Die Geschichte der Physik wird im gleichnamigen Artikel dargestellt. Hier werden chronologisch einige wichtige Entdeckungen und Erkenntnisfortschritte exemplarisch aufgelistet.

mini|links|hochkant=4|Anzahl der physikalischen Entdeckungen pro Jahrzehnt. Die gepunktete Linie zeigt den gleitenden Durchschnitt über jeweils drei Jahrzehnte. Seit den 1930er Jahren ist ein Rückgang von Entdeckungen zu verzeichnen (Stand: 16. Januar 2023).Nature (Januar 2023):Understanding the decline in disruptive science and technology more fully permits a much-needed rethinking of strategies for organizing the production of science and technology in the future.Übersetzung:Ein umfassenderes Verständnis des Rückgangs der disruptiven Wissenschaft und Technologie ermöglicht das dringend notwendige Überdenken von Strategien für die Organisation der Produktion von Wissenschaft und Technologie in der Zukunft.

Urgeschichte um 4000 v. Chr.: Die sumerischen Bewohner von Eridu beobachten das durch den Zyklus der Präzession verursachte erstmalige Auftauchen des Sterns Canopus. 26. Jahrhundert vor Christus: Die Sumerer stellen die Plejaden-Schaltregeln für die Einfügung von Schaltmonaten auf und entdecken den Meton-Zyklus.

Antike ab etwa 800 v. Chr.: Den Babyloniern sind Sonnenfinsterniszyklen mit der Sarosperiode (rund 18 Jahre) bekannt. um 580 v. Chr.: Die Erde wird nach einer Theorie von Anaximander als Kugel beschrieben. um 550 v. Chr.: Die Entdeckung von ganzzahligen Frequenzverhältnissen bei konsonanten Klängen (Pythagoras in der Schmiede) führt zur ersten überlieferten und zutreffenden quantitativen Beschreibung eines physikalischen Sachverhalts. um 500 v. Chr.: Demokrit postuliert, dass die Natur aus Atomen zusammengesetzt sei. um 450 v. Chr.: Vier-Elemente-Lehre von Empedokles. um 347 v. Chr.: Aristoteles (384–322) beschreibt in seiner Physik die Gravitation so, dass jeder wahrnehmbare Körper entweder Schwere oder Leichtigkeit hat, und wenn er schwer ist, dann die Bewegung Richtung nach unten hat, und wenn er aber leicht ist, dann nach oben. um 300 v. Chr.: Euklid begründet anhand der Reflexion die geometrische Optik. um 265 v. Chr.: Zum ersten Mal wird die Theorie des Heliozentrischen Weltbildes mit geometrischen Berechnungen von Aristarchos von Samos belegt. um 250 v. Chr.: Archimedes entdeckt das Hebelgesetz und die statische Auftriebskraft in Flüssigkeiten, Archimedisches Prinzip. um 240 v. Chr.: Eratosthenes bestimmt den Erdumfang mit einer Gradmessung zwischen Alexandria und Syene. um 150 n. Chr.: Claudius Ptolemäus bestimmt experimentell die Refraktion. um 550 n. Chr.: Philoponos setzt die Kinematik auf das Fundament einer Impetustheorie.

Mittelalter 720: Yi Xing beobachtet die Deklination. um 984: Abu Sad al-Ala ibn Sahl beschreibt Brennspiegel und -gläser und das Brechungsgesetz. 1021: Alhazen erweitert die Theorien zur Lichtbrechung und Lichtreflexion und zeigt die Eignung gewölbter Glasoberflächen zur optischen Vergrößerung mit Erfindung der Lupe. 11. Jahrhundert: Zusammenstellung der Toledaner Tafeln zur Berechnung der Positionen der fünf klassischen Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn, von Finsternissen und zur Kalenderrechnung. um 1260: Erstellung der Alfonsinischen Tafeln zur Berechnung der Stellung von Sonne, Mond und der Planeten. um 1260: Nasīr ad-Dīn at-Tūsī führt die Tusi-Paare als Modell zur Beschreibung der Planetenbewegungen ein. um 1300: Dietrich von Freiberg und Qutb ad-Din asch-Schirazi liefern unabhängig voneinander die erste richtige Erklärung für den Aufbau des Regenbogens. Anfang des 14. Jahrhunderts: Franz von Marchia entwickelt einen Vorläufer der Impetustheorie.

Neuzeit und Moderne 16. Jahrhundert 1530er Jahre 1531: Peter Apian und Girolamo Fracastoro bemerken beim Halleyschen Kometen, dass der Kometenschweif stets in die der Sonne entgegengesetzte Richtung zeigt. 1535: Witelo beschreibt die sphärische Aberration bei Linsen und Hohlspiegeln sowie das qualitative Verhalten von gebrochenen Lichtstrahlen. 1535: Olaus Petri regt die Erstellung des Vädersolstavlan an, das die älteste bekannte bildliche Darstellung von Nebensonnen und Halos zeigt, die in Stockholm beobachtet wurden.

