mini|hochkant|Lukas Reimann (2023) Lukas Andreas Reimann (* 18. September 1982 in Aarau, heimatberechtigt in Oberhof AG) ist ein Schweizer Jurist und Politiker (SVP).
Leben und Wirken Aufgewachsen in Oberhof, besuchte Lukas Reimann die Primarschule in Herznach und die Bezirksschule in Frick. Nach einem Auslandjahr in Amerika besuchte er die Kantonsschule am Burggraben in St. Gallen und schloss diese 2001 mit der Matura im Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht ab. Ab 2001 studierte er an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich, später an der Fernuniversität Schweiz.. Website von Lukas Reimann, abgerufen am 19. Oktober 2011. Reimann ist Verwaltungsratsmitglied der Schweizerzeit Verlags AG und publiziert regelmässig Artikel in der nationalkonservativen Zeitung Schweizerzeit. Im April 2008 gründete er mit Geschäftspartnern aus Deutschland und Luxemburg das Finanzinstitut SWAG AG – Schweizerische Wertpapierabrechnungsgesellschaft mit Sitz in St. Gallen. Er war bis 2019 Mitglied des Stiftungsrates der 2008 gegründeten Schweizerischen Quellwasser- und Brunnenstiftung mit Sitz in Wil SG.
In der Schweizer Armee ist Reimann einfacher Soldat. Er absolvierte 2003 die Rekrutenschule als Nachrichtensoldat der Luftwaffe in den Theodor-Real-Kasernen des Militärflugplatzes Dübendorf.. Website von Lukas Reimann, abgerufen am 10. September 2004.
Reimann wohnt in Wil (Kanton St. Gallen) und ist der Sohn von Kurt Reimann (ehemaliger Generalsekretär der Universität Zürich) und der Neffe des früheren Aargauer National- und Ständerates Maximilian Reimann.Peter Haberstich: Heute geht es um die Wurst. In: Das Magazin. 6. Februar 2009. Zu seinen Interessen zählen u. a. Poker und Jazz.
Politik Standpunkte Die Smartmap zur Nationalratswahl 2019 verortet Reimann ins rechtskonservative Lager. Er selbst bezeichnet seine Positionen als radikal-liberal.Daniel Ryser: . In: Blick. 6. Dezember 2009, abgerufen am 9. Juli 2010.
Politisches Engagement zeigte Reimann bereits 1999 gegen die Eidgenössische Volksinitiative «zum Schutz von Leben und Umwelt vor Genmanipulation»Der Chance beraubt. In: St. Galler Tagblatt. 14. April 1998 (Leserbrief). und 1999 gegen das «Bundesgesetz über die Mutterschaftsversicherung».Lukas Reimann: . In: Visionen – Projekt zur Förderung von Innovation und Kreativität. 3. Mai 1999. Auch kämpft er gegen die Öffnung der Schweizer Universitäten für ausländische Studierende und engagiert sich für die Wahrung des Nationalstolzes.
Er setzt sich ein gegen Verträge zwischen der Schweiz und der Europäischen Union, den Vereinten Nationen und der NATO. Er engagierte sich gegen die Armeereform XXI und sieht die Schweiz von einer Islamisierung bedroht.
Reimann engagierte sich gegen Schlachttiertransporte durch die Schweiz und gegen die Einzelhaltung von Kaninchen. Er setzte sich ein für die Deklarationspflicht von geschächtetem Fleisch.
Er kämpft gegen das Verbot von Pokerturnieren ausserhalb von Casinos.. In: SRF. 16. Dezember 2010, abgerufen am 9. April 2022.
Er ist ein Abtreibungsgegner und Mitglied der Lebensrechtsbewegung und ist der Ansicht, junge Menschen würden nicht mehr verhüten, da sie ja abtreiben könnten. In diesem Zusammenhang äusserte er sich in einem Interview im Tages-Anzeiger im Juli 2014 dahingehend, dass «abzutreiben, anstatt zu verhüten», «schon sehr dumm» sei.Bernhard Kislig: «Abzutreiben, anstatt zu verhüten, ist schon sehr dumm». In: Tages-Anzeiger. 21. Juli 2014, abgerufen am 23. Juli 2014 (Interview).
Partei 1999 war Reimann Mitglied der SVP-Ortspartei Wil und der Jungen SVP Schweiz.Jürg Roggenbauch: . In: St. Galler Tagblatt. 22. Oktober 1999, abgerufen am 9. April 2022. Er war Mitgründer und von Oktober 2000 bis Februar 2008 Präsident der Jungen SVP St. Gallen (bis Januar 2009 noch Beisitzer). Seit 2001 ist er Vorstandsmitglied der SVP Kanton St. Gallen.Kantonalvorstand. SVP Kanton St. Gallen, abgerufen am 9. April 2022.
