mini|Fannyann Eddy, Sierra Leone|alternativtext=eine junge Schwarze Frau mit kurzem Haar und freundlichem Blick Fannyann Eddy, auch FannyAnn (* 14. Juni 1974; † 28. September 2004 in Freetown), war eine Menschenrechtsaktivistin aus Sierra Leone, die sich für die Rechte von Schwulen und Lesben in ihrem Heimatland und anderen afrikanischen Staaten einsetzte.
Leben und Einsatz für LGBT In Sierra Leone stehen bis heute homosexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafandrohung. Eine Verurteilung kann zu lebenslangem Freiheitsentzug führen. Sexualität zwischen Frauen wird dabei nicht erwähnt, weil sie als nicht existent gilt.
2002 gründete FannyAnn die Sierra Leone Lesbian and Gay Association (SLLGA), den ersten Lesben- und Schwulenverband ihres Landes. Der Verband widmete sich ausgegrenzten, misshandelten und traumatisierten Menschen mit LGBT-Hintergrund, die nirgendwo sonst Unterstützung fanden. Die Organisation bot ihnen soziale und psychologische Unterstützung und setzt sich gegenüber Behörden und Regierung für die Rechte von Lesben und Schwulen ein. Fannyann Eddy trat dabei offen als lesbische Frau in einer homosexuellenfeindlichen Gesellschaft auf, in der Lesben und Schwule in Angst und Unsichtbarkeit leben.
Später weitete Eddy ihren Einsatz für LGBT über die Grenzen Sierra Leones hinaus aus. Sie wurde Mitglied der Kommission der All Africa Rights Initiative (AARI) und der namibischen Coalition of African Lesbians (CAL), um sich für LGBT-Rechte in ganz Afrika einzusetzen.
Ihr Kampf führt sie bis in den UN-Menschenrechtsrat. Im April 2004 hielt sie vor der UN-Menschenrechtskommission eine als „bewegend“ bezeichnete Rede („Angst ist unser ständiger Begleiter“). Darin beklagte sie unter anderem, dass die Behörden Sierra Leones Gewaltverbrechen an Menschen mit LGBT-Hintergrund strafrechtlich nicht verfolgen.
Wenige Monate nach ihrem öffentlichen Auftritt bei der UN, am 28. September 2004, wurde Eddy von drei Männern in ihrem Büro überfallen und brutal ermordet. Berichten zufolge wurde sie vergewaltigt, ihr Gesicht verstümmelt und ihr Genick gebrochen. Staatliche Behörden behaupteten, der Mord habe keinen homophoben Hintergrund gehabt. Fannyann Eddy hinterließ einen minderjährigen Sohn und ihre Lebensgefährtin Esther.
Gedenken alternativtext= Porträts von Magnus Hirschfeld und Fannyann Eddy, zwischen sich eine Weltkugel|mini|Logo der Hirschfeld-Eddy-Stiftung Im Juni 2007 wurde eine nach Fannyann Eddy und Magnus Hirschfeld benannte Stiftung gegründet: die Hirschfeld-Eddy-Stiftung, wobei bewusst eine lesbische Aktivistin des Globalen Südens in den Stiftungsnamen aufgenommen wurde. Stiftungszweck ist die Unterstützung der Menschenrechtsarbeit zugunsten von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender-Personen auf nationaler und internationaler Ebene.
Weblinks Testimony by Fannyann Eddy at the U. N. Commission on Human Rights. Auf: hrw.org vom 4. Oktober 2004, abgerufen am 25. August 2026. Fannyann Eddy – Im Kampf für die Vielfalt der Liebe. ARD-Hörspiel vom 30. Mai 2024, abgerufen am 25. August 2026. Fannyann Eddy: „We do exist“. Ansprache von Fannyann Eddy vor der UN-Menschenrechtskommission in Genf, April 2004
Einzelnachweise
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