mini|Blick auf Zvornik mini|Die Drina in Zvornik Zvornik () ist eine Stadt im Nordosten von Bosnien und Herzegowina und Verwaltungssitz der Opština Zvornik. Die Stadt liegt auf dem Gebiet der Republika Srpska am linken Ufer der Drina, welche hier die Grenze zu Serbien bildet, südlich Bijeljinas. Südlich der Stadt befindet sich der angestaute Zvorniksee.

Der Ort selbst hatte 2013 etwa 13.000 Einwohner.

Geschichte Um 1410 wurde Zvornik erstmals urkundlich erwähnt. 1433 kam die Burg Zvornik in den Besitz des serbischen Despoten Đurađ Branković, der im oberen Festungsteil einen Donjon errichten ließ. Um 1460 eroberten Osmanen den Ort und errichteten den unteren Teil der Festung, der über starke Wälle und 3 Türme an der Drina verfügte. Bei späteren Kämpfen zwischen Österreichern, Ungarn und Osmanen wurde die untere Festung stark beschädigt.Lazar Trifunović: Kunstdenkmäler in Jugoslawien. Band 2. Edition Leipzig 1981. Noch heute sind die osmanischen Einflüsse an einigen Bauwerken aus jener Zeit deutlich zu erkennen.

1538 wurde das Franziskanerkloster in Zvornik zerstört und die Kirche in eine Moschee umgewandelt. Sie mussten 1541 dieses Kloster verlassen und besiedelten den Gradovrh (in der Nähe des heutigen Tuzla) zusammen mit den Franziskanern aus Gornja Tuzla.

Bis 1918 gehörte Zvornik zu Österreich-Ungarn und gelangte dann als Bestandteil von Bosnien-Herzegowina an Jugoslawien.

Zu Beginn des Bosnienkrieges wurde der Bürgermeister von den Vertretern der Serbischen Demokratischen Partei von Radovan Karadžić gezwungen, seine Polizei zu entwaffnen, während sich zur gleichen Zeit die bosniakischen „Grünen Berette“ der bosnischen Moslems, auf einen bewaffneten Konflikt in der Kulagrad oberhalb der Stadt vorbereiteten. Bald darauf begannen serbische Freiwillige und Eliteeinheiten der Roten Barette aus Serbien, die Stadt anzugreifen. Aufgrund des hohen Widerstands der bosniakischen Einheiten, vor allem aus Kulagrad, wurde die Stadt auch von auf dem serbischen Ufer der Drina stationierter Artillerie unter Beschuss genommen.Nach Angaben von Jose Maria Mendiluce, UNHCR; In: Bruderkrieg in Jugoslawien, TV-Dokumentation

Bevölkerung Heute bezeichnen sich die meisten Einwohner als Serben. Während des Bosnienkrieges wurden die Bosniaken sowohl aus der Stadt als auch aus der Gemeinde vertrieben.Wendy Larner und William Walters (Hrsg.): Global governmentality: governing international spaces. London: Routledge, 2004, S. 151 ff. Immer wieder werden in und um Zvornik Massengräber aus dieser Zeit aufgefunden. Im Gegenzug wurden – auch zur Konsolidierung der „neuen Verhältnisse“ – serbische Flüchtlinge angesiedelt.

Sport Überregional bekannt und erfolgreich ist der Fußballklub FK Drina Zvornik.

Söhne und Töchter der Stadt Nada Obrić (* 1948), Sängerin Samir Muratović (* 1976), Fußballspieler Seka Aleksić (* 1981), Sängerin Samir Karahasanovic (* 1982), deutscher Fußballspieler Rade Đokić (* 1983), Fußballspieler Sejad Salihović (* 1984), Fußballspieler Mersudin Jukić (* 1984), Fußballspieler Veroljub Salatić (* 1985), Fußballspieler Denis Omerbegović (* 1986), Fußballspieler Said Husejinović (* 1988), Fußballspieler Miroslav Stevanović (* 1990), Fußballspieler Ermin Bičakčić (* 1990), Fußballspieler Edin Hasanović (* 1992), Schauspieler Mensur Kursumovic (* 1973), Musiker

Weblinks

Website der Gemeinde Infoportal Tourismus Organisation Zvornik

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Republika Srpska

Kategorie:Ort an der Drina Kategorie:Ersterwähnung 1410