Friedrichswalde ist eine Gemeinde nördlich der Stadt Joachimsthal im brandenburgischen Landkreis Barnim. Sie wird vom Amt Joachimsthal (Schorfheide) verwaltet. Seit dem 24. Juli 2013 führt die Gemeinde offiziell, auch auf den Ortseingangsschildern, die Zusatzbezeichnung Holzschuhmacherdorf.

Geografie Friedrichswalde liegt am östlichen Rand der Schorfheide im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Friedrichswalde besteht aus den beiden Ortsteilen Friedrichswalde und Parlow-Glambeck. Wohnplätze sind Glambeck, Parlow, Pehlenbruch, Redernswalde und Schmelze.

Geschichte Der Ort wurde 1748 auf Erlass des preußischen Königs Friedrich II. gegründet, dem es seinen Namen verdankt. Er veranlasste auch, dass sich 30 Bauernfamilien aus der Kurpfalz und Rheinhessen hier ansiedelten, die gegen persönliche Erleichterungen die durch den Dreißigjährigen Krieg verwaisten Ländereien in Bearbeitung nahmen. Dazu kamen bis 1768 weitere 22 Büdner-Familien. Aus den von Friedrich II. gewährten Privilegien resultierte eine gewisse Sonderstellung zu den Bewohnern der Nachbarorte, was ziemlich lange einen speziellen Ruf der Friedrichswalder mit sich brachte, wie der Ortschronik zu entnehmen ist. Mit den Kolonisten wurde auch die Kenntnis für die Fertigung von Holzschuhen nach Friedrichswalde gebracht. Obwohl von Friedrich II. verboten, stellte schon nach wenigen Jahren jede zweite Familie in Friedrichswalde Holzschuhe her, die bis Mitte der 1950er Jahre hier produziert wurden. Daraus entstand die Bezeichnung als größtes Holzschuhmacherdorf Deutschlands. An diese Tradition knüpft die seit 2009 bestehende historische Holzschuhmacher-Werkstatt auf dem Pfarrhof an. Die 1776–1783 entstandene Reformiertenkirche, ein Fachwerkbau, wurde 1890 mit Backstein umbaut und erhielt ihre heutige Gestalt. Vor der Kirche befindet sich ein großer Granitstein, der den 30 Erstsiedlerfamilien gewidmet ist und Auskunft über ihre Ankunft in der Mark Brandenburg 1748 gibt.Heimatverein Pfälzer Erbe e. V.

Friedrichswalde gehörte seit 1817 zum Kreis Angermünde in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Eberswalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Barnim.

Parlow-Glambeck wurde am 1. Februar 2002 nach Friedrichswalde eingemeindet.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 1.126 1890 1.074 1910 1.182 1925 1.116 1933 1.116 1939 1.121 Jahr Einwohner 1946 1.401 1950 1.416 1964 1.074 1971 992 1981 884 1985 806 Jahr Einwohner 1990 754 1995 714 2000 756 2005 965 2010 888 2015 807 Jahr Einwohner 2020 809 2021 808 2022 810 2023 801 2024 791 2025 793 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember). Ab 2011 auf Basis des Zensus 2011. Ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Friedrichswalde besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Einzelbewerberin Luisa Schwieger – – 19,6 % 1 Einzelbewerber Mario Jaensch – – 13,5 % 1 Einzelbewerber Hans-Dieter Weiß – – 13,3 % 1 Einzelbewerberin Judith Schädler 7,2 % 1 10,1 % 1 Einzelbewerber Karsten Schulz – – 8,8 % 1 Einzelbewerber Peter Westphal 5,5 % 1 8,8 % 1 SPD – – 5,9 % 1 Einzelbewerberin Jutta Senften 7,0 % 1 4,6 % 1 Einzelbewerber Thomas Hakenbeck – – 4,6 % 1 Einzelbewerber Georg-Rainer Seidowski – – 4,0 % – Einzelbewerber Lucas Winkelmann – – 3,8 % – Einzelbewerber Theresa Heller – – 3,1 % – Wählergemeinschaft für die Gemeinde Friedrichswalde 35,4 % 3 – – Einzelbewerber Sven Ströbele 33,0 % 1 – – Wählergruppe Parlow-Glambeck 2019 12,0 % 1 – – Insgesamt 100 % 8 100 % 9

Bei der Wahl 2019 entsprach der Stimmenanteil des Einzelbewerbers Sven Ströbele drei Sitzen. Daher blieben nach § 48 (6) des Brandenburgischen KommunalwahlgesetzesBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 48 zwei Sitze in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Bei der Wahl 2024 entfielen auf die Einzelbewerberin Luisa Schwieger zwei Sitze. Ein Sitz in der Gemeindevertretung bleibt daher unbesetzt.

Bürgermeister 1998–2024: Bernhard Ströbele seit 2024: Sven Ströbele

Bernhard Ströbele wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 89,3 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.

Sven Ströbele wurde bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 74,8 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)

Wappen

Gemeindepartnerschaften Die Gemeinden Esselborn und Friedrichswalde vereinbarten im Oktober 1999 eine Partnerschaft.

Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Friedrichswalde und in der Liste der Bodendenkmale in Friedrichswalde stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Kulturdenkmale.

Sehenswert sind die Dorfkirche und der Taubenturm im Ortsteil Glambeck.

Naturdenkmale

Siehe Liste der Naturdenkmale in Friedrichswalde

Regelmäßige Veranstaltungen Mai: Motorradgottesdienst

Verkehr Friedrichswalde liegt an der Landesstraße L 23 von Templin nach Eberswalde.

Die Anbindung von Friedrichswalde an die Eisenbahn erfolgte 1898. Der Bahnhof Friedrichswalde (b Eberswalde) liegt an der Bahnstrecke Britz–Fürstenberg, die – zum Regionalnetz Ostbrandenburg der DB InfraGO gehörig – von Zügen der NEB Betriebsgesellschaft befahren wird. Die Strecke war von 2006 bis Dezember 2018 zwischen Joachimsthal und Templin außer Betrieb und wurde nur gelegentlich für den Güterverkehr genutzt. Es verkehren Züge der Regionalbahnlinie RB 63 zwischen Eberswalde und Templin.

Durch den Ortsteil Glambeck-Parlow verläuft der Radfernweg Berlin–Usedom.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Paul Thränert (1875–1960), Gewerkschafter Bruno Endrejat (1908–1945), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Hanna Leisker (1915–2013), Gold- und Silberschmiedin

Mit Friedrichswalde verbundene Persönlichkeiten Andreas Riem (1749–1814), Theologe und Publizist der Aufklärungszeit, Pfarrer in Friedrichswalde Friedrich Wilhelm von Redern (1802–1883), preußischer Generalintendant und Politiker, Besitzer von Gut Glambeck Eberhard Neumann-Redlin von Meding (* 1941), Gynäkologe, betrieb 2005–2010 in Glambeck ein naturwissenschaftliches Lehrerfortbildungsseminar

Weblinks

Gemeinde Friedrichswalde auf den Seiten des Amtes Joachimsthal.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Barnim

Kategorie:Friedrich der Große als Namensgeber Kategorie:Gemeindegründung 1748