Organisationen Reimann war Fan der Grasshoppers, Sektion Eishockey, und zählte sich zu der Fangruppe Icehoppers und den Ultras der Grasshopper Fussball-Sektion Fantastic Fanatics.Yves Solenthaler: . In: St. Galler Tagblatt. 17. September 1998.. Starbulls Rosenheim, 20. Dezember 1998.. Fanclub Hotzenplotz Einsiedeln, 19. Dezember 1998, abgerufen am 20. Juli 2010. Seit 1999 ist er Mitglied der Lebensrechtsbewegung Ja zum Leben.
Von 2004 bis 2022 war Reimann Vorstandsmitglied der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (AUNS), im April 2014 übernahm er von Pirmin Schwander das Präsidium.Reimann wird neuer Auns-Präsident. In: SRF. 26. April 2014 2022 fusionierte die AUNS mit den Organisationen «Nein zum schleichenden EU-Beitritt» und «Unternehmer-Vereinigung gegen den EU-Beitritt» zur Pro Schweiz.Blochers Kampforganisation Pro Schweiz gegründet. In: Blick.ch, 15. Oktober 2022.
Er ist Mitgründer und Co-Präsident des 2001 gegründeten Vereins Junge für eine unabhängige und neutrale Schweiz (JUNS, bis 2014 «Young4FUN.ch») in Wil.Vorstand. Website der JUNS. Dort gehört er zur Redaktion der Vereinszeitung Freie Schweiz. JUNS ist ein Mitglied von TEAM (The European Alliance of EU-critical Movements), wo Reimann von 2004 bis 2007 Vorstandsmitglied war.A network defending democracy. Website von TEAM.
Lukas Reimann ist Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft Öffentlicher Verkehr Region WilVorstand. Website der Interessengemeinschaft Öffentlicher Verkehr Region Wil. und seit 2003 Mitglied des Vereins Lehrstellenboerse.ch.
Komitees Im Jahr 2002 war Reimann Präsident des Komitees «Ausgabenbremse für Hilfe am falschen Ort» in Wil SG. Er zählte auch zum Referendumskomitee gegen die Vorlage «Armee XXI – Änderung des Bundesgesetzes über die Armee und die Militärverwaltung». Er war Referendumsführer gegen den Parlamentsbeschluss über die Weiterführung der Personenfreizügigkeit und deren Ausdehnung auf Rumänien und Bulgarien sowie Mitglied des «Überparteilichen Komitees gegen biometrische Pässe und Identitätskarten». Bundesversammlung, 19. Mai 2009, abgerufen am 9. April 2022 (Bundesbeschluss 07.039).. Des Weiteren war er Mitglied der Initiativkomitees der Eidgenössischen Volksinitiativen «Für die Stärkung der Volksrechte in der Aussenpolitik (Staatsverträge vors Volk!)» und «Gegen den Bau von Minaretten». Bundesversammlung, abgerufen am 28. Juli 2010 (Volksinitiative 08.061)
Legislative Reimann wurde 2004 im Alter von 21 Jahren als Kandidat der Jungen SVP Mitglied des Kantonsrates von St. Gallen. Bei den Parlamentswahlen 2007 wurde er als jüngstes Parlamentsmitglied in den Nationalrat gewählt. In seiner Antrittsrede zur 48. Legislaturperiode des Parlaments setzte er seine Schwerpunkte in einer Politik der Deregulierung durch weniger Gesetze und weniger staatliche Ausgaben. Reimann ist Mitglied der Kommission für Rechtsfragen und der Delegation für die Beziehungen zum Österreichischen Parlament., abgerufen am 9. April 2022. Zudem ist er Co-Präsident der parlamentarischen Gruppe «Fanpolitik in der Schweiz» und Mitglied der Gruppen «Auslandschweizer», «Für ein freiheitliches Waffenrecht», «lingua e cultura rumantscha», «Pfadibewegung Schweiz», «Rock/Pop im Bundeshaus», «Sport» sowie «Wohn- und Grundeigentum».
Stadtratswahlen in Wil 2026 (Exekutive) 2026 kandidiert er nach dem Rücktritt von Hans Mäder (Die Mitte) um den freiwerdenden Sitz im Stadtrat von Wil. Im ersten Wahlgang vom 14. Juni erzielte er am meisten Stimmen, verpasste aber das absolute Mehr. Im zweiten Wahlgang vom 16. August wurde er gewählt. Infolge wird er aus dem Nationalrat zurücktreten.
