Fürstenfeld (ungarisch Fölöstöm) ist eine Stadt mit Einwohnern (Stand ) in der Steiermark in Österreich im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (bis Ende 2012 Bezirkshauptstadt des Bezirkes Fürstenfeld). Die Stadt ist unter anderem aufgrund des gleichnamigen Liedes der steirischen Band S.T.S. bekannt. Darüber hinaus kennt man Fürstenfeld auch als sogenannte Thermenhauptstadt des Thermenlandes Steiermark, aufgrund seiner Nähe zu mehreren Kurorten, wie Bad Blumau, Bad Waltersdorf oder Bad Loipersdorf.
Geografie Geografische Lage
Fürstenfeld liegt nahe der Grenze zum Burgenland am Unterlauf der Feistritz. Das Stadtgebiet liegt zwischen 255 und Der Hauptteil der Stadt liegt auf einer Talstufe oder Terrasse ca. 20 m über dem eigentlichen Talboden (siehe nebenstehende Grafik).
Nach Feldbach ist Fürstenfeld der zweitgrößte Ort in der Südoststeiermark, die nächsten deutlich größeren Orte Graz und das ungarische Szombathely (Steinamanger) sind fast 60 km weit entfernt, wodurch sich für Fürstenfelds Wirtschaft und Schulwesen ein für die Stadtgröße vergleichsweise großes Einzugsgebiet ergibt.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften bzw. Katastralgemeinden (Einwohner Stand ; Fläche Stand ): Altenmarkt bei Fürstenfeld ( Ew.; ) Aschbach bei Fürstenfeld ( Ew. mit Spitzhart; KG Aschbach ) Ebersdorf ( Ew.; ) Fürstenfeld ( Ew.; ) Innere Stadt (, (in Klammern Einwohnerzahl zum Stand )) Ledergasse () Grazer Vorstadt () Ungarvorstadt () Mitterbreiten Mühlbreiten Gerichtsbergen (letztere drei zusammen ) Hartl bei Fürstenfeld ( Ew.; ) Kohlgraben ( Ew.; ) Rittschein ( Ew.; ) Ruppersdorf ( Ew.; ) Söchau ( Ew.; ) Speltenbach ( Ew.; ) Stadtbergen ( Ew.; ) Tautendorf bei Fürstenfeld ( Ew.; KG Tautendorf ) Übersbach ( Ew.; )
Die Innere Stadt umfasst die historische Altstadt, welche den Jahrhunderte alten Kern von Fürstenfeld bildet. Durch sie verläuft die Hauptstraße, in der zahlreiche Lokale und Kaffeehäuser zu finden sind. Am Ende dieser, ursprünglich Marktstraße getauften, Straße befindet sich der Hauptplatz, der 80 × 82 × 81 × 90 Meter misst. Die Fläche beträgt also 7253 m² oder 0,72 Hektar. Er ist ebenso von Geschäften und Restaurants begrenzt. Auch zwei der drei Kirchen in Fürstenfeld, nämlich die Augustinerkirche und die Stadtpfarrkirche liegen in der Innenstadt.
Der Stadtteil Ledergasse hat viel von seinem ursprünglichen Erscheinungsbild verloren und hat nicht mehr viel an Historik zu bieten. Er ist das moderne Gesicht von Fürstenfeld und seine Gebäudeanzahl wird stetig vergrößert. Auf seinem Grund entstanden vom Jahr 2000 weg mehrere Einkaufszentren und andere Einrichtungen, wie beispielsweise ein Schnellrestaurant, ein italienisches Restaurant oder einige Autohändler. Im Norden befindet sich der kleine Flugplatz, der Fürstenfeld auch per Luftfahrt erreichbar macht. Noch weiter nördlich verläuft die Fürstenfelder Schnellstraße, samt Auf- und Abfahrt Fürstenfeld, durch den Stadtteil Ledergasse.
Die Grazer Vorstadt liegt westlich der Innenstadt und wird durch das Grazer Tor bzw. dem Rathaus von dieser getrennt, welches bei einem Angriff geschlossen werden und so die Innenstadt schützen konnte. Der Grazer Platz bildet das Herz dieses Stadtteils, auf welchem sich unter anderem eine Billa-Filiale, ein chinesisches Restaurant und einige andere Einrichtungen, wie ein Sonnenstudio, der Gasthof Fasch oder die Bestattung Eden, befinden. In der Mitte befindet sich der Busbahnhof Fürstenfeld Grazer Platz, welcher an Werktagen teils 15-Minuten-Takt in die Landeshauptstadt Graz bietet. Auch das Rüsthaus der Feuerwehr Fürstenfeld und der katholische Friedhof wurden in der Grazer Vorstadt errichtet.
