Der LVR-Wissenschaftspreis (bis 2020: Albert-Steeger-Preis) ist ein vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) seit 1956 vergebenes Stipendium in Höhe von derzeit 10.000 Euro, das jährlich für besonders qualifizierte wissenschaftliche Arbeiten über Themen der rheinischen Landeskunde im Bereich der Geisteswissenschaften wie auch der Naturwissenschaften auf der Burg Linn vergeben wird.

Das Stipendium wurde eingerichtet anlässlich des 70. Geburtstages von Albert Steeger als Dank für seine Leistungen als Forscher, Wissenschaftler, Heimatpfleger, Museumsdirektor und seine Verdienste um die rheinische Landeskunde.

2021 wurde der Preis umbenannt, da eine vom LVR in Auftrag gegebene Studie aufzeigt, dass „… seine Distanz zu nationalsozialistischem Gedankengut geringer gewesen ist, als bisher in der Forschung angenommen.“ In der Studie heißt es unter anderem:„Obschon sich Albert Steeger im ‚Dritten Reich‘ nicht als überzeugter Nationalsozialist oder ‚brauner Heimatforscher‘ profiliert hat, war seine Distanz zum Nationalsozialismus jedoch deutlich kürzer, als er dies in den späten 1940er Jahren suggeriert hatte und wie es lange Zeit in der Forschung angenommen wurde“– LVR-Fachbereich Kommunikation

Die Studie wurde von dem Historiker Alexander Friedman (Universität Düsseldorf) durchgeführt, nachdem neue Unterlagen zu den Aktivitäten von Albert Steeger gefunden worden waren.

2024 benannte der Landschaftsverband Rheinland (LVR) seinen etablierten Wissenschaftspreis um nach Edith Ennen zum 'Edith-Ennen-Wissenschaftspreis des LVR'.

Der LVR würdigt mit der neuen Namensgebung das wissenschaftliche Lebenswerk von Edith Ennen (1907–1999), einer Rheinländischen Pionierin der Geschichtswissenschaft. Ennen war nicht nur eine der ersten Professorinnen ihres Fachs, sondern auch eine Wegbereiterin der Stadt- und Frauengeschichtsforschung. Ihre Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz mit gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein macht sie zur idealen Namensgeberin für den Forschungspreis des LVR.

Geförderte Bereiche Insbesondere gefördert werden Arbeiten aus den Bereichen Regional- und Landesgeschichte Heimatpflege Volkskunde Museologie Archivwesen Natur- und Landschaftsschutz Landespflege Kulturlandschaftspflege Archäologie Botanik Zoologie Geowissenschaften

Stipendiaten 1956: Jochen Hild und Theo Schreurs 1957 und 1960: Friedrich Gorissen und Adelhart Zippelius 1958: Gustav Müller 1959: Hans Welters 1961: Renate Pirling 1962: Eheleute Diether und Elisabeth Eberhardt 1963: Gabriel Simons 1964: Karl N. Thome 1965: Heinrich Dittmaier und Gerhard Eitzen 1966: Klaus Koch und Willi Lucht 1967: Willi Münch und Nikolaus Kyll 1968: Ernst Hollstein und Karl-Heinz Knörzer 1969: Josef Dietz und Leo Hugot 1970: Herbert Hubatsch und Wilhelm Paas 1971: Friedel Krings und Otto Treptow 1972: Gerta Bauer und Hans Mertens 1973: Otto Kaufmann und Ilse Paar 1974: Hubert Roer und Albert Schulte 1975: Michael Metschies und Josef Beser 1976: Leo Gillessen und Wolfgang Schumacher 1977: Klaus Goebel und Josef Weber 1978: Surendra K. Arora und Jörg Schalich 1979: Helmut Fischer und Hermann Josef Roth 1980: Oskar Burghardt und Peter Neu 1981: Peter Schreiner und Helmut Paul Klein 1982: Manfred Groß und Friedhelm Nippel 1983: Wilfried Moll und Edmund Spohr 1984: Egon Heeg und Helmut Kinkler 1985: Georg Cornelissen und Josef Klostermann 1986: Horst Bursch und Reinhard Jödicke 1987: Stefan Frankewitz und Norbert Grimbach 1988: Josef Wißkirchen und Wolfgang Dassel 1989: Guido Weber und Christoph Reichmann 1990: Jutta Prieur-Pohl und Heinz Schumacher 1991: Marlene Nikolay-Panter und Ulrike Stottrop 1992: Gert Fischer und Frank Siegmund 1994: Renate Gerlach und Bernd Päffgen 1995: Susanne Sommer und Clive Bridger 1996: Burkhard Dietz und Hein Meidow 1999: Gunther Hirschfelder und Andrea Herch 2001: Stephan Laux und Volkhard Wille 2002: Heye Bogena und Horst Wallraff 2003: Jürgen Thissen, Ralf W Schmitz und Ingo Runde 2004: Ursula Tegtmeier, Birgit Klein und Arnold Heuser 2005: Ulrike Müssemeier und Ulf Schmitz 2006: Nicola Wenge und Hans-Martin Weber 2007: Andreas Rutz 2009: Bastian Fleermann und Martin Schlemmer 2009: Daniel Ortmann 2011: Tobias Vogelfänger 2012: Christian George 2013: Tanja Potthoff 2014: Renate Fuchs 2017: Manuel Hagemann 2019: Tanja Zerl und Torsten Rünger 2019: Linda Prinz und Thomas Becker

Literatur Über das Steeger-Stipendium Hans Voetz (Red.): Albert-Steeger Stipendium des Landschaftsverbandes Rheinland. Niederrheinisches Jahrbuch XIII. Verein Linker Niederrhein, Krefeld 1976. Wolfgang Schmidt (Red.): Albert-Steeger Stipendium des Landschaftsverbandes Rheinland. Niederrheinisches Jahrbuch 16. Verein Linker Niederrhein, Krefeld 1992.

