August Georg Konrad Dinklage (* 3. September 1849 in Oldenburg i. O.; † 5. Januar 1926 in MagdeburgSterberegister Standesamt Magdeburg-Altstadt, Nr. 26/1926. Viele Sekundärquellen geben fälschlich seinen Tod am 20. April 1920 in Berlin an.Viele Sekundärwerke, bis hin zum Thieme-Becker und zum Allgemeinen Künstlerlexikon, nennen irrtümlich den Vornamen August; . Dinklage selbst jedoch signierte seine Pläne und Veröffentlichungen als Georg Dinklage: architekturmuseum.ub.tu-berlin.de nAuch die zeitgenössischen Berliner Adressbücher nennen Georg als Vornamen.) war ein deutscher Architekt, der anfangs als preußischer Baubeamter tätig war und später freiberuflich erfolgreich war.
Leben und Wirken Georg Dinklage studierte an der Polytechnischen Schule Hannover und war nach dem 2. Staatsexamen zunächst als Regierungsbaumeister (Assessor) im preußischen Staatsdienst tätig, wo er auch erste Erfahrungen im Sakralbau sammelte. 1889 schied er aus dem Staatsdienst aus und arbeitete freiberuflich in einem gemeinsamen Architekturbüro mit Hans Grisebach in Berlin. Das Allgemeine Künstlerlexikon hob Dinklages Berliner Kirchenbauten hervor, die „eigenwillige, dem beengtem Baugrund abgerungene Grundrisslösungen von erstaunlicher Funktionalität“E. K. Wittich: Dinklage, August. In: Saur, Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 27. K. G. Saur, München / Leipzig 2000, ISBN 3-598-22767-1, S. 485. zeigen. Zu den letzten Bauten des Büros Grisebach und Dinklage zählt die Hochbahn-Station „Schlesisches Tor“ in Berlin-Kreuzberg im Neorenaissance-Stil,Biagia Bongiorno: Verkehrsdenkmale in Berlin. Die Bahnhöfe der Berliner Hoch- und Untergrundbahn. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2007, ISBN 978-3-86568-292-5, S. 48. deren Gestaltung maßgeblich auf Dinklage zurückgeht. 1901 schied Grisebach aus dem Büro aus, Dinklage machte den bisherigen Mitarbeiter Ernst Paulus zu seinem neuen Teilhaber, das Büro hieß nun Dinklage und Paulus. 1916 verließ Georg Dinklage seinerseits das Büro, Paulus führte es mit Olaf Lilloe als neuem Partner bis 1925 weiter.
Dinklage war Angehöriger des Corps Slesvico-Holsatia in Hannover.Corps Slesvico-Holsatia, Corpsliste. Wintersemester 1981/82, S. 76, Nr. 9.
Bauten (Auswahl) 1891–1893: Johanneskirche in Gießen (mit Hans Grisebach und Richard Schultze) 1891–1894: Peterskirche in Frankfurt am Main (mit Hans Grisebach) 1894–1896: Schloss Seßwegen in Seßwegen (heute: Cesvaine, Lettland) (mit Hans Grisebach) 1897: Johanneskirche in Bretleben (Thüringen) (mit Hans Grisebach; ausgeführt von August Oetken) 1897–1898: Nordböhmisches Gewerbemuseum in Reichenberg (Böhmen) (heute Liberec) (mit Hans Grisebach) 1898: Schloss Klink in Klink (Mecklenburg-Vorpommern) (mit Hans Grisebach) 1900–1901: Hochbahn-Station „Schlesisches Tor“ in Berlin-Kreuzberg 1904: Marthakirche in Berlin-Kreuzberg (mit Ernst Paulus) 1905–1906: Heilige-Geist-Kirche in Berlin-Moabit (mit Ernst Paulus) 1905–1907: Reformationskirche in Berlin-Moabit (mit Ernst Paulus, basierend auf Entwürfen von Ernst Schwartzkopff) um 1906: Landratsamt in Anklam, Demminer Straße 71–74 (mit Ernst Paulus) um 1907: Wohnhaus Bochumer Straße 8 in Berlin-Moabit (mit Ernst Paulus) 1908: Segenskirche in Berlin-Prenzlauer Berg (mit Ernst Paulus)Evangelische Kirche an der Schönhauser Allee in Berlin. Architekten Dinklage und Paulus. In: Deutsche Bauzeitung, 28. Januar 1905, 39. Jahrgang, Nr. 8, S. 53 (enthält nur 3 Abbildungen); . 1909–1910: Galiläakirche in Berlin-Friedrichshain (mit Ernst Paulus) 1909–1912: Erlöserkirche in Berlin-Moabit (mit Ernst Paulus und Olaf Lilloe) 1910: Adventkirche in Berlin-Prenzlauer Berg (mit Ernst Paulus) 1911: Osterkirche in Berlin-Wedding (mit Ernst Paulus und Olaf Lilloe) um 1911: Schloss Kniegnitz in Schlesien (mit Ernst Paulus und Olaf Lilloe) um 1911: Entwurf für das Schloss Königswaldau (mit Ernst Paulus und Olaf Lilloe)
Literatur
Weblinks Dinklage, August Georg Konrad in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) (mit umfangreichem Werk-, Schriften- und Quellenverzeichnis) Bestand zu August Georg Dinklage im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin, abgerufen am 20. April 2022. (Digitalisate von 12 mit „G. Dinklage“ signierten, undatierten Planzeichnungen für einen „Entwurf zu einem Universitätsgebäude“ im Neurenaissance-Baustil; die Blätter dürften wegen der Eidesformel eine Prüfungsarbeit darstellen.)
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Berlin) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Angehöriger des Fünferbundes
Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1849 Kategorie:Gestorben 1926 Kategorie:Mann