mini|George Merryweather vertraute auf die Wetterfühligkeit von Blutegeln in Glasbehältern. Der Sturmvorhersager () war ein Anfang der 1850er Jahre entwickelter Apparat, der auf Beobachtungen beruhte, gemäß denen sich Egel und insbesondere medizinische Blutegel in Gefäßen je nach Wetterlage eigentümlich verhielten.

Das einfach auch „Egelbarometer“ () genannte Gerät sollte dieses sonst dem Wetterfrosch nachgesagte Verhalten zur Vorhersage von Stürmen und ähnlichen atmosphärischen Turbulenzen nutzen. Es konnte aber trotz seiner Ausstellung im Londoner Kristallpalast 1851 nicht das Sturmglas verhindern, das wenige Jahre später den Markt eroberte.

Apparat und Funktionsweise Der Erfinder des Sturmvorhersagers, George Merryweather, holte sich nach eigener Aussage seine Inspiration aus Edward Jenners Naturgedicht Signs of Rain und aus den Versen Englisches Zitat aus Notes and Queries, 4. November 1865, S. 379. Abgerufen am 7. Juni 2007. Merryweather führte dieses Verhalten als Reaktion auf elektromagnetische Veränderungen in der Atmosphäre zurück, wie sie beispielsweise durch Gewitter hervorgerufen wurden. Den Apparat, den er zuerst Englisches Zitat aus , abgerufen am 7. Juni 2007. nannte, entwarf er 1850 und führte auch Tests durch, deren Ergebnisse er in einem erhaltenen Notizbuch festhielt. Die Apparatur ließ er in verschiedenen Versionen bauen, von der kostengünstigen bis zur prachtvollen, die an indische Tempelanlagen erinnerte und während der Weltausstellung von 1851 im Kristallpalast zu sehen war. Diese Luxusausführung und seine Forschungen präsentierte er am 27. Februar 1851 vor der Whitby Literary and Philosophical Society (in deren Museum er ehrenamtlicher Kurator war) in einem rund dreistündigen Vortrag mit dem Titel Essay explanatory of the Tempest Prognosticator in the building of the Great Exhibition for the Works of Industry of All Nations.

Der Sturmvorhersager bestand aus zwölf Glasbehältern, die im Kreis um eine Signalglocke angeordnet waren. Am oberen Ende jedes Glases befand sich ein Schnappmechanismus ähnlich einer Mausefalle, bestehend aus einer kleinen Metallröhre, einem Draht, der mit dem Schlaghammer der Glocke verbunden war, und einem Stückchen Walknochen, das den Draht fixierte. Wie nun ein aufziehendes Unwetter angekündigt wurde, erklärte Merryweather folgendermaßen:

Die Röhren sollten so eng sein, dass ein Egel normalerweise nicht hineinkriechen würde; nur ein nahender Sturm brächte ihn dazu. Jedes einzelne Klingeln zeigte an, dass ein Egel ein Unwetter erwartete; je öfter die Glocke ertönte, umso wahrscheinlicher wäre das. Merryweather sah seine Egel als eine an. Die kreisförmige Anordnung der Glasbehälter ähnelte den damals aufkommenden panoptischen Gefängnissen. Merryweather wies darauf hin, dass der gegenseitige Sichtkontakt die Egel vor den Leiden gesonderter Einschließung bewahren würde.

Markterfolg und Nachbauten Merryweather versuchte die britische Regierung zur Anschaffung seines Barometers zu bewegen, um es entlang der englischen Küste zur Sturmwarnung einzusetzen, doch ohne Erfolg. An Stelle des Sturmvorhersagers setzte sich später Robert FitzRoys Sturmglas durch. Die Methode ging aber nicht ganz vergessen. In dem Selbsthilfe-Katalog Enquire within von 1884 ist ein Egelbarometer zum Selbstbau beschrieben:Englisches Zitat aus Enquire Within, Ausgabe 1884, N°968, abgerufen am 7. Juni 2007.

Zwar ist kein originaler Tempest Prognosticator erhalten geblieben, und es ist nicht bekannt, ob Merryweathers Geräte jemals auf den Markt kamen; doch entstand hundert Jahre nach der Weltausstellung von 1851 anlässlich des Festival of Britain 1951 nach den Beschreibungen Merryweathers und einem Kupferstich ein Modell des Geräts im Kristallpalast, das im Dome of Discovery in London ausgestellt wurde. Nach der Ausstellung erhielt es das Museum von Whitby als Geschenk, wo es in die Objektausstellung übernommen wurde. Ein weiterer Nachbau findet sich in der Barometer World in Okehampton.

Siehe auch Schneckentelegraf

Weblinks Whitby Museum (Standort des ersten Nachbaus)

Einzelnachweise

Kategorie:Meteorologisches Messgerät