Die Ungar Vorstadt befindet sich südöstlich des Stadtzentrums und wurde ursprünglich vom Ungar Tor von dieser abgetrennt. Auch dieses konnte im Falle eines Angriffs geschlossen werden. Im 20. Jahrhundert wurde es jedoch abgetragen und durch zwei gläserne Säulen ersetzt, welche den ehemaligen Standpunkt des mächtigen Tores markieren sollen. Dieser Stadtteil beherbergt einige Bildungseinrichtungen, wie beispielsweise ein BG/BRG, eine HTBLA, eine HAK und die ZIS-FF Universität Fürstenfeld. Letztere wurde am zentralen Schillerplatz errichtet. Auch dieser wird von einem Busbahnhof geprägt. Am südlichen Rand der Ungar Vorstadt liegt der Bahnhof Fürstenfeld.
Nachbargemeinden Eine der sieben Nachbargemeinden liegt im Bezirk Jennersdorf (JE) bzw. drei im Bezirk Südoststeiermark (SO)
Klima Die Lage auf der Terrassenstufe bedingt ein Übergangsklima zwischen dem Klima der kontinentalen Talböden und dem thermisch begünstigten Riedelland. Das Klima rund um Fürstenfeld gilt als sommerwarmes, mäßig winterkaltes schwach kontinentales Klima. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 800 mm.
Geschichte mini|Ansicht von Fürstenfeld um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz mini|Das Schloss der Malteser Ordenskommende um 1830, später bis um 2015 Tabakfabrik mini|Historische Ansichtskarte von Fürstenfeld aus dem Jahr 1905 mini|hochkant|Katholische Pfarrkirche Fürstenfeld mini|Das Schiff der Johannes-der-Täufer-Kirche mini|Die Fürstenfelder Eremiten Augustinerkirche mini|Evangelische Heilandskirche mini|Das alte Rathaus von Fürstenfeld, heute Musikschule Die Besiedelung der Gegend um Fürstenfeld reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, die von den Anfängen des Ackerbaus und der Viehzucht geprägt waren. In der Urnenfelderzeit entstanden zahlreiche befestigte Höhensiedlungen, Funde von Keramiken und Werkzeugen deuten auf weit reichenden Handel zwischen den Einwohnern hin.
Aus der Bronze- und Urnenfelderzeit wurden Keramiken und Werkzeuge gefunden. Aus der Römerzeit gibt es zahlreiche Bodenfunde.
Mittelalter Seit dem Ende des 6. Jahrhunderts n. Chr. siedelten Slawen entlang der alten Römerstraßen und Flussläufe. Ab dem 8. Jahrhundert erfolgte bajuwarische Besiedelung. Im 9. und 10. Jahrhundert kam es zu einem Siedlungsrückgang durch die zahlreichen Einfälle der Ungarn.
Zur Sicherung der Neubesiedelung des vom römisch-deutschen König Heinrich III. (ab 1046 römisch-deutscher Kaiser) in den Jahren von 1042 bis 1044 zurückeroberten Grenzgebietes an der Leitha und Lafnitz errichteten die niederösterreichischen und steirischen Landesfürsten im 12. Jahrhundert einen ausgedehnten Burgengürtel an der ungarischen Grenze.
Um 1170 wurde eine solche landesfürstliche Burg von Markgraf Ottokar IV. von Traungau an der Stelle des heutigen Fürstenfeld gegründet.
Entlang der heutigen Hauptstraße wurde danach ein Haus nach dem anderen errichtet, sodass im Jahr 1178 ein Straßenmarkt vorhanden war. Der schriftliche Nachweis eines Marktes im Jahr 1178 gab den Anlass für die 800-Jahr-Feier von Fürstenfeld am 27. August 1978. Der Name Fürstenfeld geht darauf zurück, dass das Gebiet auch nach der Besiedelung weiterhin landesfürstlicher Besitz blieb, was auch im Fürstenfelder Wappen Ausdruck findet. In Urkunden und Archivalien wird der Name erstmals seit dem Jahre 1183 erwähnt.
Um 1200 begründete der Johanniterorden eine Niederlassung in Fürstenfeld. Die Johanniter gründeten eine ritterliche Ordenskommende und errichteten die erste Kirche. Von 1215 bis 1220 wurde der Markt durch den Babenberger Herzog Leopold VI. planmäßig zur Stadt ausgebaut. 1232 erhielt Fürstenfeld den Beinamen Forum et Civitas (Markt und Stadt). Im selben Jahr erwarben die Johanniter die Pfarrrechte für die Stadtpfarrkirche.
Die Stadtrechtsbestätigung Fürstenfelds erfolgte 1277 durch Rudolf von Habsburg.
1362 gestattete Herzog Rudolf IV. die Niederlassung der Augustiner-Eremiten in der Stadt. Diese errichteten in den Jahren von 1365 bis 1368 die Augustinerkirche und das Augustinerkloster. In Folge entwickelte sich Fürstenfeld zu einer bedeutenden Grenz- und Handelsstadt.
Als Grenzstadt gegen Osten war Fürstenfeld immer wieder in Kampfhandlungen verwickelt.
