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Elvis Costello, OBE (* 25. August 1954 in London; eigentlich Declan Patrick MacManus) ist ein britischer Musiker und Musikproduzent.

Musikalischer Werdegang Anfänge mini|Elvis Costello, 1978 Elvis Costello, der eigentlich Declan McManus heißt, ist der Sohn von Lillian MacManus (1927–2021) und von Ross McManus (1927–2011), einem in den 1950er und 1960er Jahren erfolgreichen englischen Sänger und Trompeter. Costello wuchs in London auf und zog 1971 mit 17 Jahren, nach der Trennung seiner Eltern, für kurze Zeit mit seiner Mutter nach Birkenhead. Hier gründete er mit einem Freund ein Folk-Duo namens Rusty.

1973 wieder in London, spielte er unter dem Namen D. P. Costello in Folk-Clubs – der Name Costello stammt von seiner Urgroßmutter väterlicherseits und war bereits von seinem Vater als Pseudonym verwendet worden. 1973 gründete er die Pubrockband Flip City, machte Demoaufnahmen und ging auf die Suche nach einem Label.

1977 wurde er von Jake Riviera für das Label Stiff Records unter Vertrag genommen. Auf Rat seines Managers änderte er seinen Künstlernamen in Elvis Costello (nach Elvis Presley und dem Nachnamen seiner Urgroßmutter). Costellos Aussehen erinnerte durch die große Brille anfangs etwas an Buddy Holly. Im Jahr des Vertragsabschlusses erschien sein erstes Album My Aim Is True. Begleitband war die Band Clover, die ursprünglich aus San Francisco stammte und auch mit Huey Lewis als Sänger auftrat, bevor dieser mit Huey Lewis and the News erfolgreich war. Schon dieses erste Album war in den britischen Charts erfolgreich. Über Columbia wurde es daraufhin auch in den USA veröffentlicht, wo es nach einem denkwürdigen Fernsehauftritt in Saturday Night LiveWeek in Rock History: Elvis Costello Defies 'Saturday Night Live'. In: Rolling Stone, 12. Dezember 2011 die Top 40 der Billboard-Charts erreichte und ein Millionenseller wurde. Mit Watching the Detectives hatte er auch einen Single-Hit in den UK-Charts. Im Jahr darauf wurde er für einen Grammy als bester Newcomer nominiert.

Als Nächstes folgte er Riviera zu Radar Records. Die folgenden, ebenfalls von Nick Lowe produzierten Alben This Year’s Model und Armed Forces waren noch erfolgreicher und konnten vor allem in England bis auf vordere Chartränge vorstoßen. Dafür stellte er die feste Begleitband The Attractions zusammen, die ihn bis 1986 begleiteten. Die Albumproduktionen wurden aufwendiger, stilistisch wandelte er sich vom Pubrock des ersten Albums zu Pop-Rock-Klängen. This Year's Model wurde 2003 bei einer Umfrage des Magazins Rolling Stone auf Platz 98 der 500 besten Alben aller Zeiten gewählt, auch der Vorgänger und der Nachfolger kamen in die Bestenliste, ebenso wie das spätere Album Imperial Bedroom. Drei Lieder aus den ersten drei Alben stehen in der entsprechenden Songliste des Magazins. Aus Armed Forces stammt mit Oliver's Army auch einer seiner bekanntesten und erfolgreichsten Songs. Mit Platz zwei in den UK-Charts ist es sein bestplatziertes Lied. Das Album erreichte ebenfalls Platz zwei und war mit Platz 10 sein bestplatziertes Album in den USA. Während eines Wortgefechts in einer Kneipe in Florida ließ er sich abfällig über afroamerikanische Musiker aus. Costello musste seine US-Tour abbrechen, obwohl er sich entschuldigte und bei Rock Against Racism auftrat. Daraufhin fielen die Verkaufszahlen für das Album Armed Forces, das aber trotzdem ein erneuter Millionenseller wurde.

1980er Jahre mini|Live im Metropol-Theater Berlin, 1980 Zurück in England wurde Costello zum Produzenten der Specials, einer der erfolgreichsten englischen Ska-Bands neben Madness. 1980 erschien sein viertes, von alten Motown- und Stax-Aufnahmen geprägtes Album Get Happy! Zum zweiten Mal war er Riviera zu dessen neuem Label F. Beat gefolgt. Mit dem Album war Costello nicht ganz so erfolgreich, mit I Can't Stand Up for Falling Down enthielt es jedoch einen Nummer-4-Hit.

