Die Bulthaup GmbH & Co. KG (Eigenschreibweise: bulthaup) ist ein deutscher Küchenmöbelhersteller in Bayern.
Unternehmensgeschichte Gründungsjahre mini|Bulthaup Concept 12 (1974) mini|Bulthaup Küchenwerkbank (1988) und Bulthaup System 20 Möbel – Herstellerfoto
Der aus Ostwestfalen stammende Martin Bulthaup gründete 1949 die Martin Bulthaup Möbelfabrik in Bodenkirchen bei Landshut. 1951 begann er mit der Produktion von Küchenmöbeln. Erstes Produkt war ein Küchenbuffet mit handgenähten Vorhängen.Frauke Finsterwalder: Der Befreier der Kredenz. In: Welt am Sonntag, 23. Januar 2005.
1963 errichtete er ein Werk in Bodenkirchen und erweiterte die Produktionsanlagen 1966 durch einen weiteren Standort in Neumarkt-Sankt Veit. Martin Bulthaup führte die Fließbandfertigung in seinen Betrieben ein.Martin Bulthaup – Pionier der Einbauküchen-Industrie. Zum 60. Geburtstag des Mannes, der unsere Wohnkultur maßgeblich mitgestaltet. In: Vilsbiburger Zeitung, 23. März 1973Andrej Kupetz: In: German Design Award 2014 – Personality. Rat für Formgebung – German Design Council, Frankfurt am Main 2014, S. 1. (23. Mai 2014)
Mit einem Umsatz von rund hundert Millionen Deutsche Mark (DM) zählte das Unternehmen in den späten 1960er Jahren zu den fünf größten deutschen Herstellern von Küchenmöbeln, ab 1973 begann der Export in Länder der damaligen EWG.Bulthaup hat ehrgeizige Küchenpläne. In: Süddeutsche Zeitung, 12. Januar 1972.
1974 stellte Bulthaup das Küchenmodell „Concept 12“ (auch: „c12“) vor. Dieses sollte durch das Rastermaß von zwölf Zentimeter eine flexible Planung erlauben.Norman Kietzmann: Als die Werkbank die Küche eroberte. In: designlines.de, Bau Netz, 2. Juni 2008, S. 1–3 (21. Mai 2014)
Die Zwillinge Ingeborg Eckert geb. Bulthaup und Gerd Bulthaup, Tochter und Sohn des Firmengründers, traten 1976 der Geschäftsführung bei. Ab 1979 wurde das Familienunternehmen von Gerd Bulthaup (1944–2019), dem Sohn des Firmengründers in zweiter Generation übernommen, und mit dem Bau einer neuen Produktionsstätte in Bodenkirchen-Aich verschiedene Unternehmensbereiche zusammengefasst.
Zusammenarbeit mit Otl Aicher 1980 begann Bulthaup die Zusammenarbeit mit dem Gestalter Otl Aicher (1922–1991). Nach Aichers Auffassung sollten Küchen zur gemeinsamen Zubereitung von Speisen einladen und Küchenwerkzeuge griffbereit und sichtbar aufbewahrt werden. 1982 veröffentlichte er das Buch „Die Küche zum Kochen“.Otl Aicher: Die Küche zum Kochen. Callwey Verlag, München 1982, ISBN 3-936896-18-6 Im gleichen Jahr erschien das Küchenmöbelprogramm „System b“, das von den Untersuchungen Aichers inspiriert war.
In weiterer Folge entstand 1988 die sogenannte „Küchenwerkbank“ (KWB), eine Kombination aus Edelstahl-Kochstelle, Spülbecken und Arbeitsfläche. Sie übernahm Gestaltungselemente der Großküche und wurde mit einigen Designpreisen ausgezeichnet. Mit der „Küchenwerkbank“ vollführte Bulthaup die Abkehr von der reinen Funktionsküche zur Wohnküche mit Kücheninsel und wandelte die Küche vom Arbeits- zum Lebensraum. Bis heute gilt die „Küchenwerkbank“ als Designklassiker, die eine ganze Branche prägte.
