mini|Bahnhofsschild «Basel Bad Bf» Basel Badischer Bahnhof, bahnamtlich Basel Bad Bf, ist einer von sechs Bahnhöfen in Basel, der drittgrössten Stadt der Schweiz. Nach einem ersten Provisorium von 1855 bis 1862 sowie dem ersten festen Bau auf dem Gelände der heutigen Mustermesse Basel wurde er ab 1913 an seinem heutigen Standort an der Schwarzwaldallee zwischen den Stadtteilen Hirzbrunnen und Rosental errichtet. Mit durchschnittlich 20'000 Reisenden pro Werktag ist der Badische Bahnhof der zweitgrösste Bahnhof Basels nach dem Bahnhof Basel SBB mit 135'000 Reisenden.
Zusammen mit den anderen im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland stehenden Bahnstationen auf Schweizer Staatsgebiet (Riehen und Riehen Niederholz der Wiesentalbahn im Kanton Basel-Stadt sowie Trasadingen, Wilchingen-Hallau, Neunkirch, Beringen Bad Bf, Beringerfeld, Neuhausen Bad Bf, Schaffhausen Bad Bf (zu 35 % des Gemeinschaftsbahnhofs), Herblingen und Thayngen der Hochrheinbahn im Kanton Schaffhausen) gehört er zu den letzten Bahnhöfen, die sich nach der Bahnreform in Deutschland noch im Bundeseisenbahnvermögen in unmittelbarem Bundesbesitz befinden. Der Bahnhof gehört zum deutschen Bahnnetz; im Zugverkehr steht der Bahnhof unter der Verwaltung der Deutschen Bahn.
Fern- und Regionalzüge der Deutschen Bahn und Schweizerischen Bundesbahnen halten vor bzw. nach dem Bahnhof Basel SBB an diesem Bahnhof, wo sie Anschluss an die Regionallinien in Richtung Waldshut–Schaffhausen–Singen auf der Hochrheinbahn oder nach Zell im Wiesental auf der Wiesentalbahn sowie nach Offenburg und Karlsruhe auf der Oberrheinbahn ermöglichen. Zudem ist der Badische Bahnhof Teil des Netzes der trinationalen S-Bahn Basel.
Von 1935 bis 1948 trug der Bahnhof den Namen Basel Deutsche Reichsbahn (kurz: Basel DRBDeutsches Kursbuch Sommer 1939. Deutsche Reichsbahn, Berlin 1939, S. 93.). In den Ansagen der aus Deutschland kommenden Fernzüge sowie in Trams und Autobussen der BVB wird der Badische Bahnhof auf Englisch als Basel German Railway Station bezeichnet, der Bahnhof SBB als Basel Swiss Station bzw. in den Trams auch als Swiss and French Railway Station (da der Bahnhof Basel SNCF räumlich mit dem Bahnhof SBB verbunden ist).
Geschichte Im März 1838 begann das Grossherzogtum Baden mit dem Bau einer Eisenbahnlinie in der Spurweite von 1600 mm von Mannheim über Heidelberg, Karlsruhe, Offenburg und Freiburg im Breisgau nach Süden in Richtung Schweizer Grenze. Diese Linie wurde «Badische Hauptbahn» oder auch «Rheintalbahn» genannt. Eine schweizerische bzw. baselstädtische Eisenbahnkommission wollte eine Weiterführung der Bahn bis in die Stadt Basel und nahm 1842 mit dem Grossherzogtum Baden Kontakt auf.
Im Januar 1851 erreichte die Rheintalbahn den Ort Haltingen nahe der Schweizer Grenze. Weil sich die beiden Regierungen noch nicht über die Bahnhofanlage in Basel einigen konnten, wurden ab dort die Reisenden mit Pferdeomnibussen nach Basel gefahren.
Am 27. Juli 1852 wurde ein – bis heute gültiger – Staatsvertrag zwischen dem Grossherzogtum Baden und der Schweiz über die Weiterführung der badischen Eisenbahnen über schweizerisches Gebiet abgeschlossen. Der Baubeginn verzögerte sich aber noch weiter. Die Basler Regierung drängte auf einen Kopfbahnhof, während Baden auf einem Durchgangsbahnhof beharrte, um die geplante Fortsetzung der Bahn Richtung Waldshut nicht zu behindern. Im Jahre 1854 lagen der Basler Regierung verschiedene Hochbaupläne vor, aber man konnte sich immer noch nicht auf ein Projekt einigen, und der Bau verzögerte sich weiter.