Das nächste Album mit dem Titel Trust erschien ein Jahr später und enthielt einen Stilmix verschiedener Musikrichtungen bis hin zu Jazzanklängen. Das zweite Album im Jahr 1981 war Almost Blue, ein Album mit Country-Covern, produziert vom erfolgreichen Country-Produzenten Billy Sherrill. Costellos Fans machten seine Stilwechsel mit. Die Single A Good Year for the Roses war der dritte seiner drei Top-Ten-Hits in den britischen Singlecharts. 1982 erschien Imperial Bedroom. Für die technische Qualität sorgte Geoff Emerick, der für die Bearbeitung mehrerer Beatles-Alben bekannt geworden war. Costello führte die Lieder des Albums mit seiner Begleitband The Attractions und dem Royal Philharmonic Orchestra auch in London live auf. Obwohl es kommerziell nicht ganz so erfolgreich war, kam das Popalbum in der Rolling-Stone-Liste auf Platz 166.

Im Jahr 1983 nahm Costello mit den Produzenten Clive Langer und Alan Winstanley das poporientierte Album Punch the Clock auf, an dem neben Caron Wheeler und Claudia Fontaine alias Afrodiziak als Backgroundsängerinnen einer Bläsersektion (TKO-Horns) der Jazz-Trompeter Chet Baker mitwirkte.

1984 war Costello zudem Produzent für die Folk-Punk-Band The Pogues, mit der er auch auf Konzerten auftrat und deren Bassistin Cait O’Riordan er anschließend heiratete. Im selben Jahr erschien das wieder mit Langer und Winstanley produzierte Album Goodbye Cruel World, zu dessen Neuveröffentlichung auf CD er 1995 schrieb: “Congratulations! You’ve just purchased our worst album” („Glückwunsch! Sie haben gerade unser schlechtestes Album gekauft“).

Costello hatte in acht Jahren neun Studioalben veröffentlicht. 1985 war das erste Jahr, in dem es kein neues Album gab, stattdessen erschien eine Single mit T Bone Burnett sowie zwei Best-of-Alben in Großbritannien bzw. den USA. Das US-Album wurde sein dritter Millionenseller. Dennoch war in diesem Jahre seine Stimme bei einer Neuveröffentlichung zu hören, dem im April erschienenen vierten Studioalben der Eurythmics Be Yourself Tonight, auf dem er im Duett mit Annie Lennox den 6. Song Adrian sang. Im Jahr darauf kehrte er mit King of America zurück, bei dem er erstmals wieder (fast) ohne die „Attractions“ und stattdessen mit Studiomusikern in Los Angeles arbeitete. Als Interpretennamen wählte er The Costello Show. Stilistisch wandte er sich wieder mehr dem Rock und Country früherer Werke zu; es war aber das erste Album nach dem Debütalbum, das die Top Ten verpasste. Das noch im selben Jahr nachgeschobene Blood and Chocolate setzte den Rückgriff auf seine musikalischen Anfänge fort. Mit Nick Lowe engagierte er erneut den Produzenten seines zweiten Albums und auch die Attractions waren wieder mit dabei.

Nach 1986 folgte ein Bruch, Costello nahm sich eine Auszeit und wechselte zu Warner. Auch von den Attractions trennte er sich bei den folgenden Produktionen wieder. Erst nach drei Jahren erschien 1989 ein neues Album, der Rock-Pop-Rundumschlag Spike. Das Album gehört zu seinen erfolgreicheren, es erreichte in Großbritannien und den USA Goldstatus. Die Single Veronica, auf der auch der Co-Autor des Songs, Paul McCartney, zu hören ist, wurde zu seiner erfolgreichsten in den USA.

1990er Jahre Auf dem Album Mighty Like a Rose (1991) sind – wie auch auf McCartneys Alben aus dieser Zeit – zwei gemeinsame Songs von Costello und McCartney zu hören. Mit diesem Album kam er erstmals in der Schweiz in die Charts.

Ab 1992 arbeitete er mit den Streichern des Brodsky Quartets zusammen. Es entstand das Album The Juliet Letters. Costello interessierte sich in den 1990er Jahren verstärkt für die klassische Musik. 1993 schrieb er die Songs für das Debütalbum der Sängerin Wendy James. 1994 veröffentlichte er seine erste Filmmusik, die er zusammen mit Richard Harvey für die BBC-Serie G. B. H. komponierte. Im selben Jahr trat er mit Tony Bennett bei MTV Unplugged auf.

