Das Schloss Montsoreau ist ein Schloss im Renaissancestil im Loiretal, welches direkt am Ufer der Loire im Département Maine-et-Loire in der Region Pays de la Loire in Frankreich steht. Es befindet sich im Dorf Montsoreau in der Nähe von Saumur, Chinon, Fontevraud-l’Abbaye und Candes-Saint-Martin. Das Schloss ist das einzige der Loire-Schlösser, das im Flussbett der Loire errichtet wurde.
Das Management liegt in den Händen eines privaten Unternehmens. 2015 unterzeichneten der französische Kunstsammler Philippe Méaille und der Präsident der französischen Abteilung von Maine-et-Loire einen Pachtvertrag für 25 Jahre zur Immobilie des Schlosses Montsoreau. Philippe Méaille installierte seine außergewöhnliche Sammlung radikaler Konzeptualisten Art & Language und eröffnete 2016 das Schloss Montsoreau – Museum für zeitgenössische Kunst.
Erbaut wurde das Gebäude um die Mitte des 15. Jahrhunderts von Jean II. de Chambes, einem Vertrauten und Diplomaten Karls VII., anstelle eines älteren Bauwerkes. Das strategisch wichtige Schloss sicherte einst die Straße von Chinon nach Saumur.
Nach der Französischen Revolution wurde das Schloss unter mehreren Besitzern aufgeteilt. Die Räume wurden zum Schluss nur noch als Wohnungen und Lagerräume genutzt, und schließlich verfiel das Gebäude. Dass die Ruine weiterhin populär blieb, ist nicht zuletzt dem Roman Die Dame von Monsoreau zu verdanken. Nachdem das Département das Schloss erworben hatte, wurde es restauriert. 2001 wurde das Schloss nach umfassenden Restaurierungsarbeiten unter dem Motto Les imaginaires de Loire wiedereröffnet.
Die ursprünglich an die Schlossmauern brandende Loire floss durch künstlich angelegte Gräben rund um den Schlosshof. Das passt zu dem burgähnlichen Eindruck, den das im ausgehenden Mittelalter entstandene Bauwerk von außen vermittelt. Auf der Hofseite jedoch prunkt speziell der östliche Treppenturm in reinstem Renaissancedekor. Auch die aufwändig gestaltete Dachzone des Hauptflügels überspielt den wehrhaften Charakter. Die Säle im Inneren haben noch ihre ursprünglichen Balkendecken und Kamine.
Vom Wehrgang des Schlosses hat man einen Blick auf die Loire und über die Dächer des Marktfleckens Montsoreau. Außerdem ist der ausgetrocknete, aus dem Felsen herausgehauene Wassergraben zwischen Schloss und Dorf zu erkennen.
Das Schloss Montsoreau wird seit 1862 vom französischen Kulturministerium als historisches Gebäude geführt. Seit 2000 ist das Schloss Montsoreau Teil des Loiretal UNESCO-Welterbe.
Etymologie mini|Schloss Montsoreau Der Name Mount Soreau (Castrum Monte Sorello, Mons Sorello, Mountsorrell, Monte-Sorel, Monsorel, Munsorel, Muntesorel oder Montsorel) erscheint in seiner lateinischen Form erstmals 1086 in einem Kopialbuch. Mons oder Monte (Berg) bezieht sich auf das felsige Vorgebirge, das sich im Flussbett der Loire befindet und auf dem die Festung Montsoreau errichtet wurde. Der Name Sorello ist in mehreren latinisierten Formen zu finden: Sorello, Sorel, Sorelli.
Literatur
(In der originalen Version des Buches spricht man von „Mont de la Souris“. Dies bedeutet „Der Berg der Maus“, aber in der deutschen Übersetzung wurde dieser Teil des Textes zurückgelassen.)
Namensvariationen Montsoreau Monsoreau
Geographie: Standort und natürliche Umgebung Dorf Das Dorf, heutzutage Montsoreau genannt, war ursprünglich zweiteilig:
Der Hafen von Rest: in der Nähe von dem Rinnsal Arceau. « Rest sous Montsoreau » am Fuße des Hügels und am Flussufer der Loire, mit dem Schloss von Montsoreau.
Der Name « Rest » kommt von dem lateinischen Wort Restis, dies bedeutet Netz, Hinweis auf die zahlreichen Fischermänner aus dem Dorf.
