Ronhausen ist mit rund 200 Einwohnern einer der kleinsten Stadtteile der mittelhessischen Universitätsstadt Marburg.

Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Ronhausen erfolgte unter dem Namen Roinhusen im Jahr 1290 in einer Urkunde der Deutschordensballei Hessen.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Ronhausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Cappel eingegliedert. Diese kam am 1. Juli 1974 kraft Landesgesetz zu Marburg. Dadurch wurden Cappel und dessen Ortsteile Stadtteile von Marburg. Für diese Stadtteile wurde je ein Ortsbezirk eingerichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Ronhausen angehört(e):

vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Gericht Oberweimar auch genannt Reitzberg (Gericht Oberweimar bestand aus den Orten Oberweimar, Niederwalgern, Kehna, Altna, Weiershausen, Hermershausen, Ciriaxweimar, Gisselberg, Ronhauſen und Wolfshausen, sowie die Hälfte von Dilschhausen und Elnhausen) ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Marburg,Die Zugehörigkeit des Amtes Marburg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Amt Marburg ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Marburg 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Oberhessen, Gericht Reizberg ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Kaldern und Reitzberg 1807–1813: Königreich Westphalen,Infolge der Napoleonische Kriege. Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Ebsdorf ab 1815: Kurfürstentum Hessen,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Amt Kaldern und Reitzberg ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis MarburgVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73 f.Trennung von Justiz (Landgericht Marburg) und Verwaltung ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg, Gemeinde CappelAm 31. Dezember 1971 als Ortsteil zur Gemeinde Cappel. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt MarburgAm 1. Juli 1974 als Ortsbezirk zur Stadt Marburg. ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Marburg

Gerichte seit 1821 Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Marburg wurde für die Verwaltung eingerichtet und das Landgericht Marburg war als Gericht in erster Instanz für Ronhausen zuständig. 1850 wurde das Landgericht in Justizamt Marburg umbenannt. Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg.Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte () Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ronhausen 222 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 27 Einwohner unter 18 Jahren, 99 zwischen 18 und 49, 57 zwischen 50 und 64 und 42 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 96 Haushalten. Davon waren 27 Singlehaushalte, 33 Paare ohne Kinder und 30 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 18 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 66 Haushaltungen leben keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1577: 11 Hausgesesse • 1630: 12 hausgesessene Mannschaften (3 dreispännige, 1 zweispännige Ackerleute) • 1681: 7 hausgesessene Mannschaften • 1838: Familien: 13 nutzungsberechtigte, 4 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 2 Beisassen.

Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1861: 128 evangelisch-lutherische, 4  evangelisch-ref. Einwohner, 4 Mitglieder christlicher Sekten. • 1885: 135 evangelische (= 95,07 %), keine katholischen, 7 andere Christen (= 4,93 %) • 1961: 187 evangelische (= 96,39 %), 6 katholische (= 3,09 %) Einwohner • 1987: 202 evangelische (= 81,1 %), 32 katholische (= 12,9 %) Einwohner

Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1747: Erwerbspersonen: drei Leineweber (nur Eigenbedarf), ein Schneider, zwei Maurer, ein Wagner, ein Branntweinbrenner, ein Tagelöhner, eine Nähern. • 1838: Familien: 13 Ackerbau, 2 Gewerbe, 4 Tagelöhner. • 1961: Erwerbspersonen: 48 Land- und Forstwirtschaft, 31 Produzierendes Gewerbe, 7 Handel und Verkehr, 7 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik Ortsbeirat

Für den Stadtteil Ronhausen besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Ronhausen. Für die Sitzverteilung siehe die nebenstehende Grafik.Ergebnis der Ortsbeiratswahlen 2021 in Ronhausen In: votemanager-gi.ekom21cdn.de Der Ortsbeirat wählte Harald Uwe Rauch zum Ortsvorsteher.

Kultur und Infrastruktur Ronhausen besitzt ein Bürgerhaus, das ca. 100 Personen Platz für diverse Veranstaltungen bietet. In Ronhausen befinden sich einige Denkmäler und eine Kapelle, wo der Sage nach die heilige Maria gebetet haben soll. Diese ehemalige Kapelle wurde 1933 von dem Marburger Architekten Karl Rumpf umgebaut und erhielt dabei im Chor ein Fenster von dem Marburger Glasmaler Erhardt Klonk. Bis heute werden hier Gottesdienste gefeiert. Sie wurde 2005 wegen Holzwurmbefall renoviert.

Es gibt eine Freiwillige Feuerwehr und einen Verein für Deutsche Schäferhunde.

Literatur

Weblinks

Stadtteil Ronhausen In: Webauftritt der Stadt Marburg,

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsbezirk von Marburg Kategorie:Ort im Landkreis Marburg-Biedenkopf Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Marburg-Biedenkopf) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971