Holger Herbert Magel (* 3. Mai 1944zfv – Zeitschrift für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement, 139. Jg., Nr. 2/2014, S. n-33Theo Kötter: „Holger Magel zum 75. Geburtstag“. In: zfv – Zeitschrift für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement, 144. Jg., Nr. 3/2019, S. 200 in Neuburg an der DonauTU München: Bio- und Bibliografie o. D. ) ist deutscher Geodät. Er war Chef der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung und nachfolgend Ordinarius für Bodenordnung und Landentwicklung am Institut für Geodäsie, GIS und Landmanagement der TU München. Hier war er zugleich Gründungsdirektor des ersten internationalen postgradualen Master-Programms in Deutschland. Seit 2013 gehört er zum Kreis der Emeriti of Excellence in der nunmehrigen Senior Excellence Faculty der TU München.

Leben Magel studierte von 1963 bis 1968 Vermessungswesen an der TH München. Nach einer leitenden Tätigkeit im Bereich Ingenieurgeodäsie und Kataster in der Grazer Vermessungskanzlei von Karl Rinner absolvierte er von Dezember 1968 bis 1971 sein bayerisches Referendariat mit abschließender Großer Staatsprüfung. Bis 1974 war er Leiter von Flurbereinigungsverfahren einschließlich Dorferneuerung, städtebaulicher Umlegung und Bauleitplanung in Ober- und Niederbayern. Von 1975 bis März 1978 war er erster Konservator (Oberingenieur) am neugegründeten Lehrstuhl für Flurbereinigung und ländliche Neuordnung der Technischen Universität München und Organisator der postgradualen Kontaktstudiengänge Ländliche Neuordnung. 1977 wurde er mit einer Arbeit über Planungsfragen in der Flurbereinigung an der TUM zum Dr.-Ing. promoviert.

Von April 1978 bis Ende 1997 war Magel in leitender Funktion an der Abteilung Ländliche Entwicklung der Obersten Flurbereinigungsbehörde im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten tätig. 1979 wurde er Referatsleiter für Dorferneuerung, Planungsfragen, Landschaftspflege und Öffentlichkeitsarbeit, 1993 zusätzlich Personalchef und 1995 Abteilungsleiter sowie zugleich Chef der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung. Daneben war er von 1978 bis 1980 der erste Geschäftsführer der neu gegründeten Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Flurbereinigung (heute Arge Nachhaltige Landentwicklung) sowie von 1987 bis 1990 stellvertretender Büroleiter von Staatssekretär Hans Maurer.

Nach langjähriger Tätigkeit als Dozent an der Universität der Bundeswehr München unter Elmar Zepf und später an der Technischen Universität München unter Richard Hoisl wurde er 1993 zum Honorarprofessor für Ländliche Neuordnung ernannt. 1998 erhielt er als Nachfolger von Richard Hoisl den Ruf auf den Lehrstuhl für Bodenordnung und Landentwicklung an der Technischen Universität München. Magel wurde 2012 emeritiert. Bis 2015 blieb er aber Direktor des englischsprachigen Masterprogramms „Land Management und Land Tenure“.Prof. Chigbu setzt sich für faire Landnutzung in Afrika ein. In: Alumni Magazin KontakTUM. Herbst/Winter 2023, S. 22–27 (PDF; 5,1 MB).

