Der Hohenstoffeln (auch Hohenstoffel oder umgangssprachlich Stoffel, von ahd. stophil, kleiner Fels) ist ein Berg vulkanischen Ursprungs Johannes Baier & Armin Scherzinger (2021): Das Vulkanfeld im Hegau. In: Aufschluss, 72(2): 58–69. im Hegau zwischen Binningen und Weiterdingen. Er gehört zur Basaltgruppe des Hegaus, dessen wissenschaftliche Erforschung bis ins späte 18. Jahrhundert zurückreicht.Johannes Baier & Armin Scherzinger (2024): Geohistorische Bemerkungen zum Vulkanfeld im Hegau. In: Jh. Ges. Naturkde. Württemberg, 180, 277–301. Seit 1941 steht der Berg unter Naturschutz.

Höhe Als einziger Hegauberg besitzt der Hohenstoffeln einen Doppelgipfel. Ursprünglich hatte der Berg drei Gipfel, der nördlichste wurde jedoch durch Basaltabbau abgetragen. Der südliche Gipfel hat eine Höhe von , der nördliche (ehemals mittlere) eine Höhe von .

Am Nordgipfel mit Kreuz befindet sich eine Schutzhütte mit Gipfelbuch.

Geschichte Burgruinen Der Hohenstoffeln war Standort dreier Burgen. Auf dem Nordgipfel befand sich die Burg Hinterstoffeln, auf dem Südgipfel die Burg Vorderstoffeln und im Sattel des Berges die Burg Mittelstoffeln.

Weiter unterhalb des Gipfels liegen einige Höfe: der Stofflerhof an der Westseite gegen Binningen, der Sennhof und Hombollhof an der Ostseite bei Weiterdingen und die Pfaffwieser Höfe auf der Südseite nach Hilzingen.

Basaltabbau Die geomorphologische und geologische Struktur des Hohenstoffeln besteht aus Deckentuffen mit vorbasaltischen Tuffmassen. Neben Basalt gibt es Bentonite (Schweizerischer Typ). Am Gipfel sind dicke, senkrecht stehende Basaltsäulen sichtbar.Johannes Baier (2025): Die Säulenklüftung beim Hohenstoffeln (Hegau). In: Aufschluss 76(2): 92-99.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde am Nordgipfel Basalt für den Straßenbau abgebaut, da das Gestein zäh und hart und ohne bevorzugte Spaltrichtung ist, so dass es nicht so schnell verwittert. Über eine rund vier Kilometer lange Luftseilbahn wurde das gebrochene Gestein in das Schotterwerk in Mühlhausen transportiert.

Der Heimatdichter Ludwig Finckh trat für den Stopp des Basaltabbaus ein, tatsächlich wurde dieser ab 1939 eingestellt. Der ehemalige Steinbruch ist noch anhand von Abbauterrassen zu erkennen.

Naturschutzgebiet Bereits 1913 wurde der Basaltabbau seitens der Naturschützer unter Ludwig Finckh kritisiert. Seit 1912 wurde der Abbau forciert und 1914 wurde eine Drahtseilbahn erstellt, es wurden zeitweise bis zu 1000 Tonnen Basalt täglich abtransportiert. Nach Jahren der Konfrontation, Begehungen und Streitigkeiten wurde mit Schreiben vom 24. August 1935 der Gipfel des Hohenstoffeln – als Grenze galt die 750-m-Höhenlinie – zum Naturschutzgebiet ernannt:

Am 23. Dezember 1938 erreichte ein Telegramm des Bezirksamts Konstanz die Süddeutschen Basaltwerke, Betreiber des Basalt-Steinbruchs am Hohenstoffeln:

Im Mai 1941 wurde der Berg als Naturschutzgebiet in das Reichnaturschutzbuch eingetragen. Die Bedeutung des Berges für das Landschaftsbild, geologische, pflanzensoziologische und ornithologische Gründe wurden bei der Eintragung besonders hervorgehoben.Volker Ludwig: Die Entstehung des Naturschutzgebietes «Hohenstoffeln». In: Hegau - Zeitschrift für Geschichte, Volkskunde und Naturgeschichte des Gebietes zwischen Rhein, Donau und Bodensee, Band 54/55 (1997/98), Kapitel 4.4 Der unerwartete Erfolg – (24.8.1935–6.1.1939), Seiten 175–179

Siehe auch Liste von Vulkanen in Deutschland Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Konstanz

Literatur Johannes Baier (2025): Die Säulenklüftung beim Hohenstoffeln (Hegau). In: Aufschluss 76(2): 92-99.

Kurt Oesterle: Doktor Faust besiegt Shylock. Wie Ludwig Finckh den Hohenstoffeln rettete und wie der Reichsführer SS Heinrich Himmler als sein Mephisto ihm dabei half. In: Hegau. Bd. 54/55 (1997/98), S. 191–208.

Weblinks

Fotoserie Hohenstoffeln in hegaugold.de In: Bildungszentrum Markdorf Information über die Ruine Hohenstoffeln. In: Henri Floor: Europäischer Fernwanderweg E1

Einzelnachweise

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