1990er Jahre mini|Bulthaup System 20 (1997)
1992 präsentierte Bulthaup das „System 25“. Auch hier war flexible Planung möglich, die Produktbezeichnung beruht auf dem dreidimensionalen Raster von 25 mm × 25 mm × 25 mm.Jörg Krichbaum (Hrsg.): bulthaup system 25. In: Deutsche Standards. Produkte und Objekte in Deutschland, die als prominenter Teil für das Ganze stehen. Namen und Begriffe, von Aspirin bis Zeiss in Bild und Wort. 7., erweiterte Ausgabe. Arcum Verlag, Köln 1995, S. 134. Besonders beanspruchte Bereiche konnten in Edelstahl ausgeführt werden und zusammen mit Oberflächen aus Glas, Holz und Laminat kombiniert werden.Michael Andritzky (Hrsg.): Oikos – von der Feuerstelle zur Mikrowelle. Haushalt und Wohnen im Wandel. Buch zur Ausstellung im Museum für Gestaltung. Anabas Verlag, Gießen 1992, S. 136 ff.
Ab 2000
Im Jahr 2002 zog sich Gerd Bulthaup aus der operativen Geschäftsführung des Unternehmens zurück und wechselte in den Aufsichtsrat des Unternehmens.
Nach externen Geschäftsführern übernahm im Jahr 2010 mit Marc O. Eckert wieder ein Familienmitglied die Führung des Unternehmens. Aufgrund der anhaltenden Konjunkturschwäche war das Unternehmen im März 2010 gezwungen, 114 der über 550 Beschäftigten zu entlassen.
Seit dem Sommer 2023 betreibt das Unternehmen eine eigene Stahl- und Aluminiummanufaktur am Standort bei Bodenkirchen.
Unternehmensleitung Bulthaup ist ein Familienunternehmen. Seit 2009 führt Marc O. Eckert als Geschäftsführer und Mitinhaber den Küchenhersteller in dritter Generation.
Vertriebsstruktur Jede Bulthaup-Küche wird bis heute im Werk in Aich bei Bodenkirchen gefertigt. 65 Prozent der Küchen werden in Europa verkauftKULTURFRAGE KÜCHE – Ein Gespräch über die Kulturfrage Küche (5. Februar 2020) und der Exportanteil lag 2022 bei etwa 80 Prozent.Noch verschicken Küchenbauer wie Bulthaup vor allem eins: Luft (23. September 2022) Weltweit gibt es rund 300 Handelspartner, die als eigenständige Partnerunternehmen geführt werden und in über 50 Ländern tätig sind. Bulthaup hat Tochtergesellschaften in Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, der Schweiz, Hongkong und den USA.
Auszeichnungen 2025: „Life & Living Award 2025“ in der Kategorie Küchenmöbel vom Deutsches Institut für Service-Qualität (DISQ) und dem Nachrichtensender n-tv. 2014: Gerd Bulthaup wurde vom Rat für Formgebung mit dem German Design Award in der Kategorie „Personality“ ausgezeichnet. 2014: „Architects Partner Award“ in Gold der AIT.. AIT online, 2014, S. 2. (30. Juni 2014) 2013: Good Design Award in der Kategorie Küchen/Küchengeräte vom Art Institute of Chicago für „Bulthaup b3“ Innenausstattung.Lauren Debellis: Bulthaup Receives Good Design Award. In: Interior Design, New York, 2013, S. 1. (26. Juni 2014) 2010: Designpreis der Bundesrepublik Deutschland für b2 1997: Die Europäische Kommission verlieh Bulthaup den Lifetime Achievement Award und den Europäischen Design-Preis
Weblinks
bulthaup.com
Einzelnachweise
Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Landkreis Landshut) Kategorie:Küchenmöbelhersteller Kategorie:Unternehmensgründung 1949 Kategorie:Markenname (Möbel) Kategorie:Bodenkirchen