Am 9. Dezember 1854 begann die Umspurung der Rheintalbahn auf Normalspur. Der Umbau war am 26. März 1855 im Wesentlichen beendet.Hans Kobschätzky: Streckenatlas der deutschen Eisenbahnen 1835–1892. Alba, Düsseldorf 1971, , S. 17.
Der erste Badische Bahnhof (1855 bis 1913) Der erste Badische Bahnhof stand am heutigen Messeplatz. Dieser Ort lag damals noch ausserhalb des eigentlichen Siedlungsgebiets am Stadtrand von Basel. Der heutige Riehenring hiess damals Bahnhofstrasse; im Jahr 1904 wurde die Strasse in Riehenring umbenannt.
Provisorium (1855 bis 1862) Am 19. Februar 1855 begann der Betrieb auf der normalspurigen Bahnlinie von Haltingen nach Basel, und die Grossherzoglichen Badischen Staatseisenbahnen konnten am geplanten Ort des Bahnhofs ein Holzprovisorium als Aufnahmegebäude eröffnen. Die Badischen Staatseisenbahnen bauten darauf sofort an der Verlängerung ihrer Bahnlinie Richtung Singen(– Konstanz) und konnten diese am 2. Februar 1856 bis Säckingen in Betrieb nehmen.
Am 10. April 1859 einigten sich Basel und die Bahn auf die Ausführung eines definitiven Aufnahmegebäudes, und im Mai desselben Jahres wurden hierfür die Bauarbeiten aufgenommen.
Definitiver Bau (1862 bis 1913) mini|Badischer Bahnhof von 1862 Das von dem Karlsruher Architekten Karl Joseph Berckmüller entworfene Aufnahmegebäude sah einen aus der Vorhalle herausragenden Eingangsturm vor, mit links und rechts anschliessenden Mittelbauten und weiteren Flügelbauten. Auf der Strassenseite dominierten die offenen Arkadenvorhallen. Am 1. Mai 1862 wurde der Bahnhof eröffnet. Mit der Inbetriebnahme der durchgehenden Linie nach Konstanz im Jahr 1863 mussten die Wartesäle und Restaurationsräume bereits vergrössert werden. Die 1873 eröffnete Basler Verbindungsbahn zum Bahnhof der Schweizerischen CentralbahnDie Schweizerische Centralbahn wurde 1902 in die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) integriert. erforderte weitere bauliche Anpassungen.
Mit den Jahren kamen die Gleise der badischen Bahn der Stadtentwicklung immer mehr in die Quere, und man suchte nach einer Lösung. 1892 wollten die Badischen Staatseisenbahnen die Bahnhofanlagen erweitern, und es bestanden sogar Vorschläge, den Durchgangsbahnhof in einen Kopfbahnhof umzubauen. Die Stadt Basel aber wollte die alles zerschneidende Bahn aus den wachsenden Quartieren verbannen. Ab 1899 fanden mit dem Grossherzogtum Baden Verhandlungen über eine Umgestaltung der Bahnanlagen statt, und im März 1900 einigten sich die Parteien über eine Verlegung des Badischen Personenbahnhofs an die Schwarzwaldallee und über den Umbau der übrigen Bahnanlagen. Kurz danach begannen die Bauarbeiten an den neuen Gleisanlagen. Zuerst wurde der Ortsgüterbahnhof nahe der ursprünglichen Stelle wesentlich ausgebaut und als erste Stufe der Bahnerneuerung 1905 dem Betrieb übergeben.
Seit 1878 gab es in unmittelbarer Nähe des Badischen Bahnhofs ein Fahrposttransitbüro, dessen Aufgabe die Abwicklung des Postverkehrs mit der Deutschen Reichspost war. Das Fahrposttransitbüro hatte im Jahr 1912 einen Gesamtverkehr von nahezu 3,5 Millionen Stücken. Dieser Verkehr war zu gross für die alten Räume im Badischen Bahnhof. Statt in das neue Gebäude des Badischen Bahnhofs zu ziehen, wurde das Fahrposttransitbüro 1913 in ein neues Gebäude im Centralbahnhof ausgelagert. In Verschmelzung mit dem Pakettransitbüro wurde daraus die Poststelle Basel 17 Transit.
Ab 1913, als die Bahnanlage zum neuen Standort verlegt wurde, wurde auf dem alten Bahnhofareal die Basler Herbstmesse und nach dem Ersten Weltkrieg die Mustermesse Basel abgehalten. Zwischenzeitlich diente das alte Aufnahmegebäude als Fabrik- und Lagerhalle. Am 21. Dezember 1923 wurde es abgebrochen.
