Die Chevrolet Chevelle ist ein Pkw der Mittelklasse (Intermediates), die in den ModelljahrenDie zeitliche Zuordnung von Automobilen erfolgt in den USA in erster Linie anhand von Modelljahren. Modelljahre weichen von Kalenderjahren in der Regel ab. Bei den meisten Herstellern beginnt bereits im Spätsommer eines Jahres nach den Werksferien, in denen Fertigungsstraßen den neuen Modellen angepasst werden, ein neues Modelljahr. Üblicherweise liegt dies im September oder Oktober. 1964 bis 1977 von Chevrolet, einer Automarke des General Motors Konzerns (GM), in den USA gebaut wurde. Die Unter-Modellreihen hießen Chevelle 300, Chevelle 300 Deluxe, Chevelle Malibu, Chevelle SS, Chevelle Concours und Chevelle Laguna.

Die Chevelle sollte dem ähnlich großen Ford Fairlane Konkurrenz machen und das Chevrolet-Angebot um ein Modell ergänzen, das sich in Größe und Konzept an den beliebten Modellen von 1955 bis 1957 orientierte. Im Modellprogramm der 1960er Jahre belegten die Chevelle und ihre Luxusversion Malibu den mittleren Bereich zwischen den Kompaktwagen Corvair und Nova einerseits und den großen Modellen Impala und Caprice andererseits.

Das Modellangebot der Chevelle reichte von preisgünstigen Limousinen und Kombis bis zu leistungsfähigen Coupés und Cabrios. Die sportlichen Versionen hießen Chevelle SS (für Super Sport) und zählten zu den Muscle Cars. Am Anfang war der Malibu die Luxusversion der Chevelle-Serie, bis 1977 die ganze Baureihe diesen Namen erhielt. Das Fahrwerk der Chevelle bot auch die Basis für den 1969 eingeführten Chevrolet Monte Carlo, der selbst ein sehr erfolgreiches Modell wurde.

Frühe Design-Entwürfe zeigen, dass die Chevelle ursprünglich die Nova-Namensschilder tragen sollte – eine Bezeichnung, die dann für die kleinere Chevy-II-Serie ab 1968 verwendet wurde.

Technische Daten

Motoren Chevrolet bot verschiedene Sechszylinderreihenmotoren und V8-Motoren für die Chevelle an, die alle als Viertaktmotoren und nach dem Ottoprinzip arbeiten.

Die V8-Chevrolet-Motoren waren entweder Small Block oder Big Block Motoren. Die Unterscheidung erfolgt durch die Länge des Motorblockes und der Bohrung des Zylinders, der in der Regel weniger als 4 Zoll bzw. 101,6 mm beträgt. Lediglich eine von 1970 bis 1980 gebaute Variante des Small Blocks mit 6,6 Liter (400 in3) hatte eine Bohrung von 4,126 Zoll bzw. 104,9 mm. Der Small Block ist darüber hinaus kürzer als der Big Block. Die Entwicklung des Small Block Chevrolet (SBC) geht auf das Jahr 1954 zurück. Der Entwicklungsauftrag an den Chevrolet-Ingenieur Edward „Ed“ Cole lautete, einen kleinen preiswerten V8-Motor zu entwickeln, eben einen Small Block zu bauen.

Die Motoren, unabhängig davon, ob mit sechs oder acht Zylindern, waren längs eingebaut. Sie haben eine OHV-Ventilsteuerung mit je zwei hängenden Ventilen pro Zylinder. Klassischerweise werden die Motoren/-generationen von allen amerikanischen Automobilmarken mit Namen versehen. So hatten auch die in der Chevelle verwendeten Motoren Namen. Die 6-Zylinder-Reihenmotoren wurden „Hi-Thrift“ und „Turbo-Thrift“ genannt, die V8-Small-Block-Motoren „Turbo-Fire“ und die Big Blocks „Turbo-Jet“.

