Die ungleichen Kinder Evas ist ein Märchen (ATU 758). Es steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm ab der 5. Auflage von 1843 an Stelle 180 (KHM 180) und geht auf Hans Sachs’ Reimschwank Die ungleichen Kinder der Eva von 1558 zurück.

Inhalt mini|Illustration von Otto Ubbelohde, 1909 Adam und Eva, die aus dem Paradies vertrieben wurden, müssen hart arbeiten und bekommen viele Kinder, schöne und hässliche. Als ein Engel Gottes Besuch ankündigt, putzt Eva das Haus, ermahnt ihre schönen Kinder, aber versteckt die hässlichen. Gott segnet die Kinder, erklärt sie zu Adligen und Gelehrten. Da holt sie auch die hässlichen. Doch sie bekommen einfache Berufe. Sie versteht das nicht. Gott erklärt, es brauche alle Stände, damit sie einander ernähren.

Herkunft Wilhelm Grimm überarbeitete die von Jacob Grimm in der Zeitschrift für deutsches Altertum 1842 veröffentlichte Fassung, die auf Hans Sachs’ Reimschwank von 1558 zurückgeht. Die Geschichte hatte nach Philipp Melanchthons Veröffentlichung 1539 große Verbreitung gefunden und wurde ursprünglich von Johannes Agricola 1528 aus italienischen Quellen übertragen und verchristlicht. Die Erklärungssage zur Herkunft der Stände rechtfertigt sie im lutherischen Sinne (vgl. ). Das vorangehende Märchen KHM 179 Die Gänsehirtin am Brunnen spielt im Schlusssatz wohl darauf an.Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019441-8, S. 371–373. Die Erzählung von der Entstehung der Stände erscheint zuerst in Battista Mantovanos Bucolica. Es gibt auch Abschlüsse, die stattdessen den Ursprung der Affen erklären.Lutz Röhrich: Eva: Die ungleichen Kinder E.s. In: Enzyklopädie des Märchens. Band 4. Walter de Gruyter, Berlin/New York 1984, S. 569–577. Vgl. vielleicht KHM 147 Das junggeglühte Männlein.

Eine ähnliche Überlieferung aus Amrum erzählt die Erschaffung der Zwerge.Karl Müllenhoff: Sagen, Märchen und Lieder der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. Kiel 1845, S. 298 ()

Literatur Brüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und Herkunftsnachweisen herausgegeben von Heinz Rölleke. Band 3: Originalanmerkungen, Herkunftsnachweise, Nachwort. Durchgesehene und bibliographisch ergänzte Ausgabe. Reclam, Stuttgart 1994, ISBN 3-15-003193-1, S. 263–265, 510. Heinz Rölleke (Hrsg.): Grimms Märchen und ihre Quellen. Die literarischen Vorlagen der Grimmschen Märchen synoptisch vorgestellt und kommentiert (= Schriftenreihe Literaturwissenschaft. Band 35). 2. Auflage. Wissenschaftlicher Verlag Trier, Trier 2004, ISBN 3-88476-717-8, S. 390–405, 577. Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019441-8, S. 371–373. Lutz Röhrich: Eva: Die ungleichen Kinder E.s. In: Enzyklopädie des Märchens. Band 4. Walter de Gruyter, Berlin/New York 1984, S. 569–577.

Weblinks

Die ungleichen Kinder Evas gelesen (5:35) (LibriVox) Die ungleichen Kinder Evas gelesen (4:15) (LibriVox)

Einzelnachweise

Kategorie:Grimms Märchen Kategorie:Märchen Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Werk nach Hans Sachs