Iran Airtour (englisch, auch Iran Air Tour; ) ist eine iranische Fluggesellschaft mit Sitz in Teheran und Basis auf dem Flughafen Maschhad. Sie ist ein Tochterunternehmen der Iran Air.
Geschichte Die Iran Airtour wurde 1973 gegründet, um den wachsenden touristischen Markt abzudecken, vor allem sollten Charterflüge durchgeführt werden. Auch Touren um die ganze Welt wurden angeboten.
Nach vielen Unruhen, die durch die Islamische Revolution und den Irak-Krieg entstanden, wurde Anfang der 1990er-Jahre eine Umstrukturierung der Iran Airtour vorgenommen. Es wurden einige Tu-154M geleast, um auch auf den wachsenden Inlandsverkehr einzugehen.
Auf Grund der Embargos gegen die Islamische Republik Iran ist auch Iran Airtour nicht in der Lage, moderne Flugzeuge von europäischen und amerikanischen Herstellern wie Airbus oder Boeing zu bestellen. Erschwerend hinzu kommt, dass die iranischen Aufsichtsbehörden auf Grund von Sicherheitsbedenken im Februar 2011 eine Stilllegung aller im Iran betriebenen Tupolew Tu-154M angeordnet haben, von denen Iran Air Tours bis dahin zehn Exemplare betrieb. (englisch) abgerufen am 12. Oktober 2023 Die Gesellschaft beschaffte in der Folge ältere westliche Muster.
Flugziele Iran Airtour fliegt im Liniendienst die wichtigsten Städte innerhalb des Iran an, viele Flüge werden dabei in Zusammenarbeit mit Iran Air durchgeführt. Außerdem werden im Charterverkehr teils Ziele bis ins südliche Europa angeflogen.
Flotte mini|Airbus A300 der Iran Airtour mini|Tupolew Tu-154M der Iran Airtour Mit Stand Juni 2024 besteht die Flotte der Iran Airtour aus 16 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 32,2 Jahren:
Flugzeugtyp Anzahl bestellt Anmerkungen Airbus A300-600 4 ehemalige Maschinen der Lufthansa und von Emirates; wurden von Mahan Air übernommen Airbus A310-300 4 Airbus A320-200 1 inaktiv McDonnell Douglas MD-82 1 inaktiv McDonnell Douglas MD-83 1 SAIC MD-82 4 eine inaktiv; in China montierter Lizenzbau der McDonnell Douglas MD-82MD-80 auf Chinesisch - die "SAIC MD-80" md-80.com, abgerufen am 10. April 2019. McDonnell Douglas MD-87 1 einzige Maschine des Typs MD-87 im Iran Suchoi Superjet SSJ100-95R 20 „russifizierte“ Version mit 50–60 % Komponenten aus russischer Herstellung, anstatt den 70 % von westlichen ZulieferernDer Iran kauft 40 Suchoi Superjet SSJ100R aerobuzz.de, abgerufen am 17. Juli 2020. Gesamt 16 20
Am 22. Juni 2017 unterzeichnete Iran Airtour eine Absichtserklärung mit Airbus zum Kauf von 45 Airbus A320 Neo. Aufgrund der Erneuerung der Iran-Sanktionen im August 2018 ist dieses Geschäft hinfällig, ebenso wie die Flugzeugbestellungen anderer iranischer Fluggesellschaften bei Airbus.
Zwischenfälle Iran Airtour verzeichnet drei Zwischenfälle mit Todesopfern:
Am 8. Februar 1993 stieß eine Tupolew Tu-154M auf einem Charterflug der Iran Airtour (EP-ITD) kurz nach dem Start vom Flughafen Teheran mit einer Suchoi Su-24 der Iranischen Luftwaffe zusammen, die gerade im Anflug war. Alle zwölf Besatzungsmitglieder und alle 119 Passagiere kamen ums Leben, außerdem die beiden Piloten des Kampfflugzeugs (siehe auch Flugzeugkollision bei Teheran 1993).Unfallbericht TU-154M EP-ITD, Aviation Safety Network
Am 12. Februar 2002 wurde eine Tupolew Tu-154M der Iran Airtour (EP-MBS) im Landeanflug auf Khorramabad gegen das Sefid Kouh Gebirge geflogen. Zu diesem Zeitpunkt herrschten vor Ort schlechte Sichtverhältnisse und starker Regen sowie Schnee. Bei dem Unfall kamen alle zwölf Besatzungsmitglieder und 107 Passagiere ums Leben (siehe auch Iran-Airtour-Flug 956).
Am 1. September 2006 ging eine Tupolew Tu-154M der Iran Airtour (EP-MCF) während der Landung um 13:45 Uhr in Maschhad in Flammen auf. Dabei kamen 29 Menschen zu Tode (siehe auch Iran-Airtour-Flug 945).BBC News – Scores killed in Iran plane blaze, 1 September 2006 (englisch)
Siehe auch Liste von Fluggesellschaften
Weblinks
Webpräsenz der Iran Airtour (englisch, persisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Fluggesellschaft (Iran) Kategorie:Verkehr (Teheran) Kategorie:Unternehmensgründung 1973 Kategorie:Unternehmen (Teheran)