1540er Jahre 1540: Georg Joachim Rheticus beschreibt in der Narratio Prima die heliozentrische Theorie von Nikolaus Kopernikus. 1543: Nikolaus Kopernikus (1473–1543) veröffentlicht das heliozentrische Weltbild in De revolutionibus orbium coelestium („Von den Umdrehungen der Himmelssphären“). 1544: Georg Hartmann entdeckt die Inklination des Erdmagnetfeldes.

1550er Jahre 1551: Erasmus Reinhold erstellt die Prutenicae Tabulae Coelestium Motuum zur Berechnung der Standorte von Sonne, Mond und Planeten. 1554: Giovanni Battista Benedetti (1530–1590) veröffentlicht in Venedig das Werk Demonstratio proportionum motuum localium contra Aristotilem et omnes philosophos, in dem er mit einem Gedankenexperiment die irrige Hypothese des Aristoteles widerlegt, dass verschieden schwere Körper verschieden schnell fallen.

1560er Jahre 1569: Tycho Brahe steigert durch die Verwendung eines Quadranten die Genauigkeit astronomischer Beobachtungen auf bis zu zwei Bogenminuten. 1569: Gerhard Mercator entwickelt für die Darstellung der ersten Weltkarte die Mercator-Projektion.

1570er Jahre 1572: Tycho Brahe erschüttert mit seinen Beobachtungen der Supernova SN 1572 die aristotelische Annahme der Unveränderbarkeit der Himmelssphäre. 1576: Robert Norman baut ein Inklinatorium. 1577: Tycho Brahe erkennt durch Bestimmung der Parallaxe, dass es sich beim Kometen von 1577 nicht wie bei Aristoteles postuliert um einen Photometeor in der Erdatmosphäre, sondern um ein ferneres Gebilde handeln muss.

1580er Jahre 1580: Tycho Brahe baut eine Sternwarte. Seine präzisen Himmelsbeobachtungen vor der Erfindung des Fernrohrs werden später von Johannes Kepler ausgewertet. 1583: Galileo Galilei (1564–1642) untersucht Pendelschwingungen und stellt die Abhängigkeit der Schwingungsdauer von der Pendellänge fest. 1584: Giordano Bruno (1548–1600) formuliert die Idee, dass Fixsterne Zentren von anderen Planetensystemen seien. 1586: Simon Stevin (1548–1620): Gedankenexperiment: Theorie der schiefen Ebene, Kräfteparallelogramm, Äquivalenz von schwerer und träger Masse. 1587: Simon Stevin (1548–1620): Druck in Flüssigkeiten, Erklärung des hydrostatischen Paradoxons, kommunizierende Röhren. 1587: Galileo Galilei (1564–1642) erfindet das Aräometer.

1590er Jahre 1590: Galileo Galilei (1564–1642) bestätigt experimentell die Unabhängigkeit der Erdbeschleunigung von der Masse. 1592: Galileo Galilei (1564–1642) erfindet das Thermoskop, eine Vorform des Thermometers. 1596: David Fabricius beobachtet an Mira als erster die Veränderlichkeit eines Sternes.

17. Jahrhundert 1600er Jahre 1600: William Gilbert (1544–1603): Untrennbarkeit der Magnetpole, Begriff Elektrizität, Erde als Kugelmagnet mit ortsfesten Magnetpolen. 1600: Willem Janszoon Blaeu entdeckt den veränderlichen Stern P Cygni. 1600: William Gilbert erkennt als erster die Elektrizität und baut ein Versorium. 1602: Johannes Kepler (1571–1630) entdeckt das zweite Keplersche Gesetz. 1605: Simon Stevin veröffentlicht das Stevinsche Gedankenexperiment 1605: Johannes Kepler entdeckt das erste Keplersche Gesetz. 1608: Hans Lipperhey (1570–1619) baut und demonstriert ein Fernrohr. Die Erfindung wird ihm durch Zacharias Janssen, der auch auf die Erfindung des Mikroskops Anspruch erhob (mit seinem Vater Hans Janssen in den 1590er Jahren), und Adriaan Metius streitig gemacht. 1609: Galileo Galilei (1564–1642) formuliert die Fallgesetze.

1610er Jahre 1610: Galileo Galilei (1564–1642) entdeckt mit einem Galileischen Fernrohr die vier Galileischen Monde, die Phasen der Venus, die Sternstruktur der Milchstraße, Mondgebirge und Sonnenflecken (1611). 1611: Johannes Kepler veröffentlicht sein Werk Dioptrice, worin er die innere Totalreflexion beschreibt. Ferner beschreibt er die sechszählige Symmetrie von Schneeflocken und veröffentlicht seine Ideen zum Kepler-Fernrohr. 1613: Christoph Scheiner baut das erste terrestrische Fernrohr. 1613: Galileo Galilei (1564–1642) vertritt in einer Schrift über Sonnenflecken das kopernikanische Weltbild. 1618: Johannes Kepler entdeckt das dritte Keplersche Gesetz.

