Breitenbuch ist ein Gemeindeteil des Marktes Kirchzell im unterfränkischen Landkreis Miltenberg in Bayern.

Geographie Das Kirchdorf liegt im Dreiländereck von Bayern, Hessen und Baden-Württemberg mitten im Odenwald auf der Gemarkung von Watterbach. Breitenbuch ist gleichzeitig das „Dach des Landkreises Miltenberg“, denn es ist mit 512 Metern über dem Meeresspiegel der höchstgelegene Ort in diesem bayerischen Landkreis. Zwei Kilometer südlich erhebt sich der 541 Meter hohe Finkenbuschkopf. Der Ort ist landwirtschaftlich geprägt und zählt etwa 120 Einwohner.

Sehenswürdigkeiten Wahrzeichen Breitenbuchs ist eine ca. 400 Jahre alte Hainbuche, im Dialekt „die Houbuche“ genannt. Dieses schönste Exemplar seiner Art im Odenwald hat einen Stammumfang von etwa fünf Metern; der Kronendurchmesser beträgt über 20 m. Etwa zwei Kilometer südwestlich von Breitenbuch befindet sich das FFH-Gebiet Drei Seen im oberen Breitenbachtal bei Breitenbuch, ein für den Naturraum Odenwald einzigartiges Moorgebiet in Mittelgebirgslage. Etwa zwei Kilometer westlich von Breitenbuch trifft man auf den Neckar-Odenwald-Limes mit vier Turmstellen (Wp 10/26 bis 10/29) auf Breitenbucher Ortsgebiet. Knapp drei Kilometer nordwestlich des Dorfes kann man auf bereits hessischem Gebiet das Kastell Würzberg, ein römisches Numeruskastell, und das dazugehörige gut erhaltene Kastellbad besichtigen. Das anschließende Kastell Hesselbach befindet sich fünf Kilometer südsüdwestlich von Breitenbuch.

Geschichte Breitenbuch ist erstmals im Urbar der Benediktinerabtei Amorbach im Jahr 1395 erwähnt. Dort heißt es auf Blatt 62:

Da im Jahr 1272 Ulrich von Dürn die Stadt Amorbach mit der Vogtei über das Kloster an den Erzbischof Werner von Mainz verkauft hatte und die weltliche Hoheit an das Erzstift Mainz übergegangen, die kirchliche Hoheit aber beim Bischof von Würzburg geblieben war, gehörte Breitenbuch zu diesem Zeitpunkt weltlich zu Mainz. Erst im Jahr 1656 kam es nach einem Vertrag zwischen den Hochstiften Würzburg und Mainz über Gebietsbereinigungen auch kirchlich zum Erzstift Mainz.

Nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurde die Abtei säkularisiert und Breitenbuch kam somit in den Besitz der Fürsten zu Leiningen. Aus dem Leiningenschen Archiv ist aus dem Jahr 1806 eine Zustandsbeschreibung des Ortes erhalten. Demnach hatte der Ort damals

Nach den Wirren der Napoleonischen Kriege wurde das Fürstentum mediatisiert, und so gelangte Breitenbuch schließlich im Jahr 1816 zum Königreich Bayern.

Breitenbuch bildete mit Watterbach und Dörnbach die Gemeinde Watterbach. Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge einer Gebietsreform die Gemeinde Watterbach aufgelöst. Die drei Ortschaften sind seitdem Teile des Marktes Kirchzell.

Vereine Freiwillige Feuerwehr Breitenbuch (seit 1895) Musikverein Watterbach-Breitenbuch (seit 1970)

Trivia Im Gemeindegebiet wurde früher viel Holz eingeschlagen. Um die gefällten Baumstämme mit Transportwagen sicher ins Tal zu bringen, musste mit Hilfe von sogenannten „Rämmschuhen“ gebremst werden, damit die Last nicht außer Kontrolle geriet. Davon leitet sich der in den Nachbardörfern gebräuchliche mundartliche Ortsneckname Remmschüh für die Breitenbücher ab.Werner Trost: Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer, Landkreis Miltenberg 2003

In ihrer Erzählung Eine DorfgeschichteKatharina Hacker: Eine Dorfgeschichte. S. Fischer, Frankfurt am Main 2011 ISBN 978-3-10-030066-9 entwarf die Schriftstellerin Katharina Hacker (* 1967 in Frankfurt am Main) ein eindrucksvolles Charakterbild dieses Odenwalddörfchens, in dem sie in ihrer Kindheit die Sommer brachte.

Literatur Georg Benz: Breitenbuch. Das Höhendorf im Odenwald. Darmstadt-Arheilgen 1972.

Weblinks

Markt Kirchzell – Breitenbuch

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Miltenberg Kategorie:Kirchzell Kategorie:Ersterwähnung 1395 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)