Werthenbach ist ein Stadtteil von Netphen im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen mit 812 Einwohnern (30. Juni 2022).

Geographie Werthenbach liegt im Rothaargebirge im östlichen Teil des Siegerlands rund 3 km westsüdwestlich der Lahnquelle. Es befindet sich am Ursprung des Sieg-Zuflusses Werthenbach, der im Dorf durch den Zusammenfluss von Breiten- und Lützelbach entsteht und in Deuz in die Sieg mündet; der Werthenbach ist Namenspate des Dorfs. Bei Werthenbach mündet auch der Hauptzufluss des Werthenbachs, der Geiersgrundbach.

Zu den Bergen rund um den Ort gehören unter anderem Herrchen (), Hellerkopf (), Lahnhofsrücken () und Eichwald mit (). Werthenbach liegt zwischen und und hat eine Fläche von 9,4 km².

Nachbarorte von Werthenbach sind im Norden Walpersdorf, im Südosten Rittershausen, im Süden Hainchen, im Südwesten Irmgarteichen, im Westen Helgersdorf und Salchendorf und im Nordwesten Grissenbach und Nenkersdorf.

Geschichte Werthenbach ist zwischen 900 und 1300 n. Chr. entstanden und hatte eine bereinigte Gemarkungsgröße von 937 Hektar. Anfang des 18. Jahrhunderts ist ehemals Grenz- und Bannwald, der dem Landesherrn gehörte, den benachbarten politischen Gemeinden angegliedert worden.

Die Ersterwähnungen Werthenbachs sind 1336 Hartmann von Wertinbrecht, 1343 Hartmann von Wertinbracht und 1344 Wernckenbracht. Im Gegensatz zu anderen Netphener Ortsnamen wie Sohlbach oder Beienbach ist das Grundwort im heutigen Namen Werthenbach also „brecht“ und dem Bergnamen „Bracht“ gleichzusetzen. Es findet sich im Rheinischen Schiefergebirge als Bezeichnung für junge Rodeorte wieder.

1343 überließen die Herren von Bicken einen Hauberg den Bewohnern des damaligen Wertinbracht unter der Voraussetzung, dass diese jährlich Rente an das Kloster in Keppel zahlten. Elf Häuser standen 1566 auf dem Grund des Klosters Keppel (man nannte so etwas „Kirchengut“ oder „Pfarrgut“). Um 1900 standen bereits 27 Häuser im Ort.

Einige Flurnamen in Werthenbach erinnern noch an ehemaligen Besitz oder Rechte der Grundherren. Der „Herrenberg“ weist auf früher landesherrliches Eigentum hin. Die Haubergsgenossenschaft, mundartlich genannt „Kloster“, erinnert an den Besitz des Klosters Keppel.

Bis Ende 1968 gehörte der Ort dem Amt Netphen an und wurde bei der zur kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1969 ein Ortsteil der neuen Großgemeinde Netphen, seit 2000 ein Stadtteil.

Einwohnerzahlen Einwohnerzahlen des Ortes:Otto Schaefer: Der Kreis Siegen. Siegen 1968. Jahr Einwohner 1810 159 1815 174 1818 183 1855 224 1885Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Verlag des Königlich Statistischen Bureaus, Berlin 1887, , S. 112/113. 186 1895Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Verlag des Königlich Statistischen Bureaus, Berlin 1897, S. 114/115. 183 1905 164 Jahr Einwohner 1910 165 1919 198 1925genealogy.net: Amt Netphen 268 1929 255 1930 271 1933 278 1939 307 Jahr Einwohner 1950 466 1954 474 1961 515 1967 612 1984 755 1994Bernhard Oltersdorf: (PDF; 9,0 MB), ca. 1995 869 2000 858 Jahr Einwohner 2005 853 2009 839 2012Einwohnerdaten Werthenbach 817 2013 809 2015 781 2017 810 2021 781 Jahr Einwohner 2022 812

Ehemalige Bürgermeister nach 1945: Bernhard Steiner († 12. Juli 1993)Den Toten ein ehrendes Gedenken. In: Siegerländer Heimatkalender. 69. Ausgabe, 1994, , S. 38.

Soziale und öffentliche Einrichtungen Ev. Kapelle Werthenbach-Bahnhof (wurde 2013 entwidmetSiegener Zeitung: Entwidmung der Werthenbacher Kirche) Kath. Kapelle Alt-Werthenbach Bürgerhaus Grillhütte Kindergarten Alter Sportplatz (Alm) Zwei Bolzplätze Zwei Kinderspielplätze Friedhof mit Kapelle

Vereine Werthenbach hat verschiedene Vereine wie z. B. den Männergesangverein Frohsinn Werthenbach e. V., die Musikkapelle Werthenbach e. V., den Kapellenverein Werthenbach oder den Trägerverein Bürgerhaus Werthenbach e. V. und den Verein Faszination Pferd und Mensch e. V.

Weblinks

Werthenbach auf der Website der Stadt Netphen werthenbach-online.de

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Netphen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Siegen-Wittgenstein) Kategorie:Ersterwähnung 1336 Kategorie:Gemeindeauflösung 1969