mini|Michael Groß mit Ehefrau Ilona, 2016 Michael GroßImpressum seiner eigenen Webseite, abgerufen am 9. Juni 2013 (* 17. Juni 1964 in Frankfurt am Main) ist nach Summe seiner insgesamt 21 Titelgewinne bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften der zweiterfolgreichste deutsche Schwimmsportler.Kristin Otto erzielte mit Unterstützung des DDR-Zwangsdopingsystems insgesamt 22 Titelgewinne: Sechs bei Olympischen Spielen, sieben bei Welt- und neun bei Europameisterschaften. Bei Weltmeisterschaften ist Thomas Lurz mit zehn gewonnenen Titeln der erfolgreichste deutsche Schwimmer aller Zeiten. (Stand: 9. Juni 2013) Er startete für den EOSC, einen Schwimmclub aus Offenbach am Main.
Aufgrund seiner großen Armspannweite von 2,13 m bei 2,01 m Körperlänge war sein Spitzname Albatros, den er 1983 von einem französischen Reporter der Sporttageszeitung L’Équipe bekommen hatte.Artikel der Schweriner Volkszeitung vom 9. Dezember 2005: Anhang von Silke Bernhart: Reziproke Effekte durch Sportberichterstattung, Springer DE, E-Book 2007, S. 12 (S. 200 des Gesamtwerks) (PDF; 104 kB), abgerufen am 9. Juni 2013 Während der Olympischen Spiele 1984 kreierte Jörg Wontorra das geflügelte Wort: „Flieg, Albatros, flieg …!“ zu Olympische Sommerspiele 1984, abgerufen am 9. Juni 2013 Der Ausspruch wurde 2019 sogar auf einer Briefmarke der Deutschen Post „verewigt“.
Sportliche Karriere Groß, dessen Vater Prokurist eines Pharmazieunternehmens war, begann 1974 mit dem Schwimmsport und machte bundesweit erstmals 1979 bei den Jahrgangsmeisterschaften auf sich aufmerksam.
Bereits als 16-Jährigem gelang ihm ein zweiter Platz bei den Deutschen Meisterschaften 1980 in München über 100 m Schmetterling. Dieser zweite Platz hätte ihm auf Anhieb die Olympiateilnahme in Moskau eingebracht, das bundesdeutsche NOK boykottierte jedoch die Moskauer Spiele. Als der Schwede Pär Arvidsson mit 54,92 Sekunden Olympiasieger wurde, schwamm Groß die 100 m Schmetterling fast zur gleichen Zeit in Toronto in 54,69 Sekunden. Ein Jahr später wurde er dann erstmals deutscher Meister über 100 m Schmetterling und 200 m Freistil.
Im Jahr 1982 etablierte er sich endgültig in der Weltspitze, als er bei den Weltmeisterschaften in Guayaquil, Ecuador über 200 m Freistil und 200 m Schmetterling siegte.
Bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles gewann Groß Gold über 200 m Freistil und über 100 m Schmetterling (jeweils in Weltrekordzeit) sowie Silber über 200 m Schmetterling und mit der bundesdeutschen 4 × 200-m-Freistilstaffel. 1985 errang er bei den Europameisterschaften in Sofia bei sechs Starts sechs Goldmedaillen (200 m Freistil, 100 und 200 m Schmetterling und mit allen drei bundesdeutschen Staffeln).
Nach der Verteidigung seiner Weltmeistertitel über 200 m Freistil und 200 m Schmetterling 1986 in Madrid gewann er bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul olympisches Gold über 200 m Schmetterling und Bronze mit der 4 × 200-m-Freistilstaffel. 1991 beendete er nach den Weltmeisterschaften in Perth – wo er nochmals Gold gewann – seine Karriere als Schwimmer.
Groß gewann insgesamt dreimal Gold bei Olympischen Spielen, wurde fünfmal Weltmeister und dreizehnmal Europameister (siebenmal als Einzelschwimmer, sechsmal mit verschiedenen Staffeln). Er stellte zwölf Weltrekorde und 24 Europarekorde auf, darunter 1985 über 400 m Freistil, einer Disziplin, über die er sonst kaum startete. Damit hatte er in diesem Jahr zeitweilig vier Weltrekorde inne (dies gelang vor ihm nur Mark Spitz), was er in seinem Buch Siegen kann jeder als seine größte sportliche Leistung bezeichnet.
Michael Groß ist neben Ursula Happe, Dagmar Hase, Britta Steffen und Lukas Märtens der einzige Schwimmolympiasieger der Bundesrepublik Deutschland (Stand: 2024). Nur ihm und Britta Steffen gelang es, auch noch einen Weltmeistertitel über eine Einzelstrecke zu gewinnen.