Magel engagierte sich in zahlreichen Ehrenämtern, wie beispielsweise als Mitglied und danach von 2003 bis 2018 als Vorsitzender des Beirats der Planungsgesellschaft GfL, später Grontmij (inzwischen Sweco),Der Deckel wackelt auf Kontextwochenzeitung.de, abgerufen am 17. Februar 2026 als Vize- und Präsident des Weltverbandes Fédération Internationale des Géomètres (1998–2006).Fédération Internationale des Géomètres: Bio- und Bibliografie o. D.Richard Hoisl: Die Kunst der Erneuerung und der Entwicklung. Zum 60.Geburtstag von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Holger Magel. In: Festschrift Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land. Holger Magel zum 60. Geburtstag. Lehrstuhl für Bodenordnung und Landentwicklung der TUM, Heft 30/2004 der Materialiensammlung, ISBN 3-935049-30-7, S. VII–XII. 2007 wurde er zum Ehrenpräsidenten der FIG ernannt. Zudem ist er nach 25 Jahren Präsidentschaft seit Mai 2019 Ehrenpräsident der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum. Er ist (nun entpflichtetes) Mitglied der Deutschen Geodätischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Neben der jahrzehntelangen Mitgliedschaft im Bayerischen Landesplanungsbeirat war Magel von 2009 bis 2013 Mitglied des Beirats für Raumentwicklung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie von 2014 bis 2018 Mitglied der Enquete-Kommission des Bayerischen Landtags „Gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Bayern“. Zentrales Ergebnis der Kommissionsarbeit war das von Magel und Manfred Miosga entwickelte Modell der Räumlichen Gerechtigkeit. Dieser Begriff fand 2021 erstmals Einzug ins bayerische Landesentwicklungsprogramm. Magel ist immer wieder als Sachverständiger zu Expertenanhörungen im Bayerischen Landtag über Fragen des Landesplanungsgesetzes und Landesentwicklungsprogramms, zur Erhaltung der bayerischen Landschaften oder zum Flächensparen eingeladen.Siehe z. B. Anhörung des Wirtschaftsausschusses des Bayerischen Landtags vom 14. Mai 2020 (vgl. Sachverständigenliste; PDF; 103 kB), abgerufen am 18. Mai 2020. Magel war von 2009 bis 2026 Mitglied des Runden Tisches Bürgerschaftliches Engagement des Bayerischen Sozialministeriums. Von 2012 bis 2024 war er zudem Berater des Bayerischen Bauindustrieverbands und maßgeblich an dem Konzept "Bayern Mobiltät 2030" beteiligt.

Magel wohnt in München.

Wirken Magel wurde auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene bekannt mit seinem Engagement für die Dorferneuerung und Landentwicklung. 1977 organisierte er das erste bundesdeutsche Seminar zur Dorferneuerung nach Inkrafttreten des Flurbereinigungsgesetzes an der TU München; ab 1981 baute er das bayerische Dorferneuerungsprogramm auf. Ein maßgeblicher Förderer der Dorferneuerung und Stärkung des ländlichen Raumes war der CSU-Fraktionsvorsitzende und spätere Landtagspräsident Alois Glück, mit dem Magel seit Jahrzehnten zusammenarbeitet und u. a. mehrere Bücher herausgab. Von 1984 bis 1995 war Magel Leiter des bundesdeutschen Arbeitskreises Dorferneuerung der ARGE Landentwicklung. Aus dieser Position heraus schrieb er 1991 das erste Buch über Dorferneuerung im wiedervereinigten Deutschland. 1992/1993 war Magel im Auftrag der Generaldirektion Landwirtschaft der Europäischen Kommission zugleich Berater für Ländliche Entwicklung in den fünf neuen deutschen Bundesländern. 1992 trug er entscheidend zur Umbenennung der „Flurbereinungsverwaltung“ in „Verwaltung für Ländliche Entwicklung“ bei.Holger Magel, Frank Langguth: Wie die Ländliche Entwicklung zu ihrem Namen kam. In: DVW Bayern Mitteilungen, 78. Jg., Heft 1/2026, S. 7–18, .

Bereits 1982 hatte er zusammen mit Fritz Auweck mit dem Buch Biotopschutz in der Flurbereinigung die Grundlagen für eine eigenständige Landschaftsplanung in der Flurneuordnung gelegt und nachfolgend in der Praxis eingeführt. Durch seine Initiative wurden die drei bayerischen Schulen der Dorferneuerung und Landentwicklung (Thierhaupten, Plankstetten und Klosterlangheim) gegründet sowie 1990 die Bayerischen Tage der Dorfkultur ins Leben gerufen. Magel ist auch Mitbegründer der Arge Ländlicher Raum (Arbeitsgemeinschaft der Akademien Ländlicher Raum in den deutschen Ländern) sowie der Europäischen Arbeitsgemeinschaft Landentwicklung und Dorferneuerung (1988/89). Im Rahmen seines Wirkens als Leiter der (heute) Abteilung Land- und Immobilienmanagement der Deutschen Geodätischen Kommission war er maßgeblich an der Einführung des Begriffs „Land Management“ in die deutsche Bodenordnungswissenschaft beteiligt.Reinfried Mansberger: 75. Geburtstag von Univ.-Prof. EoE Dr.-Ing. Holger MAGEL. In: vgi – Österreichische Zeitschrift für Vermessung & Geoinformation, 107. Jg., Heft 3/2019, S. 211–212.

