Rothstein ist ein Ortsteil der Stadt Uebigau-Wahrenbrück im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster und heute Teil der Verbandsgemeinde Liebenwerda. Der Ortsteil umfasst die Gemarkung Rothstein. Er hat entsprechend der brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen direkt gewählten Ortsvorsteher.

Rothstein liegt etwa sechs Kilometer nordöstlich der Stadt Bad Liebenwerda im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft zwischen der im Osten aufgetürmten Erdmoräne aus der Saale II Eiszeit und dem am Südwestende des Ortes gelegenen Rothsteiner Felsen, welcher etwa 560 Millionen Jahre alt ist und damit eine der ältesten Gesteinsformationen Europas ist. Der aus Kieselsinterhornsteinwacke bestehende Felsen ist der einzige Naturfelsen im Raum Berlin-Brandenburg.

Rothstein gehörte bis zur Eingemeindung am 27. September 1998StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998 zum Landkreis Bad Liebenwerda und besitzt derzeit 167 Einwohner.

Geschichte mini|Rotstein auf einer geschichtlichen Karte des Kreises Liebenwerda (1910). mini|Rothstein mini|Gasthof mini|Historisches Leiternhaus

Deutung des Ortsnamens Der Ort hat seinen Namen von dem sich in der Nähe des Dorfes befindlichen Rothsteiner Felsen, welcher dort als höchste Erhebung eines unterirdischen Vulkan-Gebirges mit seinen rötlichen Eisenoxidfarben zu Tage tritt.

Ortsgeschichte 1309 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt und nach mehrmaligem Besitzerwechsel 1587 an das Amt Liebenwerda verkauft. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf, wie viele Ortschaften der Umgebung durch Plünderung vollkommen verwüstet. Nach mündlichen Überlieferungen überlebte nur ein Knecht und eine Magd.

1835 zählte das Dorf 28 Wohnhäuser mit 137 Einwohnern. An Vieh wurden 27 Pferde, 149 Stück Rindvieh, 355 Schafe und 52 Schweine gezählt.

1836 wurde in Rothstein ein eigenes Schulhaus erbaut und ab 1870 brachten einfache von Hand betriebene Schachtanlagen zur Braunkohlengewinnung einen Entwicklungsschub für den Ort. Neben dem Bergbau und der Landwirtschaft entwickelte sich als weitere Erwerbsquelle der Steinbruch am Felsen, welche zwischen den beiden Weltkriegen aufgegeben wurde.

In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts gab es im Ort Stellmacher, Ofensetzer, eine Schmiede, einen Fleischer, einen Schreiner sowie Schlosser. 1991 wurde der Ort an das Trinkwassernetz angeschlossen, das Abwassernetz wurde ebenfalls fertiggestellt.

Bevölkerungsentwicklung Einwohnerentwicklung von RothsteinHistorisches Gemeindeverzeichnis 2005 für Brandenburg Online als PDF-Datei Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner18361371939258198523019942251875250194640419892331995215189025019503761990234199623219102601964267199122319972251925269197125519922212016167 1933251198121719932222019167

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Freilichtbühne vor dem Rothsteiner Felsen

Jährlicher Höhepunkt ist das Rothsteiner Felsenfest, welches seit 1888 an jedem 2. Wochenende im Juli gefeiert wird. Die gute Organisation, die Vielfalt der Darbietungen sowie die reizvolle Umgebung am Felsen locken jährlich tausende Besucher von nah und fern an den Felsen und machten es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem der größten Volksfeste der Umgebung. In den letzten Jahren sind die Besucherzahlen stark gesunken und das Fest hat seine überregionale Bedeutung eingebüßt.

Seit 1997 findet im August am Felsen das Indianer- und Westerntreffen statt, was sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

Auf dem Rothsteiner Friedhof befindet sich ein Kriegerdenkmal in Form einer Stele zu Ehren der in den beiden Weltkriegen gefallenen Rothsteiner Einwohner.Das Kriegerdenkmal in Rothstein beim Onlineprojekt Gefallenendenkmäler

Persönlichkeiten Jürgen Bartholomäus, Vorsitzender des Fördervereins Brikettfabrik Louise e. V., Denkmalpflegepreisträger des Landes Brandenburg im Jahr 2000

Einzelnachweise

Weblinks

Ortsteil Rothstein In: Webauftritt der Stadt Uebigau-Wahrenbrück. Rothstein in der RBB-Sendung Landschleicher vom 10. August 2014

Kategorie:Ort im Landkreis Elbe-Elster Kategorie:Geographie (Uebigau-Wahrenbrück) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Elbe-Elster) Kategorie:Ersterwähnung 1309 Kategorie:Gemeindeauflösung 1998