Im Frühjahr 1418 wurde die Stadt beim Einfall der Ungarn verwüstet. Um den Wiederaufbau zu fördern, erhielten die Fürstenfelder Bürger von Herzog Ernst das zusätzliche Privileg zum Verkauf von Most und Wein.
Im Jahre 1469 wurde Fürstenfeld in den Aufstand des Adeligen Andreas Baumkircher gegen Kaiser Friedrich III. verwickelt. Der Adelsbund unter Baumkircher und Johann von Stubenberg besetzte Hartberg, Fürstenfeld, Feldbach, Marburg, Windischfeistritz, Gonobitz und Schloss Wildon. Fürstenfeld wurde am 2. Februar 1469 durch Verrat eingenommen. Am 21. Juli 1469 kam es bei der Schlacht bei Fürstenfeld vor den Toren der Stadt zu einem Aufeinandertreffen der Truppen von Baumkircher und Kaiser Friedrich III., bei der Baumkircher den kaiserlichen Truppen eine schwere Niederlage zufügte. Stadt und Bürger von Fürstenfeld wurden durch die Kampfhandlungen schwer mitgenommen, viele Häuser lagen in Schutt und Asche und zu den Verwundeten kamen Seuchen hinzu.
Am 26. Mai 1480 wurde die Stadt durch den Ungarkönig Matthias Corvinus erstürmt und elf Jahre lang besetzt gehalten. In dieser Zeit wurden 500 Fürstenfelder Bürger in die ungarische Gefangenschaft nach Ofen verschleppt. Die Stadt wurde bis auf das Augustinerkloster und ein paar angrenzende Häuser niedergebrannt. Die Aufbauarbeiten wurden durch drei Brände in den Jahren 1503, 1504 und 1509 mehrmals zurückgeworfen. Ein amtlicher Bericht aus dem Jahre 1543 sagt aus, dass zu diesem Zeitpunkt fast alle Häuser verödet waren.
Im Mittelalter war der Kern der Stadt eine Wehranlage mit rechteckigem Grundriss, die am Ufer der Feistritz mit ihren sechs Türmen die fünf Flusstäler der Feistritz, Lafnitz, Safen, Ilz und Rittschein kontrollieren konnte. Die Befestigungsanlage wurde 1533 erneuert, Teile davon (Ungarbastei, Pfeilburg, Mühlbastei, Klosterbastei, Schlossbastei) sind heute noch erhalten.
Frühe Neuzeit Zwischen 1556 und 1581 erfolgte ein Ausbau nach den Plänen des italienischen Baumeisters Domenico dell’Allio, bei dem das fast rechteckige Stadtbild erhalten blieb. Die Verschiedenartigkeit der Wehranlagen stützt die Hypothese, dass der Ausbau der Stadt in zwei Etappen erfolgt ist.
1605 besetzten und plünderten die Hajduken die Stadt und brannten 92 Häuser nieder, auch die Kirche wurde zerstört. Wegen der Türkengefahr wurden 1664 die Festungsanlagen verstärkt. Während der siegreichen Schlacht gegen die Türken bei Mogersdorf war Fürstenfeld Auffanglager und Lazarettstadt.
1679 bis 1681 wurde die Region von der Pest heimgesucht.
1691 begann Christoph Liscutin in Ungarn und um Fürstenfeld mit dem Tabakanbau und gründete 1693 in der Pfeilburg die erste Tabakfabrik Österreichs – eine der weltweit ältesten.stwff.websline-cms113.com Tabakmuseum – Eng mit Tabak und Rauchkultur verbunden, Museum Pfeilburg Fürstenfeld, Website, abgerufen am 27. Juli 2016.
1704 belagerten die Kuruzen unter Alexander Károlyi die Stadt, ein Entsatzheer von 3000 Kroaten kam Fürstenfeld zu Hilfe, um die Belagerer zu vertreiben. Die Kuruzen blieben in den folgenden Jahren jedoch eine Gefahr bis zum Frieden von Szathmár 1711.
1772 wurde die Kirche umgebaut.
19., 20. und 21. Jahrhundert 1809 besetzten die Franzosen nach einem kurzen Gefecht die Stadt.
In den Jahren von 1815 bis 1848 war ein wirtschaftlicher Aufschwung zu verzeichnen, die Einwohnerzahl stieg in dieser Zeit von 1600 auf 3000 an.
Die einzelnen Stadtteile, wie die innere Stadt, in der die Patrizierbürger wohnten, die Ledergasse, die bereits im 15. Jahrhundert besiedelt war, die Grazer Vorstadt, deren Ausbau im 16. Jahrhundert begann, die Ungarvorstadt, Mitterbreiten, Mühlbreiten und Gerichtsbergen führten immer ein gewisses Eigenleben, was sich teilweise heute noch in gewissen Vereinen oder Traditionen zeigt. Die Ledergasse besaß bis in das 18. Jahrhundert hinein sogar einen eigenen Richter.
Meyers Konversations-Lexikon von 1888 beschreibt die Stadt folgendermaßen: