mini|hochkant|Ernst Wilhelm Hildebrand (1855) Ernst Wilhelm Hildebrand (* 8. März 1833 in Falkenberg; † 17. November 1924 in Berlin) war ein deutscher Historien- und Porträtmaler.
Leben Hildebrand war der älteste Sohn des Falkenberger Rittergutsbesitzers und späteren Sorauer Stationsvorstehers Carl Hildebrand und dessen Ehefrau Emma, geborene Lemm. Er war Schüler von August von Kloeber und Carl Steffeck in Berlin und hospitierte auch an der Preußischen Akademie der Künste im Aktsaal und in der Malklasse von Professor Wilhelm Herbig. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Paris, kehrte er 1862 nach Berlin zurück und war im eigenen Atelier tätig. Am 10. November 1875 wurde er an die Kunstschule zu Karlsruhe berufen und dort am 10. Oktober 1876 zum Professor für Figurenmalerei ernannt. Er wurde Lehrer für den Bereich Genre-, Historien- und Porträtmalerei. Unter seinen dortigen Schülern waren u. a. Carl Röchling, Friedrich Kallmorgen und Pedro Weingärtner. Auf Vorschlag von Anton von Werner wurde Hildebrand 1880 zum Nachfolger Carl Gussows als Professor an die Akademie der bildenden Künste berufen. Seine Lehrtätigkeit in Berlin gab er jedoch 1886 aus gesundheitlichen Gründen auf. Er verblieb aber der Akademie fortwährend als Mitglied verbunden und wurde wiederholt zum Senator gewählt.
Anfangs widmete sich Hildebrand ausschließlich der dekorativen Malerei, wandte sich dann aber der Genre- und Historienmalerei zu, die sich hauptsächlich mit den Gestalten Luthers und der Königin Louise beschäftigte. In den neunziger Jahren legte er das Schwergewicht auf die Porträtmalerei. Seine Bilder zeichnen sich in diesen Jahren dem Zeitgeschmack entsprechend durch effektvolles Kolorit aus, gleiten aber zum Teil in eine routinierte Salonkunst ab.
Hildebrand war auch für die Hofkreise tätig und malte unter anderen den Großherzog und die Großherzogin von Baden sowie den deutschen Kronprinzen Friedrich III. und seine Familie. Mit einer Tullia, welche ihr Gespann über den Leichnam ihres Vaters treibt, wagte er 1886 einen weiteren Versuch auf dem Gebiet der Historienmalerei. Neben Bildern zu literarischen Werken, etwa einer Darstellung Gretchens im Kerker, schuf er außerdem Porträts von Professoren seiner Zeit, etwa ein Bildnis des Astronomen Arthur Auwers. Sein Porträt von Karl August Möbius aus dem Jahr 1895 befindet sich im Besitz der Humboldt-Universität in Berlin.
Ernst Hildebrands Bruder Max (1839–1910) war ein Präzisionsmechaniker und Fabrikant optischer Geräte. Sein Sohn war der spätere Konteradmiral der Reichsmarine Walter.
Werke (Auswahl)
Ehrungen 1873 Kleine Medaille der Welt-Ausstellung Wien, 1876 Großherzoglich Badischer Professor, 1878 Ordentliches Mitglied der Königlichen Akademie der Künste, Berlin, 1880 Königlich Preußischer Professor, 1887 Große goldene Medaille für Kunst, Berlin, 1888 Auszeichnung, Melbourne, 1888 Kleine goldene Medaille, München 1891 Auszeichnung, London, 1898 Roter Adlerorden IV. Klasse, 1900 Wahl zum Senator der Akademie als Nachfolger von Professor Ludwig Knaus, 1907 Roter Adlerorden III. Klasse
Hildebrands Werke wurden für Illustrationen von Büchern genutzt. Als solche bekannt sind Adolf Kiepert: Hannover in Wort und Bild. Text von Adolf Kiepert, hrsg. vom Verein zur Förderung des Fremdenverkehrs in Hannover, mit 286 Illustrationen nach Original-Gemälden und Original-Zeichnungen von Diekmann, Fiermann, Professor Hammel, Professor [Ernst] Hildebrand, Professor Jordan, Ramberg, Professor Schaper, Stöcke, Ulbrich, sowie nach photographischen Original-Aufnahmen, (Nachdr. der Ausg.) Hannover, Kiepert, 1910, 2. Auflage, Schlütersche, Hannover 1981, ISBN 3-87706-181-8, S. 18.
Literatur
Adolf Rosenberg: Ernst Hildebrand. In: Gesellschaft für vervielfältigende Kunst (Hrsg.): Die Graphischen Künste. Jahrgang XI., Heft III., Wien 1888 (uni-heidelberg.de). Irmgard Wirth: Berliner Malerei im 19. Jahrhundert. Siedler Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-572-10011-9, S. 339.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Hochschullehrer (Akademische Hochschule für die bildenden Künste) Kategorie:Mitglied der Preußischen Akademie der Künste Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 3. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1833 Kategorie:Gestorben 1924 Kategorie:Mann