Der 180 km lange Radfernweg beginnt im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen und heißt hier Ederauenweg. Der größte Teil führt durch Hessen unter dem Namen Eder-Radweg. Er folgt dem Lauf der Eder nahe der Quelle bei Lützel (ca. 620 m. ü. NN) bis zur Mündung in die Fulda bei Guxhagen (143 m. ü. NN). Der Radfernweg führt auf größtenteils ruhigen Rad- und Wirtschaftswegen ohne große Steigungen durch den Kreis Siegen-Wittgenstein (Nordrhein-Westfalen) und die hessischen Landkreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder. Auf Grund der teilweise geschotterten und naturbelassenen Wege ist er auf weiten Strecken für Rennräder nicht geeignet.
Charakteristik Die Route ist nur abschnittsweise familiengeeignet. So auf den Teilstrecken Bad Berleburg-Raumland bis zum ehemaligen Bahnhof Holzhausen über die einstige Bahntrasse (ca. 22 km); Allendorf bis zum Edersee (ca. 30 km); Fritzlar bis Felsberg (ca. 15 km). Erwähnenswerte Steigungen gibt es im Bereich der Ederquelle, am Edersee und vor Guxhagen. Der Wegzustand ist schlechter als bei vielen anderen hessischen Radfernwegen. Nur ca. 50 % sind asphaltiert und sowohl im Quell- als auch im Mündungsbereich der Eder gibt es längere Abschnitte mit grobem Schotter oder feuchten Naturwegen. Die Beschilderung ist nicht einheitlich und im oberen Abschnitt lückenhaft. Hier gibt es nur kleine Tafeln mit stilisiertem Fahrrad, manchmal mit der Aufschrift „Eder“. Ab Erndtebrück wird die Beschilderung besser. In Nordrhein-Westfalen sind die roten Richtungswegweiser mit einem kleinen Zusatzschild „Ederauenradweg“ versehen. In Hessen ist die Beschilderung dann durchgängig mit dem Wegepiktogramm Hessen-Radweg mit grünem „E“ gekennzeichnet und teilweise noch zusätzlich mit einem stilisierten Flusslauf auf braunem Untergrund. Die Wegführung verläuft meist autofrei auf ruhigen Landstraßen, Radwegen oder Wald- und Feldwegen. Im Bereich Hatzfeld ist mit etwas stärkerem Verkehr zu rechnen. Am geeignetsten für die Route ist ein Tourenrad mit Profilreifen und bergtauglicher Schaltung.
ADFC-Angaben Der Eder-Radweg zeichnet sich besonders durch seinen Verlauf in unberührter Natur aus. Ausgehend vom Quellgebiet in Siegerland-Wittgenstein, der waldreichsten Region Deutschlands, durchquert der Radweg im weiteren Verlauf dichte Wälder und passiert Felder und grüne Wiesen. Sehenswerte historische Städte und Dörfer säumen die Ufer der Eder. In Guxhagen mündet die Eder in die Fulda. Die Eder zählt zu den natürlichsten Flusslandschaften Deutschlands und ist nebenbei auch einer der saubersten Flüsse.
Gesamtlänge 178 km mit 1149 Hm Steigungen und 1510 Hm Gefälle.Rennradgeeignet ca. 22 %, für den Rest wird ein Tourenrad empfohlen.Schwierigkeit: ca. 50 % leicht (0–2 %); Rest % mittel (2–6 %).Verkehrsbelastung: „keine bis geringe“; < 1 % hohe.
Streckenbeschreibung Die Entfernungs- und Höhenmeterangaben wurden dem Hessischen Radroutenplanerradroutenplaner.hessen.de Abgerufen im Oktober 2018 entnommen.
Lützel–Bad Berleburg
Dieser Abschnitt hat eine Länge von ca. 40 km und führt vom Bahnhof in Hilchenbach-Lützel über die Ederquelle nach Bad Berleburg, dessen Stadtzentrum über eine Stichstrecke von der Hauptroute erreicht wird. Der Startpunkt liegt auf und steigt dann mit 2 bis 4 % über ca. 4,5 km bis zur Ederquelle auf an. Danach nahezu kontinuierliches Gefälle bis zum Abzweig nach Bad Berleburg auf . Danach müssen noch einmal ca. 50 Höhenmeter überwunden werden, bevor die Stadt erreicht wird. Der Aufstieg zur Quelle kann auf der Oranier-Fahrrad-Route vermieden werden, denn diese bleibt im Tal, statt auf den Ederkopf zur Quelle zu führen, und trifft nach 1,4 km auf den von der Quelle kommenden Ederauen-Radweg. Der Weg über die Quelle führt teilweise über Schotter und Waldwege und ist daher nur mit einem geeigneten Mountainbike oder Trekkingrad zu empfehlen. Beim Aufstieg auf der L722 führt die Strecke am Gasthaus und Waldinformationszentrum Forsthaus Hohenroth vorbei, in dem es wechselnde Ausstellungen und ein Rotwildgehege gibt. Nach der Abfahrt vom Ederkopf neben der jungen Eder auf dem Rothaarsteig verläuft die Route mit leichtem Gefälle durch das von Wäldern gesäumte Edertal ca. 7 km bis Erndtebrück. Danach über weitere 14,5 km durch die abwechslungsreiche Flusslandschaft mit einigen kleinen Anstiegen (<10 Höhenmeter) ins 60 Höhenmeter tiefer gelegene Berghausen, das zur Stadt Bad Berleburg gehört. Bis hier gibt es noch viele geschotterte, schlecht zu befahrende Teilstrecken. Bis zum Abzweig nach Bad Berleburg im Ortsteil „Am Stöppelsweg“ sind es jetzt noch ca. 1,5 km und ca. 4 km weiter zum Zentrum Bad Berleburgs. In dem Kneippkurort befindet sich das Schloss Berleburg und das Landwirtschaftsmuseum „Hof Espe“, in dem Leben und Arbeiten auf einem Wittgensteiner Bauernhof im 18. bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert gezeigt werden. Der gesamte Abschnitt wird von den Bahnstrecken Kreuztal–Cölbe und Erndtebrück–Bad Berleburg begleitet.
