Oberndorf ist der nach Einwohnerzahl kleinste Ortsteil von Wetter im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Es ist eine bäuerliche Siedlung, die im Wiesengrund an den Hängen des Wollenbergs gelegen ist.

Geschichte Ortsgeschichte Der älteste erhalten gebliebene urkundliche Nachweis belegt den Ort Amenowa erstmals um das Jahr 1130. Mit den um 1130 genannten Orten Amenowa und Amenowa sind Ober-Amönau, heute Oberndorf, und Nieder-Amönau, heute Amönau, gemeint.

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Oberndorf im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Wetter (Hessen-Nassau) (damaliger Name der Stadt) eingegliedert. Für den Ortsteil Oberndorf, wie für alle Ortsteile von Wetter, wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Oberndorf angehört(e):

vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Wetter ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Wetter Die Zugehörigkeit des Amtes Wetter anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Amt Wetter ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Wetter ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Wetter 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Wetter ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Wetter ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis MarburgÜbersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73 f.Trennung von Justiz (Justizamt Wetter) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg, Stadt Wetter (Hessen)Am 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Wetter (Hessen) ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Wetter (Hessen) ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Wetter (Hessen)

Gerichte seit 1821 Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz endgültig getrennt. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Justizamt Wetter war als Gericht in erster Instanz für Oberndorf zuständig. Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Wetter.Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte () Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) 1877 blieb das Amtsgericht bestehen. 1943 wurde das Amtsgericht Zweigstelle des Amtsgerichts Marburg und 1946 wurde auch die Zweigstelle geschlossen. Der Bezirk des Amtsgerichts Wetter ging im Bezirk des Amtsgerichts Marburg auf.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Oberndorf 147 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 27 Einwohner unter 18 Jahren, 57 zwischen 18 und 49, 78 zwischen 50 und 64 und 60 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 57 Haushalten. Davon waren 12 Singlehaushalte, 18 Paare ohne Kinder und 21 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 12 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 36 Haushaltungen leben keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1502: 4 Männer • 1577: 14 Hausgesesse • 1580: 4 Ackerleute, 6 Einläuftige, 6 auswärtige Grundbesitzer. • 1630: 9 Hausgesesse. (3 zweispännige, 3 einspännige Ackerleute, 3 Einläuftige) • 1681: 6 hausgesessene Mannschaften • 1820: 21 Häuser, 146 Einwohner • 1838: 153 Einwohner (Familien: 25 nutzungsberechtigte Ortsbürger)

Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1830: 545 evangelische Einwohner • 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherisch • 1885: 142 evangelische (= 100 %) Einwohner • 1961: 152 evangelische (= 95,00 %), 7 römisch-katholische (= 4,38 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1744: Familien: 14 Ackerleute, ein Leineweber, ein Wagner, ein Schmied. • 1838: Familien: 21 Ackerbau, drei Gewerbe, ein Tagelöhner. • 1961: Erwerbspersonen: 63 Land- und Forstwirtschaft, 15 Produzierendes Gewerbe, 6 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik Für Oberndorf besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Oberndorf) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat für den Ortsbezirk Wetter besteht aus drei Mitgliedern. Die Wahlbeteiligung zur Wahl des Ortsbeirats bei der Kommunalwahl 2021 betrug 67,39 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste“ an. Der Ortsbeirat wählte Andreas Gnau zum Ortsvorsteher.

Infrastruktur In Oberndorf gibt es einige Ferienwohnungen und eine Mosterei. Eine Besonderheit ist die ortseigene Freiwillige Feuerwehr, die sowohl für den Ort selbst als auch für die umliegenden Orte einen wichtigen Faktor des Schutzes bei Gefahren darstellt.

Weblinks Stadtteil Oberndorf In: Webauftritt der Stadt Wetter.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Marburg-Biedenkopf Kategorie:Geographie (Wetter (Hessen)) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Marburg-Biedenkopf) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971