Das Schloss Montsoreau liegt strategisch günstig am Zusammenfluss zweier Flüsse, der Loire und der Vienne, sowie am Schnittpunkt der drei historischen politischen Regionen Anjou, Poitou und Touraine. Es liegt in einer national geschützten Region, dem regionalen Naturpark Loire-Anjou-Touraine. mini|Heinrich der II. beendet bei der Belagerung von Montsoreau den von seinem Bruder Geoffroy organisierten Aufstand. Das Schloss wurde direkt in das Bett der Loire, am Fuße des Hügels, in Tuffstein gebaut – der örtliche Felsen, der an vielen Stellen noch sichtbar ist. Viele Grundstücke in der Region sind aus diesem Stein gebaut und in der Tat gibt es viele Häuser, die in den Hügeln und in den dort befindlichen Höhlen gebaut sind. Diese Art der natürlichen Fundamentierung ist bei der Errichtung wichtiger Bauwerke recht häufig anzutreffen. Die topografische Lage scheint für die Verteidigung eher ungünstig zu sein, aber es gab eine Hypothese, es gäbe wohl eine Motte am lieu-dit « La Motte », die Unverwundbarkeit der Vorburg im Laufe der Geschichte erklären könnte.
In der Tat konnte nur Heinrich II. Plantagenêt die von Foulques III. d’Anjou errichtete Festung in den 450 Jahren ihres Bestehens erobern. Sie liegt zwischen zwei kleinen Tälern, die einen etwa 30 Hektar großen Teil des Plateaus abtrennen, dessen Umgebung im Osten und Westen ziemlich steil ist.
Loiretal Das Schloss von Montsoreau ist im Herzen des Loiretals. Nördlich formt das Loiretal eine Schwemmebene. Diese liegt ungefähr 30 Meter unter dem Meeresspiegel. Die Ufer sind oft von Hochwasser und Überschwemmungen betroffen. Am linken Ufer findet man viele Inseln: l’île aux Mignons, l’île Drugeon, l’île Ruesche und l’île au Than direkt gegenüber dem Schloss.
Die Böden sind dort sehr fruchtbar und eignen sich gut für den Anbau von Pflanzen. Südlich des Flusses liegt das Kalkplateau von Crétacé. Dieses Plateau dominiert die Loire, mit einer Durchschnittshöhe von 70 Metern über dem Meeresspiegel. Es ist hauptsächlich benutzt für den Weinanbau. Dieses Plateau besteht aus Tuffstein, bekannt für seine architektonischen Qualitäten. Das Arceautal, senkrecht zur Loire, durchquert dieses Kalksteinmassiv auf der Höhe von Montsoreau. Im Süden, weiter flussaufwärts, bildet sein Wassereinzugsgebiet die Senke von Fontevraud-l’Abbaye.
Frankreich Historisch gesehen liegt das Schloss Montsoreau an der Kreuzung dreier Regionen: Anjou, Poitou und Touraine. Verwaltungstechnisch liegt das Schloss in der Region Pays de la Loire, im Departement Maine-et-Loire, in der Nähe der Verwaltungsregionen Centre-Val-de-Loire und Nouvelle-Aquitaine sowie der Departements Vienne und Indre-et-Loire. Über die Autobahn ist das Schloss Montsoreau 293 km vom Nullpunkt der französischen Straßen in Paris entfernt. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Port-Boulet (11 km) und Saumur (17 km). Montsoreau kann über mehrere Flughäfen erreicht werden: Angers-Loire (59 km), Tours Val-de-Loire (74 km), Poitiers-Biard (80 km) und Nantes Atlantique (159 km).
Schutz
Historisches Monument mini|Sicht auf das Dorf Das Schloss Montsoreau wurde 1862 zusammen mit 57 Schlössern auf der von Prosper Mérimée geführten Liste, darunter das Schloss Fontainebleau, das Hôtel des Invalides und Château Gaillard, als historisches Monument eingestuft. Es ist das einzige denkmalgeschützte Gebäude in Montsoreau.
Die Kastellkapelle wurde am 3. Dezember 1930 unter Denkmalschutz gestellt.
Der Seneschallpalast, der sich innerhalb der alten Schlossmauern befindet, wurde am 6. Oktober 1938 eingetragen.
Ein geschützter Bereich mit einem Radius von 500 Metern umschließt das Denkmal. Jeder Neubau oder jede Veränderung des historischen Gebäudes muss vorher vom Architekten der Gebäude Frankreichs genehmigt werden.
