Die Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde war ein Verwaltungsbezirk im Königreich Sachsen. Das Verwaltungsgebiet bestand auch im nachfolgenden Freistaat bzw. Land Sachsen der SBZ bzw. DDR bis 1952 und hieß von 1939 bis 1952 Landkreis Dippoldiswalde. Sein Gebiet gehört heute größtenteils zum Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen.
Geschichte Die 1874 gegründete Amtshauptmannschaft ging aus den Gerichtsamtsbezirken Altenberg (Erzgebirge), Dippoldiswalde, Frauenstein und Lauenstein hervor. Sie hatte ihren Verwaltungssitz im Schloss Dippoldiswalde.
In der Zeit der Weltwirtschaftskrise war vorgesehen, die Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde aufzulösenNr. 91. Verordnung zur Sicherung des Staatshaushalts und der Haushalte der Gemeinden. Vom 21. September 1931; vgl. Erster Teil, Kapitel I, Artikel 2, § 8 Abs. 1 (Sächs. Gesetzbl. Nr. 31, S. 156) Digitalisat; dies wurde dann jedoch nicht umgesetzt.
Amtshauptmannschaft wurde 1939 in die reichseinheitliche Bezeichnung Landkreis geändert.
1952 erfolgte die Neugliederung des Landkreises Dippoldiswalde in der DDR-Kreisreform. Rechtsnachfolger war der kleinere Kreis Dippoldiswalde. Gebietsteile gingen an die Kreise Freital und Brand-Erbisdorf. Das Gebiet um Breitenau wurde dem Kreis Pirna zugeordnet.
Amtshauptleute und Landräte 1874–1877 Hans Alexander von Bosse 1877–1891 Emil von Kessinger 1891–1894 Haubold von Einsiedel 1894–1898 Georg Uhlemann 1898–1903 Max Lossow 1903–1909 Maximilian Mehnert 1909–1914 Alfred Sala 1914–1932 Holm Edler von der Planitz 1933–1945 Leo Freiherr von Miltitz
Geographie Lage Die Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde lag im östlichen Erzgebirge und dessen Vorland und damit im Süden der übergeordneten Kreishauptmannschaft Dresden. Begrenzt wurde der Verwaltungsbezirk im Norden von der Amtshauptmannschaft Dresden, im Osten von der Amtshauptmannschaft Pirna, im Süden vom Königreich Böhmen (Österreich-Ungarn) bzw. ab 1918 von der ČSR und im Westen von der Amtshauptmannschaft Freiberg.
Struktur Sie war die am dünnsten besiedelte und am wenigsten verstädterte Amtshauptmannschaft Sachsens. Sie stand auch an letzter Stelle aller sächsischen Amtshauptmannschaften hinsichtlich des Anteils gewerbstätiger Personen an der Gesamtbevölkerung.
Verwaltungsgliederung Der Amtshauptmannschaft gehörten 1910 94 Kommunen, darunter 6 Städte und 88 Gemeinden, an. Einzelne selbständige Gutsbezirke waren gesondert aufgeführt, sind aber in den Einwohnerzahlen der umliegenden Gemeinden aufgeführt. StadtEinwohnerzahlGemeindeEinwohnerzahlselbständiger Gutsbezirk (1. Dez. 1900)EinwohnerzahlAMTSHAUPTMANNSCHAFT gesamt: 58.310Städte11.771Gemeinden46.5391Dippoldiswalde4.2553Schmiedeberg2.402Rittergut Reichstädt812Glashütte2.6744Kreischa2.079Rittergut Reinhardtsgrimma805Altenberg1.6366Rechenberg1.518Rittergut Bärenstein6512Geising1.3167Nassau1.418Rittergut Pretzschendorf5913Frauenstein1.2818Possendorf1.372Rittergut Kleincarsdorf5530Bärenstein (Stadt)6099Pretzschendorf1.369Rittergut Kreischa3710Großölsa1.352Rittergut Lungkwitz11Höckendorf1.320Rittergut Bärenklause3514Reichstädt1.238Rittergut Theisewitz3315Burkersdorf1.059Rittergut Possendorf3116Hermsdorf bei Frauenstein1.012Rittergut Berreuth2617Seifersdorf983Rittergut Zscheckwitz2518Reinhardtsgrimma923Rittergut Lauenstein2119Lauenstein874Rittergut Naundorf bei Schmiedeberg1620Reichenau873Staatsforstrevier Bärenfels1521Johnsbach865Rittergut Wilmsdorf1122Wilmsdorf857Staatsforstrevier Rechenberg823Hartmannsdorf818Staatsforstrevier Rehefeld24Lungkwitz813Staatsforstrevier Höckendorf625Ruppendorf773Staatsforstrevier Wendischcarsdorf526Dittersdorf746Staatsforstrevier Schmeieberg427Hänichen726Königliches Jagdhaus Rehefeld228Obercarsdorf671Staatsforstrevier Altenberg029Liebenau628Staatsforstrevier Frauenstein31Dittersbach603Staatsforstrevier Nassau32Borlas53933Cunnersdorf52234Sadisdorf52035Fürstenau51036Bärenstein (Landgemeinde)50437Niederpöbel49138Hennersdorf49039Fürstenwalde47240Friedersdorf46841Kipsdorf46742Naundorf45143Reinholdshain42844Quohren41645Ulberndorf41246Holzhau41147Börnchen bei Dippoldiswalde41048Beerwalde39249Schönfeld39150Börnersdorf38951Röthenbach37652Oberfrauendorf37553Breitenau36554Falkenhain349Seyde34956Dönschten34357Schellerhau33458Kleinbobritzsch332Kleincarsdorf33260Zinnwald32261Wendischcarsdorf32162Hirschbach31463Luchau31064Ammelsdorf30165Gombsen30066Döbra29567Schlottwitz29268Hausdorf28769Spechtritz28470Löwenhain27771Rehefeld-Zaunhaus27572Obercunnersdorf26073Bärenklause25574Berreuth24275Oberhäslich23376Bärenfels22377Niederfrauendorf22278Waltersdorf21379Börnchen bei Lauenstein21280Georgenfeld20881Malter19482Theisewitz18783Hermsdorf bei Dippoldiswalde169Paulsdorf16985Reinberg15586Bärenburg15287Hirschsprung12188Berthelsdorf12089Hennersbach11290Wittgensdorf10591Elend9792Saida8393Ölsengrund5394Paulshain46 Die angrenzenden Gebiete finden sich in der Verwaltungsgliederung des Königreiches Sachsen.
Literatur Thomas Klein: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe B: Mitteldeutschland. Band. 14: Sachsen. Johann-Gottfried-Herder-Institut, Marburg/Lahn 1982, ISBN 3-87969-129-0, S. 314–315.
Einzelnachweise
Dippoldiswalde Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) Kategorie:Dippoldiswalde Dippoldiswalde Kategorie:Aufgelöst 1952