mini|Constantin zu Stolberg-Wernigerode mini|Schloss Jannowitz, Sammlung Alexander Duncker Graf Constantin (oder Konstantin) zu Stolberg-Wernigerode (* 8. Oktober 1843 in Jannowitz, Landkreis Hirschberg im Riesengebirge, Provinz Schlesien; † 27. Mai 1905 ebenda) war ein deutscher Verwaltungsjurist, preußischer hoher Beamter und Gutsbesitzer. Er war Fideikommissherr auf Jannowitz in Niederschlesien, Regierungspräsident verschiedener preußischer Regierungsbezirke und von 1898 bis 1902 Oberpräsident der Provinz Hannover.
Leben Constantin war der älteste Sohn des Kavallerieoffiziers und Gutsbesitzers Wilhelm zu Stolberg-Wernigerode. Während seines Jurastudiums in Göttingen und Berlin wurde er 1862 Mitglied des Corps Saxonia Göttingen.Kösener Corpslisten 1930, 47, 216 Als Offizier im Regiment der Gardes du Corps kämpfte er im Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 und im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Inzwischen Major, beendete er 1872 seinen aktiven Militärdienst und wechselte in die preußische Zivilverwaltung. Nach Stationen in verschiedenen Ämtern wurde er 1881 Landrat in Bunzlau (Schlesien), 1889 wechselte er als Polizeipräsident nach Stettin.
Von April 1892 bis Oktober 1894 amtierte Stolberg-Wernigerode als Regierungspräsident in Aurich. Anschließend wechselte er in gleicher Funktion in den Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen. Dieses Amt nahm er bis 1897 wahr. 1898 übernahm er nach dem Tod des Vaters dessen schlesische Besitzungen. Im selben Jahr wurde er zum Oberpräsidenten der Provinz Hannover ernannt und blieb dies bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 1. November 1902. Seinen Lebensabend verbrachte er auf seinem Gut Jannowitz im Hirschberger Tal.
Constantin zu Stolberg-Wernigerode war zweimal verheiratet. Am 12. Juli 1870 heiratete er in Dönhofstädt (Ostpreußen) Antonia Gräfin zu Stolberg-Wernigerode (1850–1878), mit der er gemeinsam fünf Kinder hatte, darunter seinen Nachfolger Graf Eberhard zu Stolberg-Wernigerode (1873–1929). Nachdem seine Gattin 1878 in Wernigerode gestorben war, heiratete Constantin am 4. Juni 1885 Gräfin Elisabeth zu Stolberg-Wernigerode (1866–1928), die älteste Tochter seines Onkels Otto zu Stolberg-Wernigerode, mit der er weitere zwei Kinder hatte. Diese verließ nach dem Tod ihres Gatten Schlesien und zog nach Ilsenburg, wo sie 1928 starb.
Seine Tochter Dorothea heiratete später den Juristen und SS-Führer Harry von Craushaar.Dorothea, Gräfin zu Stolberg-Wernigerode. GeneAll.net; abgerufen am 22. Dezember 2010 Tochter Magdalene (1875–1955) blieb unverheiratet und war letzte Äbtissin des Klosters Drübeck. Seine jüngste Tochter Anna Elisabeth (1887–1952) heiratete 1911 Georg-Heinrich Graf von Werthern (1874–1947). Sein Sohn Otto zu Stolberg-Wernigerode (1893–1984) wurde Geschichtsprofessor.
Im Tiergarten von Wernigerode erinnert heute noch der Constantinstein an den Grafen, der gegenüber den Fundamenten des 1945 zerstörten Elisabethhauses steht.
Literatur Martin Tielke: Konstantin Graf zu STOLBERG-WERNIGERODE. In: Biographisches Lexikon für Ostfriesland, Band 4. Herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, Aurich 2007, S. 406 (online auf der Website der Landschaftsbibliothek der Ostfriesischen Landschaft).
Einzelnachweise
Constantin Kategorie:Regierungspräsident (Merseburg) Kategorie:Regierungspräsident (Aurich) Kategorie:Polizeipräsident (Stettin) Kategorie:Landrat (Regierungsbezirk Liegnitz) Constantin Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1843 Kategorie:Gestorben 1905 Kategorie:Mann