Bad Berleburg–Battenberg
Dieser Abschnitt hat eine Länge von ca. 39 km und führt von der Abzweigung ins Zentrum von Bad Berleburg durch die vielen Schleifen des jetzt engen Edertals auf fast ebener Strecke ins ca. 100 Höhenmeter tiefer gelegene Battenberg. Um die Ortschaft Holzhausen muss ein ca. ein Kilometer langer Abschnitt auf der stark befahrenen Landstraße ohne Radweg zurückgelegt werden. Eine autofreie Verkehrsführung ist in Bau (2012). Am Beginn des Abschnitts in Bad Berleburg-Raumland befindet sich das Schiefer-Schaubergwerk „Delle“. Hier wurde von 1860 bis 1923 Schiefer von besonderer Qualität abgebaut. Nach ca. 7 km wird das Schmiedemuseum in Bad Berleburg-Arfeld erreicht. In der im 19. Jahrhundert errichteten Schmiede werden Maschinen und Werkzeuge durch ein Wasserrad angetrieben. Nach weiteren ca. 8 km wird hinter der Ortschaft Bad Berleburg-Beddelhausen das Land Nordrhein-Westfalen und der Kreis Siegen-Wittgenstein verlassen und die Route wird in Hessen als Eder-Radweg weiter geführt. Zuvor wurde kurz vor der Landesgrenze die Eder zweimal gequert. In Hessen verläuft die Route am südlichen Ederufer durch das Gebiet der Stadt Hatzfeld und durchquert die Stadtteile Holzhausen und Reddighausen, bevor nach ca. 7 km die Route am nördlichen Ufer der Eder fortgesetzt wird. Dort führt der Weg vorbei an der Emmauskapelle, einer dreischiffigen spätromanischen Pfeilerbasilika aus dem 12. Jahrhundert, und erreicht nach ca. 4 km die zur Stadt Battenberg gehörende Ortschaft Dodenau. Die ersten 10 km in Hessen verlaufen asphaltiert auf der ehemaligen Bahntrasse der Bahnstrecke Bad Berleburg–Allendorf. Hinter dem Ort wird die Radroute ans südliche Ufer geführt und erreicht nach ca. 8 km die Stadt Battenberg. In Battenberg gibt es das ehemalige Jagdschloss Neuburg, in dem heute die Stadtverwaltung untergebracht ist und das Stadtmuseum mit dem Schwerpunkt zu den Jagdaufenthalten der Landgrafen Hessen Darmstadt sowie das Schaubergwerk „Burgbergstollen“.
