thumb|right|Schleifbremse mit neuem Bremsklotz an einer historischen Postkutsche Ein Bremsklotz ist der feststehende Teil einer Klotzbremse, der dazu geeignet ist, eine Reibkraft zu erzeugen, wenn er in Kontakt mit einer Lauffläche kommt.Norm DIN EN 16452:2019-06 Bahnanwendungen – Bremse – Bremsklötze Durch die Reibkraft zwischen Bremsklotz und der Lauffläche wird die Bewegungsenergie des Rades in Reibungs- und Zerspannungsarbeit umgewandelt, wodurch dessen Geschwindigkeit verringert wird. Die Anpresskräfte werden mechanisch, hydraulisch oder pneumatisch aufgebracht.
Man unterscheidet zwischen ungeteilten und geteilten Bremsklötzen. Ungeteilte Bremsklötze bestehen aus einem (z. B. gegossenen) Stück, während geteilte Bremsklötze aus einem Trägerbauteil (auch Schuh genannt) bestehen, auf dem ein Bremsbelag (auch Bremssohle oder kurz Sohle genannt) angebracht ist. Die Bremsbeläge werden auf das Trägerelement geklebt, genietet, eingegossen oder formschlüssig befestigt, beispielsweise mittels Keile. Der Bremsklotz hat an seiner Andruckseite die Form des sich bewegenden Bauteils.
Bei Trommelbremsen wird statt Bremsklotz der Begriff Bremsbacke verwendet. Bremsklötze werden ausgetauscht, wenn der aufgebrachte Bremsbelag verschlissen ist.
Mitunter wird unter den Bremsklotz eine Geräuschdämmplatte aus Metall oder Kunststoff angebracht, um die Geräuschübertragung in das Fahrzeuginnere zu minimieren.
Erste Bremsklötze fanden sich an Kutschen und landwirtschaftlichen Leiterwagen. Hier drückte ein entweder durch einen Hebel oder einen Spindeltrieb angedrückter Holzklotz auf die Radlauffläche. Die Spindelbremse befindet sich meist auf der rechten Seite der Kutsche, da Kraft und Geschick nötig sind, um die Bremse schnell genug anzuziehen.
Schienenverkehr mini|Übersicht Bremsklötze Im Eisenbahnwesen wurden für die Klotzbremse ab den 1860er Jahren Bremsklötze aus Grauguss verwendet, seit Mitte der 21.-Jahrhunderts Komposit-Bremssohlen.
Bremsklötze sind in der Regel über Hängeeisen mit dem Fahrzeug bzw. dem Fahrwerk verbunden. Über das Bremsgestänge werden sie an die Radsätze gedrückt.
Üblicherweise wird zwischen vier Bauarten von Bremsklötzen unterschieden: +TypBeschreibungBeispielBUngeteilter BremsklotzrahmenlosBgBremsklotz geteiltrahmenlosBguBremsklotz geteilt mit unterteilter SohlerahmenlosBdgBremsklotz doppelt geteiltrahmenlos Seit 1927 werden Bremsklötze immer geteilt ausgeführt, um die Bremssohle unabhängig vom Bremsklotz tauschen zu können. Die Bauart "B" wird deshalb heute nicht mehr eingesetzt. Geteilte Bremsklötze können bei Abnutzung oder Beschädigung mit geringerem Zeit- und Materialaufwand ausgetauscht werden. Geteilte Bremssohlen haben zudem den Vorteil, dass sie sich bei starker Erwärmung weniger stark an den Enden aufbäumen und somit besser anliegen. Dadurch haben sie eine größere Auflage- bzw. Schleiffläche. Die größere Auflagefläche verringert die spezifische Flächenpressung zwischen Bremssohle und Radreifen. Dadurch erhöht sich der Reibwert und der Bremsweg wird verkürzt.
Weblinks
Literatur
Norm DIN EN 16452:2019-06 Bahnanwendungen – Bremse – Bremsklötze UIC-Merkblatt 541-1:2016-10 Bremse - Vorschriften für den Bau der verschiedenen Bremsteile
Einzelnachweise
Kategorie:Bremstechnik