mini|Heckansicht mini|Retro-Design Der Fiat 500 von 2007 (Typ 312) ist ein Pkw-Modell des italienischen Automobilherstellers Fiat. Er wird der sogenannten Kleinstwagenklasse zugerechnet, obwohl er deutlich größer ist als sein stilistisches Vorbild, der von 1957 bis 1977 hergestellte Fiat Nuova 500. Unter dem Namen Fiat Trepiùno wurde 2004 auf dem Genfer Auto-Salon eine Retro-Design-Studie vorgestellt.
Am 4. Juli 2007 – 50 Jahre nach Vorstellung des Nuova 500 – präsentierte Fiat den Wagen offiziell. Der Verkauf in Deutschland begann am 27. Oktober 2007.
In der Modellhistorie von Fiat ist der neue 500 der direkte Nachfolger des Seicento. Im Gegensatz zu seinen als günstige Einstiegsmodelle geltenden Vorgängern soll der 500 Lifestyle-Produkt nach Vorbild des Mini sein. Technisch teilt sich der 500 viele Komponenten wie die Motoren und die Bodengruppe mit dem Panda. Die Preise des Fiat 500 lagen etwa 1.500 Euro über denen des Panda.
Am 19. November 2007 wurde der neue Fiat 500 zum Auto des Jahres 2008 gewählt.
Ende 2013 brachte Fiat die sportlich anmutende Version 500S auf den Markt.Nur sportlich geschminkt Rheinische Post vom 30. November 2013 2019 war mit 375.000 Fahrzeugen das erfolgreichste Verkaufsjahr.faz.net vom 15. Februar 2020, Stromstoß für ein langes Leben, abgerufen am 29. Februar 2020. Zum Genfer Auto-Salon 2020 wurde die nächste Generation auf einer neuen Plattform als elektrischer 500E zusätzlich vorgestellt.faz.net vom 24. März 2020, In alter Form zu neuen Ufern, abgerufen am 25. März 2020
Anfang Juli 2024 wurde die Produktion eingestellt. Insgesamt wurden seit 2007 über 3,2 Millionen Modelle produziert. In Deutschland verkaufte Fiat 350.000 Stück.
Entwicklung Der Fiat Trepiùno wurde als Designgrundlage für das Serienmodell auf dem Genfer Auto-Salon 2004 vorgestellt.
mini|links|Die Studie Fiat Trepiùno von 2004 mini|links|Das Serienmodell sowie das historische Vorbild Auf einer Außenlänge von 3,30 Meter erinnerte das Retro-Design ohne Kühlergrill und mit Rundscheinwerfern und dem steil abfallenden Heck an den alten Fiat 500 nuova mit Faltschiebedach. Weitere Eigenschaften der technisch mit dem Fiat Panda verwandten Studie waren große Leichtmetallräder, ein weiß-roter Innenraum mit zentralem LC-Informationsdisplay und ein besonderes Sitzkonzept: In Normalstellung gibt es einen 2+2-Sitzer mit hinteren umlegbaren Notsitzen. Klappt der Beifahrer die Armaturenblende vor sich weg und rutscht nach vorne, entsteht hinter ihm ein Sitzplatz mit genügend Beinfreiheit, es entsteht ein 3+1-Sitzer; daher auch der Name der Konzeptstudie Trepiùno („drei plus eins“). Die platzsparenden Sitze aus zwei unterschiedlich harten Schichten Polyurethan sind besonders dünn und sollen dennoch genügend Komfort bieten.
Das Retro-Design war seit den 1990er-Jahren von verschiedenen Herstellern mit unterschiedlichem Erfolg angewandt worden, darunter Wagen wie der VW New Beetle, der Nissan Figaro und der Chrysler PT Cruiser. Direkter Konkurrent des 500 ist der seit dem Jahr 2001 produzierte Mini, der ebenfalls eine Neuinterpretation eines historischen Kleinwagens ist.