Battenberg–Edertal
Dieser Abschnitt hat eine Länge von ca. 59 km und führt erst flach und später entlang des Edersees hügelig, mit Anstiegen bis zu 30 Höhenmetern, in den Ortsteil Hemfurth-Edersee der Gemeinde Edertal an der Edersee-Staumauer. Zwischen den Orten Ederbringhausen und Schmittlotheim wird die Route über einen schmalen nahezu naturbelassenen Pfad mit einer Spitzkehre mit 20 % Steigung geführt. Mit schwerem Gepäck kann eventuell auf die B252 mit befahrbarem Seitenstreifen ausgewichen werden. Die Route führt durch das jetzt weite, offene Edertal durch Wiesen und Felder, vorbei an Allendorf, wo der Heizungsbauer Viessmann seinen Stammsitz hat, in die 13 km entfernte Stadt Frankenberg. Die Fachwerkstadt wurde 1236 erstmals urkundlich erwähnt. Besonders sehenswert sind das zehntürmige Rathaus, die Liebfrauenkirche, und das Steinhaus am Pferdemarkt 20 als ältestes Haus der Stadt aus dem Jahr 1240. Das ehemalige Zisterzienserkloster St. Georgenberg beherbergt heute das Kreisheimatmuseum. Der Bahnhof Frankenberg (Eder) ist über die Burgwaldbahn mit Marburg verbunden. Dort besteht Anschluss an das Fernverkehrsnetz der DB. Will man ab Frankenberg ins Tal der Ohm wechseln, kann ab Frankenberg der 40 km lange Ohm-Eder-Radweg genutzt werden. Nach Frankenberg wird das Tal wieder enger und ist auf beiden Seiten von Wald gesäumt. Vorbei am Stadtteil Viermünden, wo die Route jetzt an der Bahnstrecke verläuft, erreicht sie nach 12 km die Ortschaft Ederbringhausen. Der zum Teil sehr schmale und naturbelassene Weg folgt weiter der Bahnstrecke, bevor er nach ca. 6 km die Eder quert und neben der Straße weiter zum NationalparkZentrum Kellerwald des Nationalparks Kellerwald-Edersee und Edersee führt. Die Radroute verläuft jetzt hügelig entlang des Edersee-Ufers und erreicht nach der Durchfahrt mehrerer kleiner Ortschaften in einer Entfernung von ca. 24 km den zum Nationalpark gehörenden Baumkronenpfad. Nach weiteren 3,5 km wird die Staumauer und des Etappenziel Hemfurth-Edersee erreicht. Vor dem Ort liegt der ebenfalls dem Nationalpark angegliederte Wildpark Edersee, zu dem auch eine Greifvogelwarte gehört. Von der Staumauer ist das Schloss Waldeck gut zu erkennen. Über die Oranier-Fahrrad-Route ist es nach ca. 6 km und 150 Höhenmetern zu erreichen. Südlich des Ortes befinden sich die Pumpspeicherkraftwerke Waldeck I u. II. Sehenswert ist das Kavernenkraftwerk Waldeck II. Zu den beiden Oberbecken des Kraftwerks führt eine Standseilbahn.
Edertal–Guxhagen Dieser Abschnitt hat eine Länge von ca. 54 km und führt vorwiegend flach nach Guxhagen, wo die Route auf den Fulda-Radweg endet. Etwa 7 km vor dem Ende der Route muss noch einmal ein Anstieg nach Haldorf von ca. 30 Höhenmetern mit 7 % Steigung überwunden werden. Die Etappe wird von der Bahnstrecke Bad Wildungen-Wabern welche von der Kurhessenbahn betrieben wird und ab Wabern von der Main-Weser-Bahn begleitet. Nach der Staumauer führt der Weg hinunter zum Affolderner See der als Unterbecken des Pumpspeicherkraftwerks Waldeck und als Speicherbecken für das „Laufwasserkraftwerk Affoldern“ dient. Nach ca. 5 km wird dann die Ortschaft Affoldern am Ende des Sees erreicht. Hier kann eine Fahrt mit der Eder-Draisine unternommen werden. Danach führt die Route durch das jetzt breite Edertal und erreicht nach 18 km die Altstadt von Fritzlar mit ihrem gut erhaltenen mittelalterlich geprägte Stadtbild. Besonders erwähnenswert sind der Fritzlarer Dom, die Stadtmauer mit Wehrtürmen aus dem 12.–14. Jahrhundert, das Rathaus von 1109 gilt als das älteste Amtshaus Deutschlands sowie den Markt mit Rolandsbrunnen und ehemaliger Münze. Nach weiteren 7 km erreicht die Route Wabern und 8 km später die Stadt Felsberg. Die kleine Fachwerkaltstadt liegt unterhalb der Ruine der Felsburg. Durch stark landwirtschaftlich geprägtes Gelände folgt der Radweg weitere 16 km dem Lauf der Eder, bevor die Fulda bei Guxhagen erreicht wird. Dabei werden mehrere Ortsteile von Felsburg und der Gemeinde Edermünde gestreift. Entlang der Fulda besteht Anschluss an den Hessischen Radfernweg R1 (Fulda-Radweg) und die D-Route 9 (Weser-Romantische Straße).
Anschluss an andere Radfernwege Große Strecken des Eder-Radwegs vom Start in Lützel bis zur Staumauer des Edersees verlaufen zusammen mit der Oranier-Fahrrad-Route. Sie verbindet die Städte Diez, Nassau, Braunfels, Dillenburg, Siegen und Bad Arolsen, die seit vielen Jahrhunderten eng mit dem Königshaus der Niederlande verbunden sind, über rund 400 Kilometer. Der Hessische Radfernweg R8 (Westerwald-Taunus-Bergstraße) startet in Frankenberg und begleitet den Eder-Radweg bis Hatzfeld über 34 km. Der R8 verläuft über 310 km durch das Gladenbacher Bergland, den Westerwald den Taunus, Frankfurt am Main, den Odenwald bis an die Bergstraße. In Frankenberg-Röddenau biegt der Lahn-Eder-Radweg nach Süden ab und verbindet über ca. 25 km den Eder- mit dem Lahnradweg in der Gemeinde Lahntal.