen geführt haben bzw. ab Mitte der 1980er Jahre offiziell erhalten haben. Verbandsabzeichen für Großverbände wurden erst in der Heeresstruktur 2 in die Truppe eingeführt.

25px|kein internes Verbandsabzeichen Kampfgruppenstab Kampfgruppe A 2, Hannoversch Münden 25px|kein internes Verbandsabzeichen Grenadierbataillon 2, Fulda/Neustadt 25px|kein internes Verbandsabzeichen Grenadierbataillon 22, Hannoversch Münden/Fritzlar

Heeresstruktur II Zur Einnahme der Heeresstruktur 2 wurde im die Kampfgruppe A 2 in die Panzerbrigade 6 umgegliedert. Standort des Brigadestabes war ab 1960 Neustadt.

Heeresstruktur III Die Brigade wechselte von der 2. Panzergrenadierdivision 1977 zur 5. Panzerdivision. 1976/77 war die Panzerbrigade 6 wie die Panzerbrigade 14 und die Panzerbrigade 34 an einem Truppenversuch zur Erprobung der Heeresstruktur 4 beteiligt.

Als Panzerbrigade 14 ab 1981 Heeresstruktur IV

1981 wurden zur Einnahme der Heeresstruktur 4 die Unterstellungen und entsprechend die Bezeichnung der Panzerbrigade 6, 14 und 34 „getauscht“:

25px|Verbandsabzeichen → 25px|Verbandsabzeichen Die bisherige Panzerbrigade 6 wurde 1981 zur „neuen“ Panzerbrigade 14. Die Unterstellung der Brigade wechselte im Vorgriff bereits 1976/77 von der 2. Jägerdivision zur 5. Panzerdivision. Der Standort des Stabes blieb unverändert Neustadt. 25px|Verbandsabzeichen → 25px|Verbandsabzeichen Die bisherige Panzerbrigade 14 wurde 1981 zur „neuen“ Panzerbrigade 34. Die Unterstellung der Brigade wechselte im Vorgriff bereits 1977 von der 5. Panzerdivision zur 12. Panzerdivision. Der Standort des Stabes blieb unverändert Koblenz. 25px|Verbandsabzeichen → 25px|Verbandsabzeichen Die bisherige Panzerbrigade 34 wurde 1981 zur „neuen“ Panzerbrigade 6. Die Unterstellung der Brigade wechselte 1975 von der 12. Panzerdivision zur 2. Jägerdivision. Der Standort des Stabes verlegte 1981 von Kassel nach Hofgeismar.

Die Brigade umfasste im Herbst in der Friedensgliederung etwa 2900 Soldaten. Die geplante Aufwuchsstärke im Verteidigungsfall betrug rund 3300 Soldaten. Zum Aufwuchs war die Einberufung von Reservisten und die Mobilmachung von nicht aktiven Truppenteilen vorgesehen. Zum Ende der Heeresstruktur 4 im Herbst war die Brigade weiter Teil der 5. Panzerdivision und gliederte sich grob in folgende Truppenteile:Dargestellt sind die internen Verbandsabzeichen, für die bis etwa Mitte der 1980er Jahre eine Tragegenehmigung offiziell erteilt wurde. Nicht aktive Truppenteile (Geräteinheiten, teilaktive, gekaderte) sind kursiv dargestellt.

25px|Internes Verbandsabzeichen Stab/Stabskompanie Panzerbrigade 14, Neustadt (Hessen) 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerjägerkompanie 140, Stadtallendorf 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerpionierkompanie 140, Stadtallendorf 25px|Internes Verbandsabzeichen Nachschubkompanie 140, Neustadt 25px|Internes Verbandsabzeichen Instandsetzungskompanie 140, Neustadt 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerbataillon 141 (teilaktiv), Stadtallendorf 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzergrenadierbataillon 142, Neustadt 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerbataillon 143, Stadtallendorf 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerbataillon 144, Stadtallendorf 25px|Internes Verbandsabzeichen Panzerartilleriebataillon 145, Stadtallendorf

Heeresstruktur 5 bis zur Auflösung Die neue Panzerbrigade 14 blieb in der Heeresstruktur 5 (ab 1991) zunächst nur noch als teilaktive Brigade im Bereich Wehrbereichskommando IV / 5. Panzerdivision im Raum Oberhessen bestehen. Seit 1992 führt die Panzerbrigade 14 den Beinamen „Hessischer Löwe“.

Als klassischer Verband der Kampftruppen hatte die Brigade den Auftrag, alle unterstellten Verbände im Rahmen des Gefechts der verbundenen Waffen auszubilden und zu üben. Dazu sicherte sie die Aufwuchsfähigkeit der unterstellten Verbände, um die Bündnis- und Landesverteidigung sicherzustellen. Die aktiven Truppenteile standen für (multinationale) Einsätze im gesamten Aufgabenspektrum des Heeres zur Verfügung.