Kritik Parlamentswahlen 2007 Nach dem Vorbild des Wahlkampfes 2000 des FDP-Landesvorsitzenden von Nordrhein-Westfalen Jürgen Möllemann fand sich auch auf einem Wahlkampfplakat der St. Galler JSVP das Konterfei Adolf Hitlers.Claudia Schmid: . In: St. Galler Tagblatt. 19. Juli 2007, abgerufen am 10. April 2022. Als Nationalratskandidat und Präsident der JSVP St. Gallen unterstützte Reimann die Kampagne und gelangte in die öffentliche Kritik.Irena Ristic: . In: heute. 20. Juli 2007, abgerufen am 20. Juli 2007.. In: St. Galler Tagblatt. 27. Juli 2007, abgerufen am 10. April 2022.
Personenfreizügigkeit 2009 Mit einer Website, dabeibleiben.ch, welche der von den Befürwortern eingerichteten Kampagne dabei-bleiben.ch zum Verwechseln ähnlich sah, bediente sich Reimann des Typosquattings. Einer vom Bezirksgericht Meilen erlassenen Verfügung, die Website abzuschalten, kam Reimann nicht termingerecht nach.SVP-Nationalrat widersetzt sich richterlicher Verfügung. In: Neue Zürcher Zeitung. 8. Januar 2009.
Reimann erlangte im Zusammenhang mit der Website come-to-switzerland.com mediale Aufmerksamkeit. Auf der Site wurden Bürger der EU zur Ausnützung der schweizerischen Sozialleistungen aufgerufen. Wie sich zeigte, war der Autor der Site ein ehemaliges Mitglied der APPD, der Besitzer der Domain war Reimanns Geschäftspartner der SWAG AG.Christian Bütikofer: . In: Tages-Anzeiger. 16. Februar 2009, abgerufen am 10. April 2022.. In: augenreiberei.ch. 20. Oktober 2009, abgerufen am 23. April 2010. Die SWAG AG wurde von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht als unbewilligtes Finanzinstitut aufgeführt.. Eidgenössische Finanzmarktaufsicht, 17. Februar 2009, abgerufen am 10. April 2022. Politiker der FDP forderten Reimann auf, seine Kommunikationsdaten einer neutralen Stelle offenzulegen. Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse warf Reimann unschweizerischen Stil vor.Iwan Städler, Christian Bütikofer: . In: Basler Zeitung. 4. Februar 2009, abgerufen am 10. April 2022.
Rassismusvorwürfe Wie einem Bulletin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus zu entnehmen ist, dankte Reimann im Jahr 2000 als Präsident des Komitees «Jugend gegen Bilaterale» dem Holocaustleugner Ernst Indlekofer für eine Spende und gratulierte zur erfolgreichen Abonnentenwerbung seiner Zeitschrift.Eidgenössische Kommission gegen Rassismus EKR: Chronologie und Einschätzung der rassistischen Vorfälle in der Schweiz: Äusserungen Reimanns zum Islam im Jahr 2006 als KantonsratChronologie und Einschätzung der rassistischen Vorfälle in der Schweiz: KR Motion 42.06.21: Chronologie und Einschätzung der rassistischen Vorfälle in der Schweiz: KR Einfache Anfrage 61.06.34: sowie als Komiteemitglied der Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» im Jahr 2007Chronologie und Einschätzung der rassistischen Vorfälle in der Schweiz: L. Reimann: Islam: Aufklären statt verschleiern!. Schweizerzeit, 11. Mai 2007. wurden von der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus als verbaler Rassismus eingestuft. In der Nationalratsdebatte vom 28. Mai 2008 und im Vorfeld der Abstimmung zur Personenfreizügigkeit verwendete Reimann antiziganistische Klischees, wofür er im Nationalrat und in den Medien kritisiert wurde.08.029 – Amtliches Bulletin – Nationalrat – 28.05.08-08h00: Peter Granwehr: . In: Der Landbote. 31. Mai 2008, abgerufen am 1. August 2010.Roland Schlumpf: . In: Tages-Anzeiger. 30. Januar 2008, abgerufen am 30. Januar 2008.
Sonstiges Als der Nationalrat über die Justiz-Initiative debattierte, stimmte Lukas Reimann als einziger Anwesender für das Anliegen. Laut eigener Aussage sei seine Entscheidung lediglich als «Sympathiestimme» zu verstehen.
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