Zu Kommunikations- und Werbezwecken sicherte sich das Herstellerwerk die Domains fiat500.de und fiat500.com schon vor der Markteinführung. Dort hatte nun jeder die Möglichkeit, die Optik und Ausstattung des künftigen Serienmodells zu beeinflussen. „Dieses Vorgehen ist einmalig“, sagte Markenvorstand Luca Cordero di Montezemolo, „zum ersten Mal in der Geschichte von Fiat, vielleicht sogar der gesamten Automobilindustrie, wird ein neues Auto unter aktiver Mitarbeit der Öffentlichkeit entwickelt.“ Zusätzlich ließ sich aus einer Reihe vorgegebener Ausstattungsdetails (Leichtmetallfelgen, Farben usw.) der individuelle Fiat 500 zusammenstellen. Auch diese Beiträge nähmen Einfluss auf die zukünftige Serienproduktion, versprach der Hersteller.
Nach einer von der Designabnahme bis zum Serienanlauf verhältnismäßig kurzen Entwicklungszeit von 18 Monaten wird der neue Fiat 500 (seit August 2008 zusammen mit dem neuen Ford Ka) im Fiat-Werk Tychy (Polen) gebaut; anfangs war eine jährliche Produktion von 120.000 Exemplaren geplant. Das Fahrzeug sollte zunächst am 15. September 2007 erscheinen, dieses Datum wurde auf den 4. Juli 2007, also exakt auf den 50. Jahrestag der Vorstellung des Nuova 500, vorgezogen. Wegen der hohen Nachfrage kam es bei der Auslieferung des Fiat 500 an die Kunden teilweise zu Wartezeiten von bis zu acht Monaten. Im Februar 2008 gab Fiat bekannt, die Produktion auf 190.000 Exemplare jährlich zu erhöhen. Die Einheiten für den amerikanischen Kontinent werden seit 2012 im Werk der Chrysler de México bei Toluca gebaut.
Seit Oktober 2012 wird auch der Fiat 500L angeboten, ein Minivan mit Designelementen des Fiat 500, jedoch auf Basis des Fiat Punto. Die Familie wurde 2014 durch den Mini-SUV Fiat 500X erweitert, der mit dem Jeep Renegade auf einer technischen Basis steht.
2016 erhielt der 500 eine Modellpflege.
Technik Der Fiat 500 des Modelljahrs 2007/2008 teilt sich eine technische Plattform mit dem Fiat Panda, weshalb viele Bauteile des Panda im 500 eingesetzt werden. In einigen Bereichen musste die Technik jedoch abgeändert werden: Wegen der kurzen Überhänge, der großen Räder und der nach oben eingezogenen Seitenfenster bekam der Wagen einen neuen Vorderbau mit nach hinten versetztem Kühler. Eine Besonderheit ist das Start-Stopp-System, das in Verbindung mit weiteren Maßnahmen den Verbrauch um 3 bis 10 Prozent senken soll.
Im Januar 2020 wurde eine Mild-Hybrid-Version mit 1.0-l-Dreizylinder-Ottomotor bestellbar, die bereits EURO 6d erfüllt.