Eingeordneter bewaldeter Raum Im Rahmen des lokalen Städtebauplans (PLU) wurde ein Teil des Schlossparks von Montsoreau als „espace boisé classé“ (EBC) eingestuft. Die Einstufung verbietet Nutzungsänderungen oder Bodennutzungsarten, die die Erhaltung, den Schutz oder die Schaffung von Aufforstungen gefährden könnten. Die Einstufung als EBC führt dazu, dass Anträge auf Rodungsgenehmigungen gemäß dem Forstgesetzbuch von Rechts wegen abgelehnt werden, und bewirkt die Einführung eines Systems der administrativen Erklärung vor jedem Fall von Baumfällungen oder -abschlägen.
Die schönsten Dörfer Frankreichs Das Dorf Montsoreau, in dem sich das Schloss Montsoreau befindet, erhielt aufgrund seines bemerkenswerten Kulturerbes und seiner touristischen Dynamik das Label „Plus beaux villages de France“ (Schönste Dörfer Frankreichs).
Kleine Dörfer mit Charakter mini|Sicht auf das Schloss vom Dorf aus Das Dorf Montsoreau, in dem sich das Schloss befindet, ist als Petite cité de caractère (kleine Stadt mit Charakter) klassifiziert. Diese Auszeichnung wurde dem Dorf aufgrund seines hochwertigen und homogenen architektonischen Erbes und seines mehrjährigen Programms zur Sanierung und Aufwertung des Kulturerbes verliehen. mini|Sicht von den Dächern auf den Sonnenuntergang
Sensibler Naturraum Der sensible Naturraum (ENS) Val de Loire umfasst die Loire, ihr rechtes Ufer, einen Teil des Dorfes Montsoreau sowie die Weinberge am linken Ufer. Der ENS zeichnet sich durch das Vorhandensein zahlreicher Arten und Lebensräume von Arten aus, die von Interesse und/oder auf nationaler oder regionaler Ebene geschützt sind. Er umfasst die Ufer, Inseln, Auenwälder und das Flussbett der Loire.
Gebiet Natura 2000 Das Natura-2000-Gebiet Val de Loire umfasst zwei Gebiete in Montsoreau, von denen eines der Loire und das andere dem Tal gewidmet ist. Das besondere Schutzgebiet (SAC) Val de Loire Ponts-de-Cé Montsoreau (FR 5200629) umfasst die „wilde“ Loire und einen Teil ihres Schwemmtals (hauptsächlich das eingedeichte Tal). Die Vielfalt der Lebensräume ist gut repräsentativ für eine relativ ungestörte Funktionsweise des Flusses. Landschaftliches und kulturelles Interesse an diesem Teil des Loiretals.
Regionaler Naturpark Loire-Anjou-Touraine Der Sitz des regionalen Naturparks Loire-Anjou-Touraine befindet sich in Montsoreau. Er wurde 1996 gegründet und umfasst 141 Gemeinden in den Regionen Centre-Val de Loire und Pays de la Loire. Zu seinen Aufgaben gehören der Schutz und die Verwaltung des Natur- und Kulturerbes, die Aufwertung des Gebiets, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung, die Aufnahme, die allgemeine und berufliche Bildung, das Experimentieren und die Forschung. Loiretal, Unesco-Weltkulturerbe Das Schloss Montsoreau befindet sich im Loiretal zwischen Sully-sur-Loire und Chalonnes-sur-Loire, das von der UNESCO nach drei Kriterien zum Weltkulturerbe erklärt wurde:
Kriterium (i): Das Loiretal ist bemerkenswert für die Qualität seines architektonischen Erbes, mit seinen historischen Städten wie Blois, Chinon, Orléans, Saumur und Tours, aber insbesondere für seine weltberühmten Schlösser. Kriterium (ii): Das Loiretal ist eine außergewöhnliche Kulturlandschaft entlang eines großen Flusses. Es zeugt von einem Austausch von Einflüssen, menschlichen Werten und der harmonischen Entwicklung von Interaktionen zwischen Menschen und ihrer Umwelt über eine mehr als zweitausendjährige Geschichte hinweg. Kriterium (iv): Die Landschaft des Loiretals, insbesondere die zahlreichen Kulturdenkmäler, veranschaulichen in außergewöhnlichem Maße den Einfluss der Ideale der Renaissance und der Aufklärung auf das Denken und Schaffen in Westeuropa. UNESCO – Das Loiretal von Sully-sur-Loire bis Chalonnes.
Geschichte Mittelalter Grafschaften Anjou und Blois mini|Foulques Nerra machte Montsoreau zu einer der ersten Festungen im Anjou.