Der Salbitschijen ist ein hoher Berg in den Urner Alpen. Er ist ein Kletterberg mit klassischen Grat- und Wandrouten im Granit.

Der Salbitschijen liegt nördlich des Göschenertals, durch welches vom Göscheneralpsee die Göschenerreuss fliesst. Der Gipfel wird von der berühmten 15 m hohen Salbit-Gipfelnadel gekrönt, welche mit Kletterei im V. Grad bestiegen werden kann.

Ausgangspunkt für eine Besteigung des Salbitschijen ist die auf Höhe gelegene Salbithütte. Sie ist mit der westlich gelegenen Voralphütte durch einen Steig verbunden, der in einem Schwierigkeitsgrad von T4 durch die Südflanke des Salbitschijen führt. Eine Attraktion dieses Weges ist die 2010 eröffnete 90 Meter lange Salbitbrücke.

Im Jahr 2009 wurde an der Südflanke eine hochgelegene Hängebrücke (Salbitbrücke) errichtet, die den Übergang von der Salbithütte zur Voralphütte ohne Kletterausrüstung ermöglicht. Dennoch handelt es sich um einen ausgesetzten Weg, und die meisten Begeher nutzen für die Überquerung der Brücke sowie des anschließenden Grats eine Klettersteigausrüstung. Diese kann in den nahegelegenen Hütten des Schweizer Alpen-Clubs – der Voralphütte und der Salbithütte – ausgeliehen werden.

Klettertouren alternativtext=Salbitschijen Hochsommer von gleichnamigen Hütte|mini|Der Salbitschijen im Hochsommer von der Salbithütte gesehen.|links

Auf den Berg führen drei wuchtige Grate, der West-, Süd- und Ostgrat. Von Norden ist er durch ein oft mit Schnee gefülltes Couloir und später über leichte Felsen (I–II) zu erreichen.

Über den Westgrat führt eine oft unterschätzte Kletterroute mit über 30 Seillängen bis in den VII. Schwierigkeitsgrad, bei der viele Seilschaften nicht ohne ein Biwak auskommen. Erste integrale Begehung erfolgte im Juni 1948 durch Ernest und Betty Favre und Louis-Maurice Henchoz.Bruno Müller: Mit Magnesia und Hanfseil. 1998, S. 93.

Der Südgrat wird oft als eine der schönsten GratklettereienJürg von Känel: Schweiz plaisir Ost. 2001, S. 103. im gesamten Alpenraum bezeichnet. Er geht über 16 Seillängen und weist mehrere Stellen im oberen V. Schwierigkeitsgrad auf. Die Erstbegehung schafften Alfred Amstad, Otto Amstad und Guido Masetto am 16. August 1935.Alfred Amstad: La première ascension de la crête sud du Salbitschyn, 2989 mètres. In: Die Alpen. Monatsschrift des Schweizer Alpenclub. 12. Jahrgang, 1936, S. 352–357.

Der Ostgrat (IV–V) ist der einfachste der drei Grate. Erste Begehung erfolgte durch August und Hugo Müller am 20. Juni 1920.

Durch die Südostwand des vorgelagerten Zwillingsturmes führen zahlreiche bekannte Granitklettereien. Viele Routen wurden von Hans Berger, dem Hüttenwirt der Salbithütte, mit Bohrhaken saniert.

Am 12. Juni 2023 kletterte Dani Arnold als Erster solo und in Rekordzeit alle drei Grate. Dazu brauchte er 9 Stunden, 36 Minuten und 55 Sekunden und legte 2311 Höhenmeter Aufstieg und 8,48 Kilometer zurück. Start- und Zielort war die Salbithütte.www.srf.ch Den Rekord für eine Zweierseilschaft stellten am 6. Oktober 2023 Yannick Glatthard und Simon Wahli durch die Begehung von West-, Süd- und Ostgrat am Salbitschijen in der Rekord-Zeit von 5 Stunden und 53 Minuten auf.Alpin.ch

Name Schije heisst auf Schweizerdeutsch dünne Latte, Zaun, langes Brett, Zaunpfahl, Haglatte, übertragen auf die Bergnamen entsprechend, ‚aufragende schmale Felsformation‘.

Weblinks

Homepage der Salbithüte Beschreibung einer Klettertour über den Westgrat Foto der Salbit-Gipfelnadel

Einzelnachweise Lage & Höhe gemäß SwissTopo (Karten der Schweiz)

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