mini|Evangelische Kirche (2022)

Remptendorf ist eine Gemeinde im Saale-Orla-Kreis in Thüringen. Sie hat etwa 3300 Einwohner in 14 Ortsteilen.

Geografie Gemeindegliederung In Klammern = urkundliche ErsterwähnungWolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 231, 138, 16, 45, 68, 82, 90, 165, 166, 171, 235, 228, 242, 284, 285, 307.

Zur Gemeinde gehören neben Remptendorf (14. August 1325) (mit Karolinenfield (1790)) die Gemeindeteile Altengesees (18. November 1368) Burglemnitz (17. Dezember 1413) Eliasbrunn (1071) Gahma (8. Juni 1402) (mit Zschachenmühle) Gleima (30. April 1417) Liebengrün (1377) Liebschütz (19. Juni 1258) Lückenmühle (1624) (mit Rödern (1494)) Rauschengesees (16. April 1120) Ruppersdorf (17. Dezember 1413) Thierbach (28. Januar 1264) Thimmendorf (6. Mai 1296) Weisbach (31. Juli 1347)

Nachbargemeinden Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) Ziegenrück, Eßbach, Schleiz (Stadt), Saalburg-Ebersdorf (Stadt), Bad Lobenstein (Stadt), Wurzbach (Stadt), Leutenberg (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt), Drognitz (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) und Altenbeuthen (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt).

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Remptendorf stammt aus dem Jahre 1325, damals noch als Reinbotindorf. Im 15. Jahrhundert waren 2 Rittergüter im Kirchenregister gelistet, Reste davon sind noch heute vorhanden.

Eine Burgstelle liegt inmitten des Ortsteils Liebschütz. 1793 errichtete Friedrich von Hake wohl auf den Grundmauern der mit einem Wassergraben geschützten Befestigung ein nach ihm benanntes Schlösschen. Das kemenatenartige Gebäude steht noch stolz im Ort. Am Weg von Weißbach zur Lückenmühle lag eine kleine Burganlage, die dann später in einen Freihof aufging. Es handelte sich sicherlich um einen befestigten Herrensitz. Reste der Befestigung sind noch erkennbar.Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag Köhler, Jena 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 124–125 und 129. 1922 wechselte Remptendorf aus dem Landratsamt bzw. Bezirksverband Greiz zum Kreis Schleiz. Die teils über bayerisches Gebiet verlaufende 110-kV-Leitung Remptendorf-Neuhaus bestand von 1937 bis 1980. Von 1952 bis 1994 war Remptendorf zum Kreis Lobenstein gehörig. Bis 1998 war Remptendorf Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Saale-Sormitz-Höhen. Durch die Gemeindegebietsreform in Thüringen vom 1. Juli 1999 wurde aus den Gemeinden Altengesees, Burglemnitz, Eliasbrunn, Gahma, Liebengrün, Rauschengesees, Remptendorf (mit Lückenmühle), Ruppersdorf, Thierbach, Thimmendorf und Weisbach die neue größere Gesamtgemeinde Remptendorf gebildet.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands Die Gemeinde Liebschütz wurde am 29. September 2000 als Ortsteil eingegliedert.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands Des Weiteren war Remptendorf erfüllende Gemeinde für Burgk, welches sich am 31. Dezember 2019 in die Stadt Schleiz eingemeinden ließ.

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember): 1994: 1.310 1995: 1.330 1996: 1.326 1997: 1.325 1998: 1.296 1999: 3.825 2000: 4.340 2001: 4.299 2002: 4.262 2003: 4.225 2004: 4.187 2005: 4.135 2006: 4.069 2007: 4.004 2008: 3.934 2009: 3.888 2010: 3.828 2011: 3.724 2012: 3.675 2013: 3.591 2014: 3.551 2015: 3.512 2016: 3.464 2017: 3.419 2018: 3.388 2019: 3.370 2020: 3.366 2021: 3.367 2022: 3.198 2023: 3.177 2024: 3.090 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Gemeinderat Nach der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2024 ergab sich für den Gemeinderat folgende Sitzverteilung: Partei CDU BVE DLR Die Linke - SPD FDP Gesamt Sitze 7 5 2 1 1 16 Die Stimmenanteile sind in nebenstehendem Diagramm dargestellt.

Wappen Wappen von Thierbach Blasonierung: „Über blauem Wellenschildfuß in Blau drei symbolisch dargestellte grüne Berge, belegt mit einer Hirschkuh in natürlichen Farben.“

Das vorliegende Wappen wurde 1988 neu gestaltet und wie folgt begründet: Auf altes Tier „Hirschkuh“ geht wohl der Ortsname „Thierbach“ zurück. Dieser Gedanke wurde bei der Neugestaltung des Wappens im Jahr 1988 verwendet. Das Wappen zeigt eine Hirschkuh am Bach; im Hintergrund sind die Berge Wetzstein, Kulm und Henneberg dargestellt.Hartmut Ulle: Neues Thüringer Wappenbuch. Band 2: Ilmkreis, Jena, Kyffhäuserkreis, Saale-Orla-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt (Landkreis), Schmalkalden-Meiningen (Landkreis), Suhl. 2., veränderte, überarbeitete Auflage. Arbeitsgemeinschaft Genealogie Thüringen, Erfurt 1997, ISBN 3-9804487-2-X, S. 45.

Wappen anderer Ortsteile

Gemeindepartnerschaften Partnergemeinden von Remptendorf sind Waldbüttelbrunn in Unterfranken, Mamming in Niederbayern (aufgrund der Partnerschaft mit dem Ortsteil Thimmendorf) und Waldbrunn (Odenwald) in Baden-Württemberg (aufgrund der Partnerschaft mit dem Ortsteil Weisbach). Ferner ist Głowno in Polen seit 2006 Partnergemeinde.

Wirtschaft und Infrastruktur Remptendorf ist seit dem Bau der Reichssammelschiene in den 1930er Jahren Standort eines großen Umspannwerks.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Baudenkmale Die heutige Kirche, deren Ursprünge auf das 14. Jahrhundert zurückgehen, wurde 1777 barockisiert. In der Nähe des Ortsteiles Weisbach befindet sich auf einem nach Norden gerichteten Bergsporn der Schlosskuppe die im 11. Jh. erbaute Wysburg. An der ehemaligen Bahnstrecke Triptis–Marxgrün befindet sich im Nordwesten der Gemeinde Remptendorf die imposante Ziemestalbrücke, welche komplett aus Stahl besteht.

Kulturdenkmale Die Bleilochtalsperre bei Gräfenwarth.

Geschichtsdenkmale Ein Gedenkstein auf dem Friedhof erinnert an vier Opfer des Todesmarsches aus dem KZ Buchenwald nach dem KZ Flossenbürg, der im April 1945 durch den Ort getrieben wurde. Auf dem Friedhof des Ortsteiles Lückenmühle erinnern Grabdenkmale an fünf weitere von SS-Männern Ermordete.Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 227.

Persönlichkeiten Joseph Lindner (* 25. Dezember 1810 in Liebschütz; † 27. März 1875 in Wien), Richter und Politiker, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung Friedrich Heinrich Otto Melle (* 16. August 1875; † 26. März 1947 in Berlin), Bischof der evangelisch methodistischen Kirche in Deutschland Hermann Scriba (* 15. Januar 1888; † 12. Oktober 1976 in Eisenach), evangelischer Theologe, Rektor des Diakonissen-Mutterhauses Eisenach Hermann Heinel (1854–1932), deutscher Gutsbesitzer und Politiker

Weblinks

Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Saale-Orla-Kreis Kategorie:Ersterwähnung 1325