Der Weltschwimmer der Jahre 1983 und 1985 wurde als erster deutscher Sportler viermal (1982, 1983, 1984, 1988) Sportler des Jahres (nur Boris Becker wurde genauso oft gewählt). Die Vereinigung der europäischen Sportjournalisten (UEPS) wählte Groß 1983 zu Europas Sportler des Jahres, ein Jahr später die Presseagentur Polska Agencja Prasowa (PAP) ebenfalls zu Europas Sportler des Jahres. Im Jahr 1995 wurde er in die Ruhmeshalle des internationalen Schwimmsports aufgenommen.
Michael Groß war nicht nur Spitzenschwimmer, sondern auch Leitfigur innerhalb der deutschen Nationalmannschaft. Dazu ließ er sich für die letzte Staffel an großen Wettkämpfen immer einen besonderen Auftritt einfallen. Bei seinem letzten Rennen für Deutschland, der 4 × 100-m-Lagenstaffel bei den Weltmeisterschaften 1991 in Perth, betrat die deutsche Staffel in Kostümen beliebter australischer Tiere (z. B. Känguru und Koala) die Startbrücke.
Michael Groß war in seiner Trainingsgestaltung für neue Wege und Ideen offen. Er war höchstens zweimal 90 Minuten pro Tag im Wasser und forcierte das Gewichtstraining sehr. Dazu holte er sich auch Ausdauer außerhalb des Schwimmbeckens, vor allem auf dem Rennrad. Sein Trainer, der ihn während seiner sportlichen Laufbahn betreute, war Hartmut Oeleker.
Für seine sportlichen Erfolge wurde er mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.
Weiterer Werdegang Groß studierte Germanistik, Politische Wissenschaften und Medienwissenschaften und promovierte in Philologie 1994 in Frankfurt/Main über Ästhetik und Öffentlichkeit: Die Publizistik der Weimarer Klassik. Im September 2011 publizierte er das Sachbuch Siegen kann jeder.Sein Buch abgerufen am 14. Februar 2015. Im August 2013 folgte das Fachbuch Selbstcoaching,Sein Buch abgerufen am 20. August 2013 im März 2014 das Handbuch Change-Manager.Sein Buch abgerufen am 20. August 2013 Von 2003 bis 2015 war Groß als Lehrbeauftragter an der privaten Universität Frankfurt School of Finance & Management tätig.Artikel der Frankfurter Rundschau vom 27. Juni 2009 Herr Doktor Albatros, abgerufen am 9. Juni 2013 Seit 2016 unterrichtet er an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main in Frankfurt am Main im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften zum Thema Organisation und Führung im digitalen Zeitalter und wurde dort im Jahr 2023 zum Honorarprofessor ernannt.Website der Goethe-Universität Frankfurt am Main abgerufen am 17. Februar 2023
Groß ist seit 2001 in Frankfurt/Main und seit 2012 in Königstein im Taunus als selbstständiger Unternehmensberater tätig.Unternehmensportrait der Groß & Cie. GmbH, abgerufen am 9. Juni 2013 2003 war er kurzzeitig für die Position des Geschäftsführers der Olympiabewerbung von Leipzig für 2012 im Gespräch.Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 6. Oktober 2010: Michael Groß soll Leipzig voranbringen, abgerufen am 9. Juni 2013Artikel des Spiegel vom 13. Oktober 2010: Haar in der Suppe, abgerufen am 9. Juni 2013Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 15. Oktober 2010: Gross kommt nicht, Thärichen soll gehen, abgerufen am 9. Juni 2013 Schon für die gescheiterte Kandidatur der Stadt Berlin für die Olympischen Spiele 2000 war er nebenberuflich als Berater tätig.
Von 2001 bis 2005 war Groß Mitglied im Vorstand der Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) und im Präsidium des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) für Deutschland.Pressemitteilung der Stiftung Deutsche Sporthilfe vom 31. August 2001: abgerufen am 9. Juni 2013 Zudem leitete er ab 2003 den Wirtschaftsrat der Deutschen Sporthilfe.Pressemitteilung der Stiftung Deutsche Sporthilfe vom 14. Februar 2003: abgerufen am 9. Juni 2013 Ende 2005 legte er sein Mandat als Mitglied des Vorstandes nieder, da er mit den geplanten Änderungen in der Führungsstruktur der DSH nicht einverstanden war.Pressemitteilung der Stiftung Deutsche Sporthilfe vom 28. November 2005: abgerufen am 9. Juni 2013 Er unterstützt seit 2010 als Botschafter die Initiative Respekt! Kein Platz für Rassismus. bei respekt.tv, abgerufen am 9. Juni 2013
Groß ist seit 1995 verheiratet. Er hat zwei Kinder. auf seiner Homepage, abgerufen am 9. Juni 2013
Sportliche Erfolge Erfolge bei Olympischen Spielen 1984: Gold über 200 m Freistil und 100 m Schmetterling, Silber über 200 m Schmetterling und mit der 4 × 200-m-Freistilstaffel 1988: Gold über 200 m Schmetterling, Bronze mit der 4 × 200-m-Freistilstaffel
Erfolge bei Weltmeisterschaften 1982: Gold über 200 m Freistil und 200 m Schmetterling, Silber über 100 m Schmetterling, Bronze mit der 4 × 100-m-Lagenstaffel und der 4 × 200-m-Freistilstaffel 1986: Gold über 200 m Freistil und 200 m Schmetterling, Silber mit der 4 × 100-m-Lagenstaffel und der 4 × 200-m-Freistilstaffel 1991: Gold mit der 4 × 200-m-Freistilstaffel, Silber über 100 und 200 m Schmetterling, Bronze mit der 4 × 100-m-Lagenstaffel
Erfolge bei Europameisterschaften 1981: Gold über 200 m Schmetterling, Silber mit der 4 × 200-m-Freistilstaffel, Bronze mit der 4 × 100-m-Freistilstaffel 1983: Gold über 200 m Freistil, 100 m Schmetterling, 200 m Schmetterling und mit der 4 × 200-m-Freistilstaffel, Silber mit der 4 × 100-m-Lagenstaffel 1985: Gold über 200 m Freistil, 100 m Schmetterling, 200 m Schmetterling, mit der 4 × 100-m-Freistilstaffel, der 4 × 200-m-Freistilstaffel und der 4 × 100-m-Lagenstaffel 1987: Gold über 200 m Schmetterling und mit der 4 × 200-m-Freistilstaffel, Silber über 100 m Schmetterling und mit der 4 × 100-m-Freistilstaffel, Bronze über 200 m Freistil
Auszeichnungen Deutscher Schwimmer des Jahres: 1980, 1981, 1982, 1983, 1984, 1985, 1986, 1987, 1988, 1990 Juniorsportler des Jahres: 1981 Europas Sportler des Jahres „Frank Taylor Trophy“: 1983 Europas Sportler des Jahres (PAP): 1984 Weltschwimmer des Jahres: 1985 Europäischer Schwimmer des Jahres: 1982, 1983, 1984, 1985, 1986 Sportler des Jahres (Deutschland): 1982, 1983, 1984, 1988 Aufnahme in die Ruhmeshalle des internationalen Schwimmsports: 1995Eintrag in der Ruhmeshalle des internationalen Schwimmsports, abgerufen am 16. Februar 2023 Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports 2015Fünf Stars in die Hall of Fame sport1.de 7. September 2015DOSB: 7. September 2015. Online auf www.dosb.de. Abgerufen am 20. September 2015. Silbernes Lorbeerblatt Goldene Sportpyramide 2024
Sonstige Tätigkeiten Groß war von 2019 bis 2024 Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Er hat eine Honorarprofessur an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main im Bereich Personalwirtschaft für das Fachgebiet Organisation und Führung im digitalen Zeitalter inne.
Schriften Michael Groß: Siegen kann jeder. Jeden Tag die richtigen Fragen stellen. Ecowin Verlag, Salzburg 2011, ISBN 978-3-7110-0013-2. Michael Groß: Selbstcoaching. Eigenmotivation, Karriereplanung, Veränderung als Chance nutzen und den eigenen Erfolgsweg gehen. Verlag Springer Medizin, Berlin 2013, ISBN 978-3-642-38038-9. Michael Groß: Handbuch Change-Manager. Beltz-Verlag, Weinheim und Basel 2014, ISBN 978-3-407-36552-1. Michael Groß: Einfach machen. Redline Verlag, München 2016, ISBN 978-3-86881-628-0. Michael Groß: Digital Leader Gamebook. Haufe-Verlag, Freiburg 2019, ISBN 978-3-648-12124-5. Michael Groß mit Ilona Groß: Das Beste liegt vor uns. riva-Verlag, München 2020, ISBN 978-3-7423-1376-8. Michael Groß (Herausgeber mit Jörg Staff): Ki-Revolution der Arbeitswelt, Freiburg 2024, ISBN 978-3-648-17692-4
Literatur
Weblinks
Website von Michael Groß Website des Unternehmens von Michael Groß Porträt von Michael Groß mit Endlauf- und Weltrekord-Listen von sporthelden.de
Deutschlandfunk Klassik-Pop-et cetera vom 1. August 2026: Am Mikrofon: Ex-Schwimmer und Philologe Michael Groß. Popsongs über Liebe, Mut, Zusammenhalt
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Schwimmer (Deutschland) Kategorie:Olympiasieger (Schwimmen) Kategorie:Weltmeister (Schwimmen) Kategorie:Europameister (Schwimmen) Kategorie:Deutscher Meister (Schwimmen) Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1984 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1988