Bernhard Hederich (* 1533 in Freiberg; † 1605 in Schwerin) war ein deutscher Gymnasiallehrer, lateinischer Dichter, lateinischer Grammatiker und mecklenburgischer Chronist.
Leben Nach dem Besuch der Fürstenschule in Meißen studierte er seit 1549 an der Universität Wittenberg und schloss sein Studium mit dem Magistertitel ab. 1557 von Herzog Johann Albrecht I. als Prorektor an die Burgschule im ehemaligen Franziskanerkloster nach Schwerin berufen, wo wenige Jahre zuvor unter tätiger Mitwirkung von Mathias Marcus Dabercusius (um 1508–1572), der zuvor an der Fürstenschule in Meißen gelehrt hatte und dort Hederichs Lehrer gewesen war, nach Meißener Vorbild eine Fürstenschule (gegr. 1553) entstanden war. Nach dem Tod von Dabercusius (1572), dessen Schwiegersohn Hederich 1560 geworden war, vollendete Hederich eine bereits bis zum zweiten Band vorangekommene lateinische Grammatik des Schwiegervaters und bearbeitete dessen zweibändige griechische Grammatik. Nach einigem Hin und Her konnte Hederich 1574 auch die Nachfolge des Schwiegervaters als Rektor der Schweriner Fürstenschule antreten, die nach dem Tod des Herzogs (1576) noch während seiner Amtszeit mit der Domschule zusammengelegt wurde. Hedrich blieb bis zu seinem Tod Rektor der höheren Schule und verhalf dieser bis zu seinem Lebensende zu einer enormen Entwicklung.
In seinen literarischen Werken dokumentieren sich Hedrichs renaissancetypisch breit angelegten Interessenfelder. 1598 ließ er zwei astronomische Lehrbücher erscheinen und gilt als Bearbeiter einer Schrift des Erasmus von Rotterdam, die allerdings durch einen Kollegen publiziert wurde. Von ihm stammen Gelegenheitsschriften zu Familienereignissen im mecklenburgischen Fürstenhaus. Auch ein Theaterstück über König Davi und seinen Schüler Absalon entstammte seiner Feder. Es wurde im Schweriner Schloss aufgeführt und erschien 1569 im Druck.
Sein vielleicht bekanntestes Werk ist die Schweriner Chronik in Lateinisch und Deutsch, die mehrfach nachgedruckt und erweitert wurde.
Hedrich hinterließ umfangreiche Manuskripte zur mecklenburgischen Landes- und Kirchengeschichte, die lange nach seinem Tod erst im 18. Jahrhundert veröffentlicht wurden, darunter sein vielzitiertes Grundlagenwerk "Historie der Bischöfe zu Schwerin".
Über Hedrichs privates Leben ist dagegen nur wenig mehr bekannt als der Umstand, dass er 1560 in Schwerin Maria, die Tochter seines Lehrers Dabercusius geheiratet hatte.
Literatur
Andreas Röpcke: Hederich, Bernhard. In: Biographisches Lexikon für Mecklenburg. Band 9 (2018), , S. 141–142. [Mit detailliertem Quellen und Werknachweisen.]
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