Die Bezeichnung entspricht meist dem Hubraum in Kubikzoll.

Chevrolet Chevelle194230250283305307327283396402 später 400454BestellcodeStd-R6L61L26L22Std-V8L77LG3Std-V8/L14L30L73L74L76L79L48L65LM1L34L35L78LS3LS3L34LF6LT4LS4LS5LS6MotornameHi-ThriftTurbo-ThriftTurbo-Fire (Small Block Chevrolet)Turbo-Jet (Big Block Chevrolet)MotorartOttomotorMotorarbeitsverfahrenViertaktMotorbauart6-Zylinder-Reihenmotor, längseingebaut8-Zylinder-V-Motor, längseingebautHubraum3185 cm3(194,4 in3)3776 cm3(230 in3)4093 cm3(250 in3)4645 cm3(283 in3)5002 cm3(305 in3)5048 cm3(307 in3)5354 cm3(327 in3)5733 cm3(350 in3)6489 cm3(396 in3)6603 cm3(402 in3)7446 cm3(454 in3)Bohrung × Hub90,5 mm × 82,6 mm(3,563 in × 3,25 in)98,5 mm × 82,6 mm(3,875 in × 3,25 in)98,5 mm × 89,7 mm(3,875 in × 3,531 in)98,45 mm × 76,2 mm(3,875 in × 3,00 in)94,9 mm × 88,4 mm(3,736 in × 3,48 in)98,5 mm × 82,8 mm(3,875 in × 3,25 in)101,6 mm × 82,6 mm(4 in × 3,25 in)101,6 mm × 88,4 mm(4 in × 3,48 in)104 mm × 95,5 mm(4,094 in × 3,76 in)104,9 mm × 95,5 mm(4,126 in × 3,76 in)108 mm × 101,6 mm(4,25 in × 4 in)Bankwinkel–90°VentilsteuerungOHV, zwei hängende Ventile mit seitlicher Nockenwelle, Stößelstangen und KipphebelnOHV, zwei hängende Ventile mit zentraler Nockenwelle, Stößelstangen und KipphebelnNockenwellenantriebZahnräderKetteKühlungWasserkühlung, mit an der Wasserpumpe montiertem Lüfter, starr oder motorabhängig über Visco-Kupplung

Die angegebene Leistung der Motoren variiert von Modelljahr zu Modelljahr und wird aus diesem Grund getrennt für jedes Modelljahr im Artikel angegeben.

Dies wurde unter anderem durch Änderungen der Ansaug- und Abgaswege erreicht, oder durch die Änderung des Verdichtungsverhältnisses. Geschuldet war dies gesetzlichen Anforderungen zum Umweltschutz wie zum Beispiel der Einführung von bleifreiem Kraftstoff Anfang der 1970er Jahre.

Weiter ist wichtig, dass die Motorleistung nach den Standards SAE J245 und J1995 gemessen wurde. Dabei wird der Motor auf einem Motorenprüfstand an eine Wirbelstrombremse angeschlossen (daher der Name Bremsleistung) und auf seine Leistungsfähigkeit geprüft. Lichtmaschine, Luftfilter, Kühlmittelpumpe und weitere Nebenaggregate des Motors wurden abgebaut, was die Leistung des Motors höher scheinen lässt, als sie tatsächlich ist. Darüber hinaus wurde zugunsten von niedrigen Versicherungsprämien die Leistung manchmal auch niedriger angegeben. Daher sind frühe SAE-Leistungsangaben nicht mit DIN-Leistungsangaben nach DIN 70020 oder ISO 1585 vergleichbar und können als Anhaltspunkt für die ungefähre Einordnung dienen.

1971 erfolgte eine parallel Angabe von Brutto- und Netto-Wert. Ab 1972 wurden Nettowerte angegeben. Aus diesem Grund erfolgt für 1970 keine Angabe von Nettoleistungen und ab 1972 keine Angabe der Bruttoleistung.

