Pleioblastus fortunei, auf Deutsch auch als Weißgestreifter Bambus bezeichnet, ist eine Bambus-Art der Gattung Pleoblastus, die zur Tribus Arundinarieae, der verholzenden Bambusarten der gemäßigten Klimazone, gerechnet wird. Seine Heimat ist Japan, doch wird er in China, Südamerika und auch in Mitteleuropa kultiviert.
Beschreibung miniatur|Illustration von Louis van Houtte (1810–1876) mini|Habitus Die Halme erreichen eine Höhe von 10 bis 30 selten bis 80 Zentimetern und Durchmesser von 1 bis 2 Millimetern. Die Internodien sind kurz und unbehaart. Die Knoten sind flach oder nur leicht verdickt. Die Halmblattscheiden sind bleibend und unbehaart. Äste fehlen oder es wird ein Ast je Knoten gebildet. Je Halm und je Ast werden vier bis sieben Laubblätter gebildet. Die Laubblattscheiden sind kahl, Blattöhrchen fehlen. An den Enden der Scheiden werden weiße, glatte Wimpern gebildet (oral setae). Die Laubblattspreite ist der Länge nach weiß und blassgelb gestreift, lanzettlich, 6 bis 15 Zentimeter lang und 0,8 bis 1,4 Zentimeter breit. Die Blattbasis ist breit keilförmig, das Ende zugespitzt. Beide Blattseiten sind weiß und flaumig behaart, die Unterseite etwas dichter als die Oberseite.
Verbreitung Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art liegt in Japan auf den Hauptinseln Honshū, Kyūshū und Shikoku. Die Art wird in China in den Provinzen Jiangsu und Zhejiang, auf den Philippinen und in Kolumbien kultiviert.
Systematik Pleioblastus fortunei ist eine Art aus der Gattung Pleioblastus, die zur Tribus Arundinarieae gezählt wird, der verholzenden Bambusarten der gemäßigten Klimazone. Sie wurde von Louis Benoît Van Houtte 1862 im Journal général d’horticulture als Bambusa fortunei (Basionym) erstbeschrieben. Nakai Takenoshin stellte die Art 1933 in die Gattung Pleioblastus. Sie wurde zuvor häufig in die Gattung Sasa gestellt. Die Art hat jedoch 1979 in Brasilien geblüht, und die Blüten zeigen drei Staubblätter, was die Einordnung in die Gattung Pleioblastus bestätigt. Das Epitheton "fortunei" ehrt sehr wahrscheinlich den schottischen Forschungsreisenden Robert Fortune.
Weitere Synonyme der Art sind Arundarbor fortunei , Arundarbor pygmaea , Arundinaria fortunei , Arundinaria fortunei f. glabra , Arundinaria fortunei var. variegata , Arundinaria oroshimozasa , Arundinaria pygmaea , Arundinaria pygmaea , Arundinaria pygmaea var. glabra , Arundinaria shibuyana , Arundinaria uyenoensis , Arundinaria variabilis , Arundinaria variabilis var. fortunei , Arundinaria variabilis f. glabra , Arundinaria variabilis var. pygmaea , Arundinaria variabilis var. variegata , Arundinaria variegata , Arundinaria variegata f. glabra , Arundinaria variegata var. oroshima , Arundinaria variegata f. pubescens , Arundinaria variegata var. pygmaea , Arundinaria variegata f. tsuboii , Arundinaria variegata var. tsumorii , Bambusa fortunei var. aureostriata , Bambusa fortunei var. variegata , Bambusa maximowiczii , Bambusa picta , Bambusa pygmaea , Bambusa variegata , Nipponocalamus dimorphophyllus , Nipponocalamus fortunei , Nipponocalamus pygmaeus , Nipponocalamus ramosissimus , Nipponocalamus shibuyanus , Nipponocalamus tosaensis , Nipponocalamus tsukubensis , Nipponocalamus uyenoensis , Nipponocalamus yasuianus , Pleioblastus argenteo-striatus f. glaber , Pleioblastus chino f. tsukubensis , Pleioblastus dimorphophyllus , Pleioblastus distichus f. tsuboi , Pleioblastus fortunei f. albostriatus , Pleioblastus fortunei f. pubescens , Pleioblastus × kongosanensis var. ystrophyllus , Pleioblastus pubescens , Pleioblastus pygmaeus , Pleioblastus pygmaeus f. ramosissimus , Pleioblastus ramosissimus , Pleioblastus shibuyanus , Pleioblastus shibuyanus var. basihirsutus , Pleioblastus shibuyanus f. nebulosus , Pleioblastus shibuyanus f. pubescens , Pleioblastus shibuyanus f. tsuboii , Pleioblastus tectus , Pleioblastus tosaensis , Pleioblastus tsukubensis , Pleioblastus uyenoensis , Pleioblastus variegatus , Pleioblastus variegatus f. glaber , Pleioblastus variegatus f. glabra , Pleioblastus variegatus f. pubescens , Pleioblastus variegatus var. pygmaea , Pleioblastus variegatus var. pygmaeus , Pleioblastus variegatus f. tsuboii , Pleioblastus variegatus var. tsumorii , Pleioblastus yasuianus , Pleioblastus yoshidake var. tsuboii , Pleioblastus × ystrophyllus , Pseudosasa variegata , Sasa fortunei , Sasa pygmaea , Sasa variegata , Sasa variegata f. glabra , Sasa variegata f. pubescens und Sasa variegata var. pygmaea .
Verwendung Die Art kann in Mitteleuropa als Zierpflanze verwendet werden. Sie eignet sich gut für die Befestigung von Ufern und Böschungen und ist eine beliebte Kübelpflanze. Pleioblastus fortunei verträgt Temperaturen bis −23° Celsius.
Einzelnachweise Deutscher Name nach Roloff, Bärtels: Flora der Gehölze, S. 698. Zheng-de Zhu, Chris Stapleton: Pleioblastus fortunei In: Flora of China. Band 22, S. 126. Crouzet, Colin: Bambus, S. 75.
Literatur
Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 3., korrigierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 698.
Weblinks
Das Bambus-Lexikon: Pleioblastus fortunei
Kategorie:Bambus Kategorie:Bambusoideae Kategorie:Endemische Pflanze Japans