Die Legendary Pink Dots (LPD) sind eine anglo-niederländische Experimental-Rock-Formation, die im August 1980 in London gegründet wurde und 1984 nach Amsterdam übersiedelte. Den Kern der Band bildeten bis 2022 Sänger und Mastermind Edward Ka-Spel (der auf der Bühne immer wieder an Risse gemahnende Linien im Gesicht trug) und Keyboarder Phil Knight (besser bekannt als „The Silverman“). Phil Knight stieg 2022 aus. Die aktuelle Besetzung (Januar 2023) besteht aus Edward Ka-Spel, Erik Drost, Randall Frazier, and Joep Hendrikx. Ansonsten gehörten der Band über die Jahre und Jahrzehnte um die drei Dutzend Mitstreiter an. Darunter sind besonders der Violinist Patrick Q. Wright (1984–1989) und der Bassist/Schlagzeuger Ryan Moore (1992–2000) hervorzuheben.

Der Bandname rührt von einem in den Anfangsjahren benutzten Klavier her, auf dessen weißen Tasten mit rosa Nagellack Punkte aufgemalt waren, um Fingerpositionen zu markieren.Option Magazine 1987:

The Legendary Pink Dots hatten Live-Auftritte unter anderem auf dem Wave-Gotik-Treffen 1994, 2002, 2006, 2011 und 2016 und dem M’era Luna Festival 2008.WGT – Künstler 1994Mera Luna History – Das Lineup 2008

Stil

In musikalischer Hinsicht bewegen sich die Legendary Pink Dots zwischen sämtlichen Spielarten des Psychedelic Rock der 1960er und der Wave-Musik der 1980er Jahre, zum anderen aber entziehen sie sich jedweder Einordnung. Es dominieren bizarre, avantgardistische Klangcollagen, die aber auch die Gestalt eingängiger Ohrwürmer annehmen können. Es sind Vergleiche mit Syd Barrett und Pink Floyd angestellt worden (insbesondere in Bezug auf die Texte), aber auch Brian Eno und der Krautrock um Can, Neu! und Kraftwerk werden ab und zu genannt. Der Stil der LPD hat sich im Laufe der Jahrzehnte differenziert und variiert, ist aber unverwechselbar geblieben.

Ka-Spels Gesang ist charakteristisch: Er mutet immer wieder überzogen, überzeichnet und überdehnt an, und wird teilweise als Instrument eingesetzt. Die Texte werden teils predigend, teils schreiend vorgetragen und haben ihre eigene, meist düstere oder von düsterem Humor gekennzeichnete Mythologie. Inhaltlich drehen sie sich um apokalyptische oder phantastische Ereignisse, oder aber um groteske Vorfälle in einer scheinbaren Realität. Hierbei wird in erster Linie mit suggestiven Bildern gespielt.

Eine gerne verbreitete Legende besagt, dass die LPD tatsächlich ein Angebot eines größeren Pop-Labels bekommen hätten, es aber über ein Jahr unentdeckt in der Fanpost gelegen hätte.Edward Ka-Spel: The Legendary Pink Dots – A 20 Year History (2000)

Obwohl sich die Band nie wirklich im Einzugsbereich des Mainstream befunden hat, verfügt sie inzwischen über eine auf der ganzen Welt angesiedelte Fangemeinde und kann einen Output von weit über 40 Alben aufweisen (wobei einige Frühwerke allerdings auf Kassette erschienen sind). Hinzu kommen mehrere Nebenprojekte, teils Exkursionen auf Solo-Pfaden, teils Kooperationen („Mimir“ oder aber „Tear Garden“ mit cEvin Key von Skinny Puppy, sowie Gastbeiträge bei Nurse With Wound und Andrew Liles).

Trotzdem bittet die Band auf ihrer Website: „Support Your Band“ – allerdings geht es hier im Wesentlichen um Zusendung privater Mitschnitte früherer Konzerte.

Diskografie mini|The Legendary Pink Dots auf der Castle Party in Polen (2007)

1981: Only Dreaming 1982: Brighter Now 1983: Curse 1984: Faces in the Fire (Mini-LP) 1984: The Tower 1985: Prayer of Aradia 1985: The Lovers 1985: Asylum 1986: Island of Jewels 1988: Any Day Now 1989: The Golden Age 1990: Four Days 1990: Crushed Velvet Apocalypse 1991: Greetings 9 + Premonition 11 1991: The Maria Dimension 1992: Shadow Weaver 1993: Malachai (Shadow Weaver Part 2) 1994: Nine Lives to Wonder 1995: From Here You'll Watch the World Go By 1997: Chemical Playschool 10 1997: Hallway of the Gods 1998: Nemesis Online 2000: A Perfect Mystery 2002: All the King's Horses 2002: All the King's Men 2004: The Whispering Wall 2004: Poppy Variations 2006: Alchemical Playschool 2006: Your Children Placate You from Premature Graves 2008: Plutonium Blonde 2010: Seconds Late for the Brighton Line 2012: The Creature That Tasted Sound 2012: Chemical Playschool 15 2013: Taos Hum 2013: The Curse of Marie Antoinette 2013: The Gethsemane Option 2014: 10 to the Power of 9, Vol. 1 2014: 10 to the Power of 9, Vol. 2 2015: The Seismic Bleats of Quantum Sheep 2016: Pages of Aquarius 2019: Angel in the Detail 2022: The Museum of Human Happiness 2022: The 13th Step

Weblinks

Offizielle Website frühere Website mit umfangreicher Diskografie und Textarchiv

Einzelnachweise

Kategorie:Multinationale Band Kategorie:Indie-Band