Quellen:

Getriebe Die Chevelle konnte mit verschiedenen manuellen und automatischen Getrieben bestellt werden, zudem mit Lenkstockschaltung oder Wählhebel bzw. Schalthebel auf dem Mitteltunnel bzw. der Mittelkonsole je nach gewählten Optionen.

Schieberadgetriebe Es waren Schieberad-Getriebe mit Schrägverzahnung mit drei oder vier Gängen verfügbar, auf Wunsch mit Overdrive.

Wandlergetriebe Das Powerglide war ein Zwei-Gang-Automatikgetriebe von General Motors. Es hatte einen hydrodynamischen Drehmomentwandler mit Kupplungspaket und zweistufigem PlanetengetriebeCarl H. Munroe: Powerglide Transmission Handbook: How to Rebuild Or Modify Chevrolet's Powerglide for All Applications, Penguin, 2001, ISBN 978-1-55788-355-1, S. 2 und war in erster Linie für Chevrolets im Zeitraum von Januar 1950 bis 1973 verfügbar. Mit der Einführung der Turbo Hydra-Matic wurde es aus dem Programm genommen.

Das Turbo Hydra-Matic stammt ebenfalls von General Motors. Dieses Getriebe hatte wie auch das Powerglide einen hydrodynamischen Drehmomentwandler, aber einen Simpson-Planetengetriebestrang mit drei Vorwärtsfahrstufen, wobei der Wählhebel die Positionen 1, 2, Drive, Neutral, Park und Rückwärts hatte. In der Chevelle wurden die Turbo-Hydra-Matic-Typen TH350 und TH400 eingesetzt. Die Typenbezeichnung des Getriebes gibt das nominale Eingangsdrehmoment von 475 N·m (350 lbf·ft) beziehungsweise 542 N·m (400 lbf·ft) an.

Chevelle (1964–1967)

1964 Im Modelljahr 1964 brachte Chevrolet als neues Mittelklassemodell die Chevelle heraus, die stilistisch vom kleineren und gradlinigen Chevy II / Nova abgeleitet war, jedoch anders als der Chevy II gewölbte Seitenscheiben hatte. Die Fertigung erfolgte in Atlanta, Baltimore und Kansas City (Missouri) sowie in einer komplett neuen Fabrik in Fremont (Kalifornien). Die Chevelle hatte einen Rahmen, auf dem die Stahlblechkarosserie montiert war. Der Karosserieteil ab der Spritzwand bis zum Heck war in einem Teil geschweißt, die Front wurde komplett geschraubt. Sie besaß an der Vorderachse eine Einzelradaufhängung und hinten eine Starrachse mit Längslenkern sowie Hinterradantrieb. Die Federung war vorn wie hinten mit Schraubenfedern ausgeführt. An allen Rädern waren Trommelbremsen in einem Zweikreisbremssystem montiert. Ein Bremskraftverstärker oder Scheibenbremsen an der Vorderachse waren als Extra bestellbar. In dieser Generation besaßen alle Modelle einen gleichen Radstand von 2921 mm (115 in) und eine Gesamtlänge von 4925 mm bis 5050 mm (193,9 in bis 198,8 in). Die Spurweite betrug vorn wie hinten 1473,2 mm (58 in), die Fahrzeughöhe, je nach Modell, zwischen 1371 mm und 1379 mm (54 in bis 54,3 in). Alle Chevelle der ersten Generation hatten bereits eine Windschutzscheibe aus Verbund-Sicherheitsglas (VSG), die Seitenscheiben und die Heckscheibe bestanden aus Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG), außer beim Cabriolet, dort war die Heckscheibe aus Kunststoff. Das Tankvolumen betrug ca. 76 Liter (20 Gallonen).

