Zscherndorf ist ein Ortsteil der Stadt Sandersdorf-Brehna, im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, in Sachsen-Anhalt.
Geographie Zscherndorf liegt westlich von Bitterfeld und südlich von Sandersdorf. In westlicher Richtung wird Zscherndorf von Ramsin, einem weiteren Ortsteil von Sandersdorf-Brehna, begrenzt. Man findet hier mehrere Tagebaurestlöcher.
Geschichte Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Zscherndorf im Jahre 1310. Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 22 f. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.
Zscherndorf, Ramsin, Sandersdorf, Heideloh und Renneritz fanden sich 1992 zur Verwaltungsgemeinschaft Sandersdorf zusammen. Diese wurde am 1. Juli 2004 aufgelöst und es wurde die verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde Sandersdorf gegründetStBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004, die am 1. Juli 2009 nach weiteren Eingemeindungen in Sandersdorf-Brehna umbenannt wurde.
Wappen
Freiwillige Feuerwehr Die Freiwillige Feuerwehr Zscherndorf wurde am 16. Januar 1910 gegründet und sorgt seitdem für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe hier und innerhalb der Stadt Sandersdorf-Brehna. Die Feuerwehr gliedert sich in Einsatzabteilung, Altersabteilung, Jugendfeuerwehr und Kinderfeuerwehr namens „Löschzwerge“. Das Feuerwehrhaus, indem sich drei Einsatzfahrzeuge befinden, ist auf dem Wappen des Ortsteils zu sehen und steht unter Denkmalschutz.
Gedenkstätten Ca. 1 km südöstlich des Zscherndorfer Friedhofes befindet sich ein Sowjetischer Ehrenhain mit insgesamt 191 Grabstätten für Kriegsgefangene sowie sowjetische Frauen und Männer, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt, im Lager „Marie“ (Außenstelle des KZ Buchenwald) konzentriert und für Zwangsarbeit eingesetzt wurden (Geokoordinaten N 51° 36' 22.4856 E 12° 16' 52.4424).
Detailliert sind auf dem Friedhof sind 52 Militärangehörige, 115 Fremdarbeiter, 22 andere Bürger und zwei unbekannte Personen beerdigt.Ehrenhain bei Zscherndorf: 191 sowjetische Frauen und Männer haben hier ihre letzte Ruhestätte, Mitteldeutsche Zeitung, Sylvia Czajka, 08.11.2020
Russische Forum-Seite mit umfangreichen Informationen, teilweise DeutschForum Grabstätte Zscherndorf, März 2013
Sport Mit dem VfB Zscherndorf 1919 hat der Ort einen eigenen Fußballverein. Zwischenzeitlich verschwand der Verein von der Fußballlandkarte des Landkreises, doch nach der Neugründung im Jahre 2004 ist man dabei, den Verein wieder aufzubauen und fügte eine A-Jugend-Mannschaft ein. Außerdem verfügt Zscherndorf noch über eine Tischtennis-Mannschaft.
Weblinks
Kriegsende in Zscherndorf, Zeitzeugenbericht auf profilm.de
Quellenangaben
Kategorie:Ort im Landkreis Anhalt-Bitterfeld Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) Kategorie:Geographie (Sandersdorf-Brehna) Kategorie:Ersterwähnung 1310 Kategorie:Gemeindeauflösung 2004