1993 wurde das Panzerartilleriebataillon 65 der Panzerbrigade 6 der Brigade unterstellt. Im Zeitraum von 1992 bis 1996 wurden viele Verbände der Panzerbrigade 14 aufgelöst. 1998 nahm die Brigade erstmals an einem SFOR Einsatz teil. 2001 erfolgte der Wechsel zur 7. Panzerdivision. 2003 unterstanden die Stabskompanie in Neustadt / Hessen, die Panzerpionierkompanie 200 in Hemer, das Panzergrenadierbataillon 152 in Schwarzenborn, das Panzergrenadierbataillon 52 in Rotenburg an der Fulda, das Panzerbataillon 64 in Wolfhagen, das Panzerbataillon 154 in Westerburg, das Panzerartilleriebataillon 2 in Hessisch Lichtenau (1996 aufgestellt und der Brigade 2002 unterstellt). Zeitweilig unterstand auch das Standortsanitätszentrum in Hessisch Lichtenau. Beim Elbehochwasser 2002 leistete die Brigade Katastrophenhilfe. 2003 stellte die Brigade Kräfte für das 7. Einsatzkontingent SFOR / KFOR und das 4. Einsatzkontingent ISAF. In den Jahren 2005/2006 folgte ein erneuter Einsatz in Afghanistan als Teil des 9. Einsatzkontingent ISAF. 2006 wurde die Panzerbrigade 14 Division Luftbewegliche Operationen unterstellt und als neuer Truppenteil wurde der Brigade das Fernmeldebataillon 820 aus Düsseldorf unterstellt. Das Panzergrenadierbataillon 152 wurde aufgelöst und als Jägerregiment 1 neu aufgestellt, jedoch der Luftmechanisierten Brigade 1 unterstellt. 2006 wurden das Panzerartilleriebataillon 2 und das Panzerbataillon 154 außer Dienst gestellt. Ende 2007 wechselte die Panzerpionierkompanie 200 zur Panzerbrigade 21 „Lipperland“.

Die Militärgeschichtliche Ausstellung Panzerbrigade 14 – „Hessischer Löwe“ in Neustadt erinnert in einem Traditionsraum an die Brigade und die aufgelösten Truppenteile Panzerjägerkompanie 140, Panzerbataillon 143, Panzerartilleriebataillon 145 und Feldersatzbataillon 54.

Der Panzerbrigade 14 waren zuletzt folgende Truppenteile unterstellt: 20px|Internes Verbandsabzeichen Stabskompanie 20px|Internes Verbandsabzeichen der Panzerbataillon 64 Panzerbataillon 64 (Wolfhagen) 20px|Internes Verbandsabzeichen der Fernmeldebataillon 820 Fernmeldebataillon 820 (Düsseldorf)

Die Brigade wurde am 30. Juni 2008 außer Dienst gestellt.

Kommandeure Als Panzerbrigade 14 ab 1981 Die Kommandeure der neuen Panzerbrigade 14 waren (Dienstgrad bei Kommandoübernahme):

Nr.NameBeginn der BerufungEnde der Berufung20Oberst Theodor Herkel (Brigadeführer)13. Juli 2007Auflösung19Brigadegeneral Achim Lidsba200512. Juli 200718Brigadegeneral Wolfgang Brüschke2003200517Oberst Hans-Joachim Fröhlich2001200216Oberst Gertmann Sude1999200115Oberst Peter Goebel1996199814Oberst Klaus Wittmann1. Oktober 1992199513Oberst Rainer Jung17. Dezember 198930. September 199212Oberst Jochen Lehmann1. Februar 198819. September 198911Oberst Wilhelm Tolksdorf17. März 198331. Januar 198810Oberst Klaus-Christoph Steinkopff1. Oktober 198117. März 1983

Als Panzerbrigade 6 bis 1981 Die Kommandeure der alten Panzerbrigade 6 waren (Dienstgrad bei Kommandoübernahme):

Nr.NameBeginn der BerufungEnde der Berufung10Oberst Klaus-Christoph Steinkopff1. Oktober 198030. September 19819Oberst Christoph-Adolf Fürus1. April 197830. September 19808Oberst Karl Erich Diedrichs1. Oktober 197531. März 19787Brigadegeneral Karl-Heinz Jörgens1. Oktober 197030. September 19756Oberst Anton Burnhauser1. April 1968September 19705Oberst Josef Rettemeier10. März 1964März 19684Oberst Dietrich Langél14. August 1962März 19643Oberst Gerd Ruge14. August 1959August 19622Oberst Frithjof Heyse10. November 1957Juli 19591Oberst Leo Drossel1. Juli 1956November 1957

Verbandsabzeichen mini|Gewebtes Verbandsabzeichen für den Dienstanzug mini|Internes Verbandsabzeichen des Stabes/Stabskompanie

Die Blasonierung des Verbandsabzeichens für den Dienstanzug der Angehörigen der Panzerbrigade 14 lautete: Rot bordiert, im blauen, mit goldenen Schindeln bestreuten Schild ein goldener rotbewehrter und rotgezungter Löwe.

Das Verbandsabzeichen ähnelte dem Wappen des Hauses Nassau. In oder zumindest unweit des Gebiets der ehemaligen Provinz Hessen-Nassau waren die Truppenteile der Division disloziert. Die Verbandsabzeichen der Division und der unterstellten Brigaden waren bis auf die Borde identisch. In der Tradition der Preußischen Farbfolge erhielt das Verbandsabzeichen der Panzerbrigade 14 als „zweite“ Brigade„Erste“ Brigade: Panzergrenadierbrigade 13 (=weißer Bord). „Zweite“ Brigade: Panzerbrigade 14 (=roter Bord). „Dritte“ Brigade: Panzerbrigade 15 (=gelber Bord). der Division einen roten Bord.

Da sich die Verbandsabzeichen der Brigaden der Division nur geringfügig unterschieden, wurde stattdessen gelegentlich auch das interne Verbandsabzeichen des Stabes bzw. der Stabskompanie pars pro toto als „Abzeichen“ der Brigade genutzt. Es zeigte einen gekrönten Bunten Löwen („Hessenlöwe“) wie im Stadtwappen Marburgs oder ähnlich wie im hessischen Landeswappen. Der Löwe hält ein Schwert in der Tatze. Die Schildteilung in weiß-rot entsprach der Tingierung der hessischen Landesflagge.

Anmerkungen

Literatur

Einzelnachweise

Weblinks

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