1620er Jahre 1620: Willebrord van Roijen Snell (1580–1626) entdeckt das Brechungsgesetz.

1630er Jahre 1632: Galileo Galilei (1564–1642) veröffentlicht sein astronomisches Hauptwerk Dialogo sopra i due massimi sistemi del mondo über das ptolemäische (geozentrische) und das kopernikanische (heliozentrische) Weltsystem. 1635: Henry Gellibrand (1597–1637): Die Lage der Erdmagnetpole verändert sich im Laufe der Zeit. 1637: René Descartes (1596–1650): Theorie der Lichtbrechung, Erklärung des Regenbogens. 1638: Galileo Galilei (1564–1642) veröffentlicht sein physikalisches Hauptwerk Discorsi über die Mechanik.

1640er Jahre 1640: Marin Mersenne (1588–1648) und Pierre Gassendi (1592–1655) bestimmen die Schallgeschwindigkeit in Luft. 1643: Evangelista Torricelli (1608–1647) weist den Luftdruck und das Vakuum nach und entwickelt das Quecksilberbarometer. 1646: Athanasius Kircher beschreibt die Laterna Magica. 1647: Blaise Pascal (1623–1662): Nachweis der Existenz des Vakuums und Widerlegung des Horror vacui mit dem Experiment Leere in der Leere. 1648: Blaise Pascal (1623–1662) weist die Höhenabhängigkeit des Luftdrucks experimentell nach und demonstriert das hydrostatische Paradoxon mit einem undicht werdenden Holzfass. 1649: Otto von Guericke entwickelt die Hubkolbenpumpe. 1649: Pierre Gassendi (1592–1655): Erneuerung des antiken Gedankens des Atomismus.

1650er Jahre 1656: Christiaan Huygens (1629–1695) erfindet die Pendeluhr mit Spindelhemmung durch Ankersteuerung. 1657: Otto von Guericke (1602–1686): Versuch mit den Magdeburger Halbkugeln. 1657: Pierre de Fermat (1607–1665) formuliert das nach ihm benannte fermatsche Prinzip für Lichtwege. 1659: Robert Boyle (1627–1692) weist nach, dass im Vakuum alle Gegenstände gleich schnell fallen.

1660er Jahre 1662: Robert Boyle (1627–1692): Gasgesetze. 1662: Francesco Maria Grimaldi (1618–1663): Beugung des Lichts, Wellentheorie. 1666: Isaac Newton (1643–1727) stellt das Gravitationsgesetz auf und studiert das Lichtspektrum. 1668: John Wallis (1616–1703) formuliert den Impulserhaltungssatz. 1668: Isaac Newton (1643–1727) erfindet das Spiegelteleskop. 1668: Robert Hooke (1635–1703): Konstanz der Schmelz- und Siedepunkte von Stoffen. 1669: Erasmus Bartholin (1625–1698) entdeckt die Doppelbrechung.

1670er Jahre 1672: Isaac Newton (1643–1727): Farbenlehre, Korpuskulartheorie des Lichtes, Entdeckung der spektralen Zerlegung des Sonnenlichts. 1673: Christiaan Huygens (1629–1695): Energieerhaltungssatz für mechanische Vorgänge und Entdeckung der Tautochrone und Beschreibung des Zykloidenpendels. 1676: Ole Rømer (1644–1710) zeigt die Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit. 1678: Robert Hooke (1635–1703) publiziert das Hookesche Gesetz über den linearen Zusammenhang zwischen Kraft und Federdehnung. 1678: Christiaan Huygens (1629–1695): Wellentheorie des Lichtes, huygenssches Prinzip.

1680er Jahre 1682: Isaac Newton (1643–1727) formuliert das Gravitationsgesetz. 1687: Isaac Newton (1643–1727): Axiomatische Formulierung der newtonschen Gesetze der Mechanik, Entdeckung der Gezeitenkräfte. 1697: Johann I Bernoulli (1667–1748): Brachistochroneneigenschaft der Zykloide.

1690er Jahre 1690: Denis Papin baut mit einer Dampfmaschine die erste Wärmekraftmaschine. 1699: Guillaume Amontons (1663–1705): Gasgesetze.

18. Jahrhundert 1700er Jahre 1700: Joseph Sauveur (1653–1716): Bestimmung von Grundtönen und Oberschwingungen von Klängen. 1700: Isaac Newton stellt den von ihm entwickelten Spiegelsextanten vor.

1710er Jahre