Die Fahrzeuge gab es zunächst in zwei Unterserien, der einfacheren Chevelle 300 und der luxuriöseren Chevelle Malibu. Beide hatten die Seriennummer 0300 und waren mit Sechszylinder-Reihenmotoren aus der Chevy II / Nova – Reihen- oder V8-Motoren von den Full-Size-Chevrolets verfügbar. Während es vom 300 sechssitzige Limousinen mit zwei oder vier Türen und sechssitzige Kombis mit drei oder fünf Türen gab, kamen beim Malibu noch ein 2-türiges Sportcoupé, ohne B-Säule und ein 2-türiges Cabriolet mit je fünf Sitzplätzen dazu. Der Kombi der Malibu-Version konnte auf Wunsch mit einer dritten Sitzbank im Kofferraum ausgestattet werden und wurde so zum Neunsitzer. Auf Wunsch gab es ein Super-Sport-Paket mit einer sportlicheren Ausstattung, w. z. B. Einzelsitzen, stärkeren Motoren und einer SS-Beschriftung.

Im Modelljahr wurden insgesamt 142.034 Fahrzeuge mit 6-Zylinder-Motor und 196.252 mit V8 hergestellt. Die meisten Kunden wählten eine Malibu-Variante.

Die Liste möglicher Extras umfasste unter anderem eine Klimaanlage (317 USD), Bremskraftverstärker (3 USD) und Servolenkung (75 USD) sowie verschiedene Radio-Varianten (von 48 bis 70 USD). Selbst elektrisch verstellbare Sitze waren verfügbar. Die Powerglide-Automatik war für alle Motoren verfügbar und kostete 167 USD. Vordere Sicherheitsgurte gehörten nicht zur Serienausstattung und mussten für 19 USD extra bestellt werden, für die hinteren Sitze waren keine verfügbar.

Chevrolet Chevelle194230283327BestellcodeStd-R6L61Std-V8L77L30L74L76MotornameHi-ThriftTurbo-ThriftTurbo-Fire (Small Block Chevrolet)Bremsleistung (brutto SAE-PS) bei Drehzahl in min−1Die Motorleistung wurde nach dem Standard SAE J245 gemessen. Dabei wird der Motor auf einem Motorenprüfstand an eine Wirbelstrombremse angeschlossen (daher der Name Bremsleistung) und auf seine Leistungsfähigkeit geprüft. Lichtmaschine, Luftfilter, Kühlmittelpumpe und weitere Nebenaggregate des Motors sind abgebaut, was die Leistung des Motors höher scheinen lässt, als sie tatsächlich ist. Darüber hinaus wurde zugunsten von niedrigen Versicherungsprämien die Leistung manchmal auch niedriger angegeben. Daher sind SAE-Leistungsangaben nicht mit DIN-Leistungsangaben vergleichbar und können nur als Anhaltspunkt für die ungefähre Einordnung dienen. Im Jahr 1971 erfolgte eine parallel Angabe von Brutto- und Netto-Wert. Ab 1972 wurden nur noch Nettowerte angegeben. Aus diesem Grund erfolgt für 1970 keine Angabe von Nettoleistungen und ab 1972 keine Angabe der Bruttoleistung.120 SAE-HPbei 4400155 SAE-HPbei 4400195 SAE-HPbei 4800220 SAE-HPbei 4800250 SAE-HPbei 4400300 SAE-HPbei 5000365 SAE-HPbei 6200max. brutto Drehmoment bei min−1240 Nm (177 lbf·ft)bei 2400291 Nm (215 lbf·ft)bei 2400386 Nm (285 lbf·ft)bei 2400400 Nm (295 lbf·ft)bei 2400474 Nm (350 lbf·ft)bei 2800488 Nm (360 lbf·ft)bei 3200474 Nm (350 lbf·ft)bei 4000Verdichtung8,5 : 19,25 : 110,5 : 111,0 : 1Gemischaufbereitungein Fallstrom-Einfachvergaserein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaser

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