mini|hochkant|Andrzej Łapicki Andrzej Łapicki (* 11. November 1924 in Riga; † 21. Juli 2012 in WarschauNachruf (poln.)) war ein polnischer Schauspieler, Theaterregisseur und -pädagoge sowie Politiker.
Leben Andrzej Łapicki war der Sohn von Borys Łapicki eines Professors für Römisches Recht. Er machte 1942 das Abitur an dem berühmten Warschauer Gymnasium Stefan Batory, das zu diesem Zeitpunkt während der deutschen Besatzung seinen Unterricht im Untergrund fortsetzte.
Als Torwart nahm er an konspirativen Fußballturnieren teil und riskierte die Festnahme durch die Gestapo, da die deutschen Besatzer den Polen jeglichen organisierten Sport verboten hatten. Nach dem Abitur studierte er ebenfalls im Untergrund Schauspiel und spielte als Schauspieler in Untergrundtheatervorstellungen. Als Schauspieler war er Angehöriger der Polnischen Heimatarmee und nahm 1944 am Warschauer Aufstand teil.Zeitschrift: Stolica (Warschau), 13. Dezember 1959, S. 20.
Nach dem Krieg erhielt er 1945 das Schauspieldiplom in Łódź und gehörte anschließend bis 1949 zum Ensemble des Armeetheaters Łódź. 1949 ging er nach Warschau, wo er an folgenden Theatern als Schauspieler und Regisseur tätig war: Teatr Współczesny (1949–1964, 1966–1972), Teatr Dramatyczny (1964–1966, 1982/1983), Teatr Narodowy (1972–1981) und Teatr Polski (1983). Sein Regiedebüt gab er 1957. Von 1995 bis 1999 war er Intendant des Teatr Polski in Warschau.
Neben seiner aktiven Schauspieltätigkeit war Łapicki ein engagierter Theaterpädagoge. Seit 1953 war er Dozent an der Staatlichen Schauspielschule PWST in Warschau. Von 1971 bis 1981 war er Dekan der Schauspielfakultät und wurde 1979 zum außerordentlichen Professor ernannt. Von 1981 bis 1987 und von 1993 bis 1996 war er Rektor der Schule. Seit Anfang der 1980er Jahre war er Mitglied der Solidarność und saß als Abgeordneter von 1989 bis 1991 im polnischen Sejm. Von 1989 bis 1996 war er außerdem Präsident der Vereinigung polnischer Bühnenkünstler (ZASP).
Im Laufe seiner langen Karriere spielte Andrzej Łapicki mehr als 200 Film- und Theaterrollen und inszenierte mehr als 100 Theaterstücke.
Filmografie (Auswahl) 1947: Verbotene Lieder (Zakazane piosenki) – Regie: Leonard Buczkowski 1954: Ein Kartenhaus (Domek z kart) – Regie: Erwin Axer 1961: Die unvergessene Nacht (Dziś w nocy umrze miasto) – Regie: Jan Rybkowski 1965: Das Leben noch einmal (Życie raz jeszcze) – Regie: Janusz Morgenstern 1966: Heilmittel gegen Liebe (Lekarstwo na miłość) – Regie: Jan Batory 1967: Wo ist der dritte König? (Gdzie jest trzeci król?) – Regie: Ryszard Ber 1968: Die Puppe (Lalka) – Regie: Wojciech Has 1969: Alles zu verkaufen (Wszystko na sprzedaż) – Regie: Andrzej Wajda 1972: Pilatus und andere (Piłat i inni) – Regie: Andrzej Wajda 1973: Die Hochzeit (Wesele) – Regie: Andrzej Wajda 1975: Das gelobte Land (Ziemia obiecana) – Regie: Andrzej Wajda 1979: Die Mädchen von Wilko (Panny z Wilka) – Regie: Andrzej Wajda 1981: Aus einem fernen Land (Z dalekiego kraju) – Regie: Krzysztof Zanussi 1987: In der Schwebe (W zawieszeniu) – Regie: Waldemar Krzystek 1988: Wo immer du bist (Gdzieśkolwiek jest, jeśliś jest...) – Regie: Krzysztof Zanussi 1999: Pan Tadeusz – Regie: Andrzej Wajda
Weblinks
Andrzej Łapicki bei Filmpolski.pl (polnisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Theaterintendant Kategorie:Sejm-Abgeordneter (Dritte Republik) Kategorie:Darstellender Künstler (Warschau) Kategorie:Person im Warschauer Aufstand (Polen) Kategorie:Darstellender Künstler (Riga) Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1924 Kategorie:Gestorben 2012 Kategorie:Mann