Die Fondation Beyeler ist ein Schweizer Kunstmuseum und eine Stiftung mit Sitz in Riehen bei Basel im Kanton Basel-Stadt. Sie zählt zu den meistbesuchten Kunstmuseen der Schweiz. Eigentümerin der Sammlung Beyeler ist die Beyeler Stiftung.

Geschichte Die 1982 gegründete Stiftung ist Eigentümerin der von den Eheleuten Hildy und Ernst Beyeler in etwa 50 Jahren zusammengetragenen Kunstsammlung. Erstmals 1989 öffentlich im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid gezeigt, liegt ihr Schwerpunkt in der klassischen Moderne und Gegenwartskunst.

Die Direktion hatte zunächst Ernst Beyeler selbst inne, ab April 2003 dann Christoph Vitali, seit Januar 2008 Sam Keller.

Im Jahr 2024 zählte die Stiftung 389'188 Besucherinnen und Besucher.

Museumsgebäude mini|Aussenansicht der Fondation Beyeler (2015) mini|Aussenansicht der Fondation Beyeler (2015) mini|Skulpturen von Alexander Calder (vorne) und Ellsworth Kelly im Park der Fondation Beyeler (2008) mini|Skulptur von Jeff Koons, 2012 mini|«Hase», Skulptur von Thomas Schütte im Park (2013) mini|«White Curves», Skulptur von Ellsworth Kelly im Park (2008) Im Jahr 1994 erhielt der Architekt Renzo Piano den Auftrag, für die Sammlung ein öffentliches Museum zu bauen, das am 18. Oktober 1997 im Park des Berowerguts in Riehen bei Basel eröffnet wurde. Der Museumsbau liegt einen Kilometer von der deutschen Grenze entfernt und zeichnet sich durch seine Einbettung in die Umgebung, mit Blick auf Obstwiesen in den Langen Erlen, das Flusstal der Wiese aus. Der lang gestreckte Bau mit 127 Metern liegt an der verkehrsreichen Baselstrasse; gegen deren Lärm wird er von einer mit Porphyrplatten verkleideten Mauer abgeschirmt.

Seit dem Jahr 2021 war das Museum ein Ort von Filmdreharbeiten für Wim Wenders Langzeitdokumentation in 3D über das Denken und Arbeiten von Peter Zumthor, Arbeitstitel war Das Geheimnis der Orte. Leitthemen der Dokumentation sind der Neubau des Los Angeles County Museum of Art und der Erweiterungsbau der Fondation Beyeler. Der Film hatte am 6. September 2026 unter dem Titel From Inside Out – The Architecture of Peter Zumthor seine Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig (ausser Konkurrenz, Sektion Venice Open).

Sammlung Die Sammlung Beyeler, die rund 400 Werke der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst enthält, dokumentiert den persönlichen Blick des Galeristen-Ehepaars Hildy und Ernst Beyeler auf die Kunst des 20. Jahrhunderts. Unter anderem werden Werke von Edgar Degas, Paul Cézanne, Claude Monet, Henri Rousseau, Vincent van Gogh, Wassily Kandinsky, Henri Matisse, Fernand Léger, Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Joan Miró, Alexander Calder, Paul Klee, Max Ernst, Piet Mondrian, Andy Warhol, Roy Lichtenstein oder Francis Bacon gezeigt. Die Rothko Rooms sind eine ausserhalb der USA einmalige Präsentation von Werken des Künstlers Mark Rothko. Den Kunstwerken der klassischen Moderne werden etwa 25 Objekte der indigenen Künste aus Afrika, Ozeanien und Alaska gegenübergestellt.

Im Jahr 1999 wurde der grosse Saal im Norden des Gebäudes um zwölf Meter erweitert, so dass seither ein Drittel der insgesamt 3800 Quadratmeter grossen Ausstellungsfläche für Sonderausstellungen reserviert werden kann, welche die ständige Sammlung ergänzen oder mit ihr in einen Dialog treten.

Seit Bestehen des Museums wird der umgebende Garten in Sonderausstellungen einbezogen, die ohne Eintritt in das Museum zugänglich sind. So sorgte die Verhüllung der Bäume des Parks durch Christo und Jeanne-Claude im November/Dezember 1998 für Aufsehen. Ab September 2011 bis Januar 2012 fand die Präsentation von Louise Bourgeois’ Monumentalskulptur Maman in Bern, Zürich, Genf und in der Fondation Beyeler anlässlich des 100. Geburtstags der Künstlerin statt., fondationbeyeler.ch, abgerufen am 16. April 2013. Für die Einzelausstellung des isländisch-dänischen Künstlers Olafur Eliasson liess dieser eine Fensterfront entfernen und den vorderen Ausstellungsbereich mit Wasser fluten. Da die Verbindung von Kunst und Natur auch künftig eine wichtige Rolle spielen soll, hat die Stiftung im Oktober 2025 erstmals die Stelle eines Botanischen Kurators besetzt – mit der Kulturwissenschaftlerin und Szenografin Rahel Kesselring.

Im Jahr 2005 war die Stiftung Partnerorganisation der Skulpturenausstellung Blickachsen 5 in Bad Homburg vor der Höhe. Im Jahr 2018 wurde bekannt, dass zahlreiche impressionistische Gemälde des Rudolf Staechelin Family Trusts zukünftig als Leihgabe «periodisch» in der Fondation zu sehen seien.

Ausstellungen (Auswahl) 2011: Constantin Brâncuși & Richard Serra 2011/12: Louise Bourgeois, 3. September 2011 bis 8. Januar 2021Fondation Beyeler: Louise Bourgeois. Abgerufen am 11. März 2021. Dalí, Magritte, Miró – Surrealismus in Paris, 2. Oktober 2011 bis 29. Januar 2012 , Fondation Beyeler, abgerufen am 30. Oktober 2011 2012: Pierre Bonnard, 29. Januar bis 13. Mai 2012 2012/13: Edgar Degas, 30. September 2012 bis 27. Januar 2013 Homepage Fondation Beyeler, abgerufen am 3. Oktober 2012 2013: Ferdinand Hodler, 27. Januar bis 26. Mai 2013 Collection Renard, 9. März bis 5. MaiSchenkung Collection Renard Die Tageswoche, abgerufen am 9. August 2013 Max Ernst, 26. Mai bis 8. September 2013 Maurizio Cattelan, 8. Juni bis 6. Oktober 2013 My Art Guides, abgerufen am 9. August 2013 Thomas Schütte, 6. Oktober bis 2. Februar 2014 2014: Odilon Redon, 2. Februar bis 18. Mai 2014 Gerhard Richter, 18. Mai bis 7. September 2014 Gustave Courbet, 7. September bis 18. Januar 2015 2015: Paul Gauguin, u. a. mit Nafea faa ipoipo, 8. Februar bis 22. Juni 2015 2016: Jean Dubuffet – Metamorphosen der Landschaft, 31. Januar bis 8. Mai 2016 Alexander Calder & Fischli/Weiss, 29. Mai bis 4. September 2016 2016/17: Roni Horn – The Selected Gifts, 11. Juni 2016 bis 1. Januar 2017 (Kuratorin Theodora Vischer) Wassily Kandinsky, Marc & Der Blaue Reiter, 4. September 2016 bis 22. Januar 2017. Katalog. 2017: Claude Monet, Licht, Schatten und Reflexion, 22. Januar bis 28. Mai 2017. Katalog. Sammlung Beyeler «Das Original», 5. Februar bis 7. Mai 2017. Wolfgang Tillmans, 28. Mai bis 1. Oktober 2017. 2017/18: Paul Klee, 1. Oktober 2017 bis 21. Januar 2018. 2018: Georg Baselitz, 21. Januar 2018 bis 29. April 2018. Alberto Giacometti & Francis Bacon, 29. April 2018 bis 2. September 2018. 2019: Der junge Picasso – Blaue und Rosa Periode, 3. Februar 2019 bis 16. Juni 2019. 2019/20: Resonating Spaces mit Arbeiten von Leonor Antunes, Silvia Bächli, Toba Khedoori, Susan Philipsz und Rachel Whiteread, 6. Oktober 2019 bis 26. Januar 2020. 2020: Edward Hopper, 26. Januar bis 20. September 2020 Verlängert bis Ende November: Silent Visionk 2021/22: Francisco de Goya, 10. Oktober 2021 bis 23. Januar 2022 2022: Georgia O'Keeffe, 23. Januar bis 22. Mai 2022. 2022: Mondrian Evolution, 5. Juni 2022 bis 9. Oktober 2022. 2022/23: Jubiläumsausstellung 25 Jahre Fondation Beyeler Special Guest Duane Hanson 2023: Picasso: Künstler und Modell – Letzte Bilder 2023: Wayne Thiebaud 2024: Jeff Wall 2025: Nordlichter, 26. Januar 2025 bis 25. Mai 2025 + 2025: Yayoi Kusama, 12. Oktober 2025 bis 25. Januar 2026 2025: Der Schlüssel der Träume. Surrealistische Meisterwerke der Collection Hersaint 2026: Cezanne 2026: Sensations 2026: Pierre Huyghe

Erweiterung Im Januar 2015 machte die Fondation ihre Absicht zur Errichtung eines Erweiterungsbaus im benachbarten, bisher privaten Iselin-Weber-Park des 19. Jahrhunderts öffentlich. Eine Jury wählte im September 2016 den Projektvorschlag des Schweizer Architekturbüros Atelier Peter Zumthor & Partner aus. Die Investitionssumme beträgt 120 Millionen Schweizer Franken. Das dreiteilige Gebäude mit einem «Haus der Kunst» (Wyss Museum) mit zusätzlich 1.500 m2 Ausstellungsfläche sowie einem Serviceanwesen und einem Veranstaltungspavillon eröffnet schrittweise ab dem 26. September 2026; die vollständige Eröffnung erfolgt am 14. Januar 2027.

Skulpturenweg mini|24 Stops: Glocke des Bildhauers Tobias Rehberger beim Eingang der Fondation Beyeler (Foto: 2016) Seit September 2015 verbindet ein Skulpturenweg mit zwölf Werken des Bildhauers Tobias Rehberger die Fondation Beyeler mit dem Vitra Campus der Firma Vitra. Weitere zwölf Skulpturen kamen im Juni 2016 hinzu. Das Projekt heisst 24 Stops.

Filme Fondation Beyeler in Riehen bei Basel (= Museums-Check. Folge 12). Reportage, 30 Min., Moderation: Markus Brock, Produktion: 3sat. Erstausstrahlung: 13. November 2011.

Literatur Alexander Hosch: Architekturführer Schweiz, die besten Bauwerke des 21. Jahrhunderts, Callwey, München 2015, ISBN 978-3-7667-2149-5, S. 258. Barbara Saladin: 20 Jahre Fondation Beyeler. In: Basler Stadtbuch 2017, S. 1–15. (Online). Annemarie Monteil: Die Tugend der Leichtigkeit. Das Museum Beyeler auf dem Berowergut in Riehen. In: Basler Stadtbuch 1993, S. 129–133.

Weblinks

Fondation Beyeler Bäume an der Fondation Beyeler 1998 von Christo und Jeanne-Claude verhüllt Fotos in der Bilder-Datenbank des Kantons Basel-Stadt «Dalí, Magritte, Miró – Surrealismus in Paris» – eine Ausstellung der Fondation Beyeler in Riehen. In: NZZ vom 29. Oktober 2011 Luzia Knobel: Fondation Beyeler. In: Gemeinde Lexikon Riehen

Einzelnachweise

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