Magel begründete 1999 auch die Münchner Tage der Bodenordnung und Landentwicklung (heute: Münchner Tage für nachhaltiges Landmanagement) und den ausrichtenden gleichnamigen Förderkreis. Im deutschen Expojahr 2000 organisierte und leitete er im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums die erste Weltkonferenz Rural 21 in Potsdam.

Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurde Holger Magel 2002 für seinen beispielhaften Einsatz für den Ländlichen Raum, insbesondere für Landentwicklung und Dorferneuerung verliehen. Weitere hohe Ehrungen, darunter die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber 2006, der Bayerische Verdienstorden 2007, die Staatsmedaille in Gold 2009 und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse 2013 folgten. Aufgrund seines außerordentlichen Engagements in Österreich wurde ihm 1988 als erstem Ausländer der Hans-Kudlich-Preis verliehen.

Magel hat zahlreiche wissenschaftliche Forschungsarbeiten und Veröffentlichungen (über 450) publiziert. Er war u. a. Schriftleiter der Zeitschrift für Vermessungswesen (ZfV; 1976 und 1985–1994) und der Berichte aus der Flurbereinigung (später Berichte aus der Ländlichen Entwicklung), Mitherausgeber der Zeitschrift für Kulturtechnik und Flurbereinigung (nachfolgend Kulturtechnik und Landentwicklung) sowie Herausgeber der von ihm 1976 gegründeten Materialiensammlung des Lehrstuhls für Bodenordnung und Landentwicklung der Technischen Universität München.

Er war Gastprofessor in Melbourne 2003 und Krakau 2017.

Seit 1988 ist Magel intensiv in China tätig. Im November 1988 startete er in der bayerischen Partnerprovinz Shandong das sino-bayerische Pilotprojekt Dorf- und Landentwicklung Nan Zhang Lou. Die Provinzregierung Shandong verlieh ihm im Oktober 2019 in Anerkennung seines jahrzehntelangen Einsatzes den Titel „Ambassador of Friendship of Shandong Province“.

In Kambodscha war Magel, zuletzt als Technischer Berater des Land- und Raumordnungsministers, maßgeblich an der Erarbeitung einer nationalen Raumordnungsstrategie und der „White Paper Land Policy“ beteiligt.

Auszeichnungen und Ehrungen 1976: Staatspreis für vorbildliche Flurbereinigung Thalheim 1987: Ehrenmedaille des französischen Conseil d’État 1988: Tiroler Adler-Orden in Gold 1988: Silbernes Ehrenzeichen des Landes Salzburg 1988: Hans-Kudlich-Preis des Ökosozialen Forums Österreich (Österreichische Gesellschaft für Land- und Forstwirtschaft) 1991: Silberne Bürgermedaille der Gemeinde Münchsmünster, Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm 1996: Ehrenbürger der slawonischen Gemeinde Vrbje (Kroatien) 2000: Bayerische Denkmalschutzmedaille 2002: Ehrenmitglied im Verein „Schule der Dorf- und Landentwicklung Thierhaupten“ und 2012 (bisher einziger) Träger der Diamantenen Ehrennadel 2002: Bundesverdienstkreuz am Bande 2002: Medaille „Naturerbe Bayern“ in Gold und in Silber (1996) des Bayerischen Landesjagdverbandes 2004: Großer Bayerischer Löwe des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 2004: Löwe des Bayerischen Gemeindetages 2004: Goldene Ehrennadel der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum 2006: Soldnermedaille des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen 2006: Goldene Ehrennadel des Bundes der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure 2006: Senior Advisor des Land Consolidation and Rehabilitation Centers im Ministry of Land and Resources, Peking 2006: Bayerische Verfassungsmedaille in Silber 2007: Bayerischer Verdienstorden 2007: Ehrenmitglied des DVW Bayern 2008: Ehrenbürger der Gemeinde Nan Zhang Lou (China) 2009: Helmert-Gedenkmünze des DVW – Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement e. V., Ehrenmitglied und Goldene Ehrennadel des DVW Bund 2009: Staatsmedaille in Gold des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 2009: Nominee der TUM-Hochschulleitung für den Schelling-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 2010: Commander des Royal Order of Sowathara, Kambodscha 2010: Goldener Löwe des Bayerischen Landkreistags 2011: Silbernes Komturkreuz des Landes Niederösterreich 2013: TUM Emeritus of Excellence 2013: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse 2013: Verleihung des Titels „Excellency“ des Königreichs Kambodscha