Nach verschiedenen musikalischen Ausflügen kehrte er noch 1994 zu den rauen Aufnahmen der Anfangsjahre zurück. Für zwei Alben schloss er sich wieder mit den Attractions zusammen. Brutal Youth wurde ein rockiges Album, obwohl es von Mitchell Froom zurückhaltend produziert worden war. Außerdem ging er mit der Band auf Welttournee. Das zwei Jahre später veröffentlichte All This Useless Beauty enthielt Neuaufnahmen von Songs, die Costello ursprünglich für andere Künstler wie Johnny Cash, Dusty Springfield, Aimee Mann oder Roger McGuinn geschrieben hatte. Damit war die Zeit mit den Attractions beendet.

Dazwischen erschien 1995 ein Soloalbum mit dem Titel Kojak Variety mit unbekannteren, älteren Coversongs, das relativ wenig Beachtung fand. Die Orientierung in Richtung 1960er Jahre führte auch zur Zusammenarbeit mit Burt Bacharach. Zuerst nahmen sie nur das Lied God Give Me Strength gemeinsam auf und beschlossen dann, an einem Kollaborationsalbum zu arbeiten, das 1998 erschien. Painted from Memory fand große Anerkennung und für den Song I Still Have That Other Girl wurden beide mit einem Grammy für die beste Popdarbietung als Duett ausgezeichnet.

Costellos Interpretation des Bacharach-Klassikers I’ll Never Fall In Love Again gehört zum Soundtrack von Austin Powers 2, in dem er einen kurzen Auftritt mit Bacharach als Straßenmusiker hatte. Ein weiteres filmisches Engagement zu dieser Zeit war ein Auftritt in Spiceworld – Der Film von den Spice Girls. Daneben komponierte er einen Beitrag zum Soundtrack von The Big Lebowski. Mit dem Titel She ist er auf dem Soundtrack zu Notting Hill als Interpret zu hören.

Ab 2000 mini|Elvis Costello und Diana Krall 2009 mini|Keith Richards und Elvis Costello – Auftritt am 26. Februar 2012 für Chuck Berry und Leonard Cohen, die ersten Empfänger des Pen Awards für „Song Lyrics of Literary Excellence“, an der JFK Presidential Library in Boston Ein erneuter Ausflug in die klassische Musik folgte 2001. In Zusammenarbeit mit der von ihm verehrten schwedischen Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter veröffentlichte er mit dem Album For the Stars einen der gelungeneren Ausflüge einer Klassik-Größe in die Popmusik. Das Album brachte ihm seine erste Chartplatzierung in Deutschland ein.

Dies wirkte sich auch auf sein folgendes Album aus. Mit When I Was Cruel veröffentlichte Costello 2002 seit langem wieder ein eigenes Rockalbum. Damit kam er zum ersten Mal in allen deutschsprachigen Ländern in die Charts und in den USA war es überhaupt erst sein drittes Album, das es in die Top 20 schaffte. Dazu entstand aus seinen Tourmusikern die neue Begleitband The Imposters, eine Neuauflage der Attractions, es wurde nur Bassist Bruce Thomas durch Davey Faragher ersetzt. 2003 wurde Elvis Costello in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Inzwischen war Costello eine Beziehung mit der kanadischen Jazzmusikerin Diana Krall eingegangen, die er Ende 2003 heiratete. Dies hatte auch großen Einfluss auf sein nächstes Album North, das einem Liedzyklus mit Klassik- und Jazzeinflüssen entspricht. Auch bei seinem nächsten Album arbeitete er an einem zusammenhängenden Werk, diesmal wieder in Richtung Rock. Er verwarf jedoch sein ursprüngliches Konzept, auch The Delivery Man wurde eher ein Songzyklus. Auf dem 2004 veröffentlichten Album wurde er offiziell von den Imposters begleitet. Im selben Jahr trat Costello bei der Oscarverleihung mit T-Bone Burnett auf, um einen gemeinsam komponierten und für den Oscar nominierten Song für den Film Unterwegs nach Cold Mountain zu präsentieren. 2004 nahm er auch zusammen mit dem London Symphony Orchestra Il Sogno auf, das für eine Ballettaufführung von Shakespeares Sommernachtstraum komponiert wurde.