Ausgezeichnete Arbeiten

Fabian Bechtold: Die Aachener Elektrizitätsversorgung von 1882-1986: eine longitudinale Analyse systemischen Wandels, ultralanglebiger Entscheidungen und ihrer Folgen am Beispiel der Aachener Elektrizitätsversorgung Clive Bridger: Das römerzeitliche Gräberfeld "An Hinkes Weißhof": Tönisvorst-Vorst, Kreis Viersen. (= Rheinische Ausgrabungen. 40). Dissertation. Universität Bonn. Köln 1996. 1. Teil der Dissertation erschienen in: Bonner Jahrbücher. 194, 1994, ISBN 3-7927-1577-5. Bastian Fleermann: Marginalisierung und Emanzipation: jüdische Alltagskultur im Herzogtum Berg 1779–1847. (= Bergische Forschungen. XXX). Schmidt, Neustadt an der Aisch 2007, ISBN 978-3-87707-702-3. R. Fuchs: Dynamik der Erlenbruchwälder, Moorbirken-Moorwälder und Gagelgebüsche im Übergang Niederrhein – Ruhrgebiet. Eine vegetationsökologische Analyse unter besonderer Berücksichtigung der Moose. (= Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Band 76). 2013, ISBN 978-3-940726-23-0. Manuel Hagemann: Herrschaft und Dienst. Territoriale Amtsträger unter Adolf II. von Kleve (1394–1448) (= Schriften der Heresbach-Stiftung Kalkar 17). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2020, ISBN 978-3-7395-1217-4. Gunther Hirschfelder: Die Kölner Handelsbeziehungen im Spätmittelalter. (= Veröffentlichungen des Kölnischen Stadtmuseums. 10). Dissertation. Universität Trier. Köln 1994, ISBN 3-927396-58-3. Birgit E. Klein: Wohltat und Hochverrat. Kurfürst Ernst von Köln, Juda bar Chajjim und die Juden im Alten Reich. (= Netiva. 5). Dissertation. Universität Duisburg. Hildesheim 2003, ISBN 3-487-11951-X. Stephan Laux: Reformationsversuche in Kurköln (1542–1548). Fallstudien zu einer Strukturgeschichte landstädtischer Reformation (Neuss, Kempen, Andernach Linz). (= Reformationsgeschichtliche Studien und Texte. 143). Dissertation. Universität Düsseldorf. Münster 2001, ISBN 3-402-03807-2. Ulrike Müssemeier: Die merowingerzeitlichen Funde aus der Stadt Bonn und ihrem Umland. Dissertation. Universität Bonn. Bonn 2004 () Thomas Roggenkamp: Rekonstruktion der Hydrologie des römerzeitlichen Mittel- und Niederrheins. Dissertation. Universität Bonn 2016, ISBN 978-3-88143-085-2. Ingo Runde: Xanten im frühen und hohen Mittelalter. Sagentradition – Stiftsgeschichte – Stadtwerdung. (= Rheinisches Archiv. 147). Dissertation. Universität Duisburg. Köln / Weimar / Wien 2003, ISBN 3-412-15402-4. Andreas Rutz: Bildung – Konfession – Geschlecht. Religiöse Frauengemeinschaften und die katholische Mädchenbildung im Rheinland (16. – 18. Jahrhundert). (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz. 210). Dissertation. Universität Bonn. Mainz 2006, ISBN 3-8053-3589-X. Jörg Peter Schalich: Die spätpleistozäne und holozäne Tal- und Bodenentwicklung an der mittleren Rur. Dissertation. Verlag Geologisches Landesamt, Krefeld 1968. Martin Schlemmer: "Los von Berlin". Die Rheinstaatbestrebungen nach dem Ersten Weltkrieg. (= Rheinisches Archiv. 152). Dissertation. Universität Bonn. Köln / Weimar / Wien 2007, ISBN 978-3-412-11106-9. Ralf W. Schmitz, Jürgen Thissen: Neandertal. Die Geschichte geht weiter. Heidelberg 2000, ISBN 3-8274-0165-8. Ulf Schmitz: Untersuchungen zum Vorkommen und zur Ökologie neophytischer Amaranthaceae und Chenopodiaceae in der Ufervegetation des Niederrheins. Dissertation. Universität Düsseldorf. Düsseldorf 2002. (ulb.uni-duesseldorf.de) Andrea Stieldorf: Rheinische Frauensiegel. Studien zur rechtlichen und sozialen Stellung weltlicher Frauen im 13. und 14. Jahrhundert. (= Rheinisches Archiv. 142). Dissertation. Universität Bonn. Köln / Weimar / Wien 1999, ISBN 3-412-02999-8. Tobias Vogelfänger: Nordrheinische Flurnamen und digitale Sprachgeographie. Sprachliche Vielfalt in räumlicher Verbreitung (= Rheinisches Archiv. 155). Dissertation. Universität Bonn. Köln / Weimar / Wien 2010, ISBN 978-3-412-20542-3. Tanja Zerl: Archäobotanische Untersuchungen zur Landwirtschaft und Ernährung während Bronze- und Eisenzeit in der Niederrheinischen Bucht. Torsten Rünger: Gesellschaft und Gewerbe im ländlichen Raum des 12. Jahrhunderts. Die Siedlung am Rand von Pier, Gemeinde Inden, Rheinland.

Weblinks

Webseite zur Auszeichnung Bisherige Preisträger und Preisträgerinnen nach Vergabejahr

Einzelnachweise

Kategorie:Stipendium Kategorie:Landschaftsverband Rheinland