Der heutige Badische Bahnhof (seit 1913) mini|Portal zum Bahnhof mini|Innenansicht der Schalterhalle, vom Haupteingang gesehen. Der Zugang zu und von den Bahnsteigen befindet sich auf der linken Seite. 1906 begann man mit den Bauarbeiten an den eigentlichen Bahnanlagen, welche an den Rand der Stadt verlegt und durchwegs in neuer Hochlage erstellt wurden. Damit war Kleinbasel von sämtlichen Niveauübergängen befreit, und die Tunnel und Durchlässe für Strassen und Fussgänger konnten auf dem Niveau des Terrains erstellt werden.
Bei der Ausgestaltung der Fassade des neuen Bahnhofs schieden sich jedoch die Geister, und die weiteren Querelen verzögerten den Bau des Aufnahmegebäudes. Doch schlussendlich obsiegte der Entwurf des Schweizer Architekten Karl Moser (1860–1936), von dem in Basel auch die Pauluskirche (Büro Curjel & Moser, Karlsruhe) und die Antoniuskirche stammen. 1908 genehmigte das eidgenössische Post- und Eisenbahndepartement das von der Generaldirektion der Badischen Staatseisenbahnen vorgeschlagene Projekt. Im Frühjahr 1910 konnte mit den Bauarbeiten des Aufnahmegebäudes begonnen werden. 1911 waren die Fassaden des Mittelbaues in gelblichem Keupersandstein, den man aus Siegelsbach bezog, ausgeführt. Danach folgte der Bau des Turmes und der mit einer Eisenbetondecke überwölbten Schalterhalle.
Im Sommer 1911 war der neue Badische Bahnhof an der Schwarzwaldallee im Rohbau beendet, und die Kuppelhalle des Mittelbaus war bereits mit Holz ausgekleidet. Aus unbekannten Gründen brach am Abend des 12. August im Gerüst Feuer aus und vernichtete den Rohbau. Das Grossfeuer verzögerte die Inbetriebnahme des Bahnhofs um einige Monate.
Die MAN AG stellte 1912 die aus fünf 20 bzw. 24 Meter weiten Hallenschiffen bestehende Bahnhofshalle auf. Die Zollabfertigungsanlagen für die durchgehenden Züge wurden auf die entsprechenden Bahnsteige verlegt.
Am 11. September 1913 konnte das Aufnahmegebäude des neuen Badischen Bahnhofs bezogen und am 13. September 1913 eröffnet werden. Er wurde der teuerste Bahnhof der Badischen Staatseisenbahnen, das gesamte Projekt (inklusive der Aufschüttung des Bahndamms und der Verlegung der Linienführung) kostete 65 Millionen Franken (inflationsbereinigt entspräche das heute rund 600 Millionen).
Schweizer Poststelle im Badischen Bahnhof Die Schweizerische Eidgenossenschaft schloss 1852 mit dem Grossherzogtum Baden einen Vertrag, der «die Weiterführung der badischen Eisenbahnen über schweizerisches Gebiet» sowie den Bau des Badischen Bahnhofs regelte. Art. 20 sah eine schweizerische Poststelle innerhalb des Bahnhofsgebäudes vor, das von der Badischen Bahn gratis zur Verfügung gestellt werden sollte. Am 18. November 1862 wurde die Poststelle mit der Bezeichnung «Basel Badischer Bahnhof» an der Ecke Riehenring/Rosentalstrasse eröffnet.
Am 14. September 1913 zog die Poststelle in den Neubau des Badischen Bahnhofs und nahm ihren Betrieb am Standort Schwarzwaldallee auf, an dem sich die Poststelle noch heute befindet. Während des Ersten Weltkrieges wurde der Bahnhof von Schweizer Truppen besetzt, weshalb die Poststelle vom 2. August 1914 bis zum 13. September 1919 geschlossen blieb.
1935 benannten die Nationalsozialisten den Badischen Bahnhof in «Basel Reichsbahnhof» um, worauf die Schweiz intervenierte, da diese Bezeichnung den Anschein erwecken konnte, Basel gehöre zu Deutschland. Die deutschen Behörden änderten daraufhin die Bahnhofsbezeichnung in «Deutscher Reichsbahnhof Basel» um. Aufgrund dieser zweimaligen Namensänderung musste auch die Poststelle ihre Poststempel ändern, erst in «Reichs B.» bzw. «R.B.», danach in «D.R.B.». Seit 1948 wird der Bahnhof offiziell wieder «Badischer Bahnhof» genannt, und die Poststempel wurden entsprechend in «Basel Bad. Bahnhof» abgeändert.Bern, PTT-Archiv: Post-199 A 0005 Poststellenchronik KPD Basel, 1849–1997
Zusammenarbeit der Poststelle mit der Deutschen Reichspost