Acebutolol ist eine organische chemische Verbindung, die zu den Aromaten und Amiden zählt. Die Substanz wird als Arzneistoff der Gruppe der Betablocker eingesetzt.

Darstellung und Gewinnung Die Herstellung von Acebutolol erfolgt in fünf Schritten.A. Kleemann, J. Engel, B. Kutscher, D. Reichert: Pharmaceutical Substances – Synthesis, Patents, Applications. 4. Auflage. Thieme-Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-13-558404-6.Patent GB 1247384 (May & Baker, 1967). Die Synthese geht vom 4-Aminophenol aus, dass im ersten Schritt mit Buttersäureanhydrid zum Säureamid 4-ButyramidophenolK.K. Verma, P. Tyagi. In: Anal. Chem., 1984, 56, S. 2157. und im zweiten Schritt mit Acetylchlorid zum O-Acetyl-4-butyramidophenol umgesetzt wird. Nach der Isomerisierung (Fries-Umlagerung) der Phenylacetatstruktur zur 2-Hydroxyacetophenonstruktur bei 140 °C in Gegenwart von Aluminiumchlorid erfolgt eine Veretherung mit Epichlorhydrin. Die Zielverbindung ergibt sich durch die Ringöffnung der Epoxyfunktion mit Isopropylamin. Die Synthesesequenz ergibt das Racemat. rahmenlos|hochkant=2.5|alt=|Synthese Acebutolol

Klinische Angaben Acebutolol gehört zu der Gruppe der mittellangwirksamen Betablocker, mit einer Halbwertszeit von 4 bis 12 Stunden und einer Wirkdauer von bis zu 24 Stunden. Die Bioverfügbarkeit von Acebutolol beträgt 60 % und es weist eine geringe Selektivität für β1-Adrenozeptoren gegenüber anderen β-Adrenozeptoren auf. Es wird über die Niere ausgeschieden und sollte daher nicht bei Patienten mit Niereninsuffizienz gegeben werden.

Intrinsische sympathomimetische Aktivität Die Besonderheit von Acebutolol und einigen anderen Betablockern (Oxprenolol und Pindolol) besteht in der intrinsischen sympathomimetischen Aktivität (ISA).

Sonstige Informationen

Stereochemie Acebutolol hat ein chirales Zentrum, arzneilich verwendet wird das Racemat. Die beiden Enantiomere eines chiralen Arzneistoffes zeigen fast immer eine unterschiedliche Pharmakologie und Pharmakokinetik, was früher aus Unkenntnis stereochemischer Zusammenhänge oft ignoriert wurde.E. J. Ariëns: Stereochemistry, a basis for sophisticated nonsense in pharmacokinetics and clinical pharmacology. In: European Journal of Clinical Pharmacology, 1984, 26(2), S. 663–668; PMID 6092093. Das aktive Stereoisomer (Eutomer) ist (S)-Form von Acebutolol.Joni Agustiana, Azlina Harun Kamaruddina, Subhash Bhatiaa: Single enantiomeric -blockers—The existing technologies. In: Process Biochemistry, 2010, 45, S. 1587–1604. Enantiomere von Acebutolol 300px|alt= CAS-Nr.: 300px|alt= CAS-Nr.:

Handelsnamen Monopräparate Prent (D)

Kombinationspräparate Acebutolol in Kombination mit Mefrusid: Sali-Prent (D), Acebutolol in Kombination mit Nifedipin: Tredalat (D)

Literatur T. Karow, R. Lang-Roth: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 2003, S. 62–66. G. Herold: Innere Medizin. 2004.

Einzelnachweise

Kategorie:Arzneistoff Kategorie:Betablocker Kategorie:Beta-Aminoalkohol Kategorie:Anilid Kategorie:Alkylarylketon Kategorie:Phenolether Kategorie:Alkansäureamid Kategorie:Alkylamin Kategorie:Propanol