Technische Daten Technische Daten Modell Zylinder Ventile Hubraumcm³ Max. Leistungbei min−1 Max. Drehmomentbei min−1 0–100 km/h Höchst-geschwindigkeit Verbrauch (l/100 km) CO2-Emission Bauzeit Ottomotoren 0.9 TwinAir Turboheise.de/autos vom 8. Juli 2010, Fahreindrücke im Fiat 500 TwinAir, am 29. Februar 2020 abrufbar. 2 8 875 63 kW (85 PS)/5500 145 Nm/1900 11,0 s 173 km/h 3,8 S 90 g/km 10/2010–08/2019 0.9 TwinAir erdgas Turbo 4,1 S 95 g/km (Erdgas: 80 g/km) 06/2011–08/2019 0.9 TwinAir Turbo 77 kW (105 PS)/3750 145 Nm/2000 10,0 s 188 km/h 4,2 S 99 g/km 12/2013–07/2018 1.0 6V Mild-Hybrid 3 6 999 51 kW (70 PS)/6000 92 Nm/3500 14,7 s 163 km/h 3,9 S 88 g/km 01/2020–07/2024 1.2 8V 4 8 1242 51 kW (69 PS)/5500 102 Nm/3000 12,9 s 160–163 km/h 4,9 S 115 g/km 09/2007–12/2020 1.2 8V LPG 160 km/h 5,0 S 117 g/km (LPG: 104 g/km) 02/2018–12/2020 1.4 16V 16 1368 74 kW (101 PS)/6000 131 Nm/4250 10,5 s 182 km/h 5,6–6,3 S 130–149 g/km 09/2007–12/2013 Abarth 500/500C 99 kW (135 PS)/5500 180 Nm/4500 (206 Nm/3000) 7,9 s 205 km/h 6,5 S 155 g/km 08/2008–11/2013 [08/2011–08/2012] Abarth 500/500C Autom. (MTA) 103 kW (140 PS)/5500 180 Nm/4500 (206 Nm/2000) 8,1 s 151 g/km 08/2012–12/2013 [06/2010–06/2016] Abarth 595 Custom 206 Nm/2000 7,9 s 6,0 S 139 g/km 08/2015–06/2016 Abarth 595/595C 107 kW (145 PS)/5500 206 Nm/3000 7,8 s 210 km/h 6,0–6,5 S 139–155 g/km 06/2016–05/2022 Abarth Esseesse 118 kW (160 PS)/5750 206 Nm/3000 (230 Nm/3000) 7,4 s 211 km/h 6,5 S 155 g/km 01/2009–03/2013 Abarth 595/595C Competizione 118 kW (160 PS)/5500 230 Nm/3000 205–210 km/h 08/2012–04/2016 Abarth 595 Turismo 210 km/h 6,0 S 139 g/km 07/2012–06/2016spiegel.de vom 10. August 2012, Abarth 595: Der Fiat 500 als Kugelblitzchen Abarth 595//595C Pista 7,3 s 216 km/h 06/2017–11/2019 121 kW (165 PS)/5500 230 Nm/2250 218 km/h 6,8 S 155 g/km 11/2019–12/2020 Abarth 595/595C Turismo 230 Nm/3000 6,0–6,5 S 139–155 g/km 06/2016–07/2024 Abarth 695/695C XSR Yamaha 6,0 S 139 g/km 06/2017–08/2018 Abarth 595/595C Competizione 132 kW (180 PS)/5500 250 Nm/3000 6,7 s 225 km/h 06/2015–05/2022 Abarth 695 132 kW (180 PS)/5750 230 (250) Nm/3300 6,9 s 6,5 S 151 g/km 10/2010–08/2018250 Nm/22506,7 s6,9 S156 g/km05/2022–07/2024 Abarth 695 70° Anniversario 250 Nm/3000 6,8 S 155 g/km 10/2019–12/2021 Abarth 695 Tributo 131 Rally 132 kW (180 PS)/5500 250 Nm/2250 6,7 S 153 g/km 05/2022–10/2022 Abarth 695 75° Anniversario 7,2 S 162 g/km 02/2024–07/2024 Abarth 695 BipostoAbarth 695 Biposto 140 kW (190 PS)/5750 270 Nm/2500 5,9 s 230 km/h 6,2 SP 145 g/km 12/2014–08/2018 Dieselmotoren 1.3 JTD Multijet 16V 4 16 1248 55 kW (75 PS)/4000 145 Nm/1500 12,5 s 165 km/h 4,2 D 111 g/km 09/2007–09/2010 1.3 Multijet 16V DPF 70 kW (95 PS)/4000 200 Nm/1500 10,7 s 180 km/h 3,5 D 89 g/km 12/2009–07/2018 Elektromotor 500eFiat USA: , aufgerufen 2. Oktober 2013AutoBild.de, 7. Januar 2013: Offizieller Elektro-500, aufgerufen 2. Oktober 2013 Elektromotor 83 kW (113 PS) 200 Nm 9,3 s 137 km/h 18 kWh 0 g/km 08/20132013 Fiat 500e review–09/2019
Bauzeit Datum in eckiger Klammer gelten für das Cabriolet. Fünf-Gang-Schaltgetriebe (Sechs-Gang-Schaltgetriebe für 1,4-Liter-Motor und 1,0-Liter-Mild-Hybrid) Automatisiertes Getriebe Dualogic (für 0,9-, 1,2- und 1,4-Liter-Motoren) einstufiges Untersetzungsgetriebe beim 500e 70 kW nur mit Stopp-Start-Automatik Drehmomentangaben in der Klammer gelten für den Sport-Modus (erhöhter Ladedruck).
Sicherheit und Fahrverhalten Neben sechs Airbags sorgen ein Knieairbag für den Fahrer, Aufprallenergie absorbierende Verstärkungen und ein verbesserter Fußgängerschutz für bestmögliche Sicherheit. Gegenüber dem Panda erhielt der 500 eine breitere Spur, größere Stabilisatoren, ein neu abgestimmtes Fahrwerk sowie ein aktuelles Antiblockiersystem (ABS) und elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) mit Bremsassistent, (ESP nicht in allen Märkten serienmäßig, z. B. in Österreich), um ein sicheres Fahrverhalten bei gleichzeitig hoher Agilität und Komfort zu gewährleisten. Der Bremsweg liegt laut Fiat bei etwa 38 Metern, wenn vorne und hinten Scheibenbremsen eingebaut sind (Serie bei 100-PS-Version).
Der Fiat 500 hat beim Euro-NCAP-Crashtest 2009 fünf Sterne (35 Punkte) erzielt. Damit ist er das erste Fahrzeug aus dem A-Segment (Kleinstwagen), das diese Höchstwertung erreichte.Testergebnis beim Euro NCAP Pre-2009, (PDF; 230 kB) abgerufen am 29. Februar 2020. Das Ergebnis 2017 sind drei Sterne.https://cdn.euroncap.com/media/49933/euroncap-2017-fiat-500-datasheet.pdf Testergebnis beim Euro NCAP 2017, (PDF, 626 kB) abgerufen am 29. Februar 2020.
Kindersitze lassen sich auf den beiden Rücksitzen sicher befestigen. Dort sind auch Isofix-Halterungen vorhanden. Auf dem Beifahrersitz sind rückwärtsgerichtete Kindersitze erlaubt, wenn der Beifahrerairbag über den Bordcomputer deaktiviert wird.
Design mini|Runde Scheinwerfer und bunte Farben erinnern an das Urmodell mini|Detail des Kombiinstruments Gestalterisch basiert der Fiat 500 weitestgehend auf der Studie Trepiùno. Das Lieferprogramm des Serienmodells bietet eine große Bandbreite an verschiedenen Ausstattungsmerkmalen, darunter verschiedene Außenlackierungen, Stoffe, Oberflächen, Aufkleber und viele weitere Extras. Bis zu 549.000 verschiedene Kombinationen sind möglich, die eine große Individualisierung erlauben.
Exterieur Das Außendesign des Serienmodells orientiert sich allgemein an dem alten Fiat 500; es handelt sich jedoch um eine sehr freie und moderne Interpretation, so zum Beispiel die runden Doppelscheinwerfer, das steil abfallende Heck, die Chromstoßfänger, der rundumlaufende „Gürtel“ (Sicke unterhalb der Fenster) und die schmalen Heckleuchten. Auch das Faltverdeck der historischen Modelle gibt es seit 2009 beim Cabriolet Fiat 500 C. Für die Limousine werden gegen Aufpreis das „Sky Dome“ genannte elektrisch zu öffnende Glasdach und ein nicht zu öffnendes